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Gartenarbeit

Kompost-Verbot für Pflanzen mit Wurzelfäule

Kompost
Im Komposthaufen verrotten Pflanzenreste und werden zu wertvollem Dünger.Foto: Getty Images

Laub, abgestorbene Pflanzenreste und kranke Pflanzen – ab auf den Komposthaufen damit? Ganz so einfach ist es nicht. Denn für manche Pflanzen gilt ein Kompost-Verbot.

Längst nicht alle Pflanzenabfälle aus dem Garten dürfen auf dem Kompost landen, vor allem nicht, wenn Wurzelfäule oder ähnliche Krankheiten vorliegen. Das gilt besonders, wenn die Pflanzen von Erregern befallen sind, die eine Fäule im Wurzel- oder Stängelbereich oder Welkekrankheiten auslösen. Solche Erreger werden beim Kompostiervorgang nicht zuverlässig abgetötet. Hierzu zählen nach Angaben des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Erkrankungen wie Asternwelke, Buchsbaum-Triebsterben und Kohlhernie. Auch Fusarium- oder Sklerotinia-Fäule an Gemüse oder Wurzelfäulen an Erdbeerpflanzen sind ein Ausschlusskriterium für den Faulhaufen.

Wurzelfäule bei Pflanzen: Widerstandsfähige Dauersporen im Kompost

Die Erreger dieser Erkrankungen bilden demnach häufig widerstandsfähige Dauersporen aus, mit denen sie lange im Boden und Kompost überdauern können. Bringt man den Kompost irgendwann aus, würde man die Erreger wieder verschleppen und weiterverbreiten.

Dazu passend: Kompostieren – wie geht es richtig?

Auch ein Befall mit Schädlingen, die im Boden leben oder überdauern, ist ein Problem. Als Beispiele nennt der Pflanzenschutzdienst Nematoden, das sind winzige Fadenwürmer, und Gemüsefliegen. In dem Fall gehören Pflanzen ebenfalls nicht auf den Kompost. Das gelte auch für von Viren befallene Pflanzen sowie samentragende Unkräuter und Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch.

Wie sollte man befallene Pflanzen entsorgen?

Doch wohin mit diesem Pflanzenabfall? Von Krankheiten und Schädlingen befallene Pflanzen können über den Biomüll entsorgt oder bei Sammelstellen für Grünabfälle abgegeben werden, schreibt der Pflanzenschutzdienst auf Nachfrage.

In kommerziellen Kompostierungsanlagen werden demnach bei der Kompostierung höhere Temperaturen erreicht als im Komposthaufen im Garten. Man geht davon aus, so die Expertinnen und Experten, dass hartnäckige Krankheiten und Schädlinge diese Temperaturen in den kommerziellen Anlagen nicht überleben.

Passend dazu: Wurzelfäule erkennen, bekämpfen und vorbeugen

Mehltau und Schorf weniger ein Problem

Sind Blätter und Früchte von Krankheiten oder Schädlingen befallen, können sie dagegen durchaus im Garten kompostiert werden. Etwa, wenn Schorf, Mehltau, Blattfleckenkrankheit oder Blattlausbefall vorliegen.

In diesem Fall müssten die kranken Pflanzenteile aber sofort mit Erde oder anderem dichten Material wie Grasschnitt abgedeckt werden, rät der Pflanzenschutzdienst. Das hindert die Erreger daran, sich etwa durch Sporen weiterzuverbreiten.