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Bio-Anbau

Worauf Sie achten müssen, wenn Sie nachhaltige Zierpflanzen kaufen wollen

Woran erkennt man ökologische und nachhaltige Zierpflanzen?
Eine vergleichsweise gut bekannte Orientierung für Blumen, Stauden und Ziergehölze aus Bio-Anbau bieten die Zeichen ökologischer AnbauverbändeFoto: Getty Images

Es ist gar nicht so einfach, seinen Ziergarten ökologisch anzulegen. Beim Kauf kann es helfen, auf einige Labels zu achten – myHOMEBOOK stellt sie vor.

Tomaten, Petersilie, Kirschen oder Haselnüsse: Wird Essbares nach bestimmten Vorgaben produziert, kann es ein Bio-Siegel erhalten. Bei Zierpflanzen wie Hortensien, Flieder oder Petunien ist das nicht unbedingt der Fall. „Es gibt keine gesetzliche Grundlage für den ökologischen Gartenbau“, sagt Laura Gross von der Verbraucher Initiative. „Die EG-Öko-Basisverordnung bezieht sich auf die Landwirtschaft im Sinne der Lebensmittelkette.“ Wer nachhaltig produzierte Zierpflanzen für Garten und Balkon kaufen will, muss derzeit also oft noch bewusst danach suchen.

Bestehende Label für ökologische Zierpflanzen

Es gibt auch nur wenige Label für den Zierpflanzenmarkt. GlobalGAP ist ein Beispiel dafür. Es wird aber nur an Zulieferer gegeben, Verbraucher finden es daher nicht im Handel. Aber: Diese Waren können dafür das GGN-Label erhalten, mit dessen Nummer wiederum Verbraucher über ein Onlineportal sogar den Anbauer ausfindig machen können.

Ein zweites Label ist etwa das niederländische Zeichen Milieu Projekt Siertee, und nur für Geranien gibt es ein ProPlanet-Zeichen. „Die Zeichen setzen allerdings unterschiedliche Schwerpunkte und sind nicht gleichzusetzen mit Bio-Siegeln, wie man sie vielleicht aus anderen Produktgruppen kennt“, betont Gross.

Auch muss man in das Kleingedruckte der Vergabe schauen: „Bei international gehandelten Pflanzen ist das Transfair-Siegel ein guter Wegweiser – wobei fair nicht immer auch bio heißt“, nennt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein Beispiel. Er rät daher, Siegeln nicht blind zu vertrauen.

Bio-Zertifizierung

„Mit der Bio-Zertifizierung geht man schon einen guten Weg beim Einkauf“, bewertet Wessel. Bio-zertifizierte Betriebe müssen die EG-Öko-Verordnung einhalten. Unabhängige Stellen kontrollieren sie regelmäßig.

„Bio dürfen sich laut Gesetz nur solche Zierpflanzen nennen, bei deren Produktion vollständig auf Chemie verzichtet wird“, erklärt Andrea Frankenberg. Sie ist bei Bioland für das Projekt Bio-Zierpflanzen zuständig. „So gelangen keine schädlichen Stoffe in den Garten oder ins Wohnzimmer.“

Geregelte Pflanzendüngung

Einige der Verbände haben in ihren Richtlinien weitere Vorschriften für den Gartenbau festgelegt. Darin regeln sie unter anderem, wie die Pflanzen gedüngt und gepflegt werden sollen. Auf Torf sollte, muss man aber nicht unbedingt verzichten.

Laut den Richtlinien von Bioland zum Beispiel darf der Torfanteil in Substraten maximal 50 Volumenprozent bei Baumschul-, Stauden- und Zierpflanzenkulturen betragen, bei Erden für Jungpflanzenerden maximal 70 Volumenprozent.

Regionale Gärtner fragen

Es lohnt sich für Hobbygärtner aber auch, sich bei regionalen Gärtnern direkt nach ihren Pflanzbedingungen zu erkundigen. „Kleine Gärtnereien, die ökologisch produzieren, können sich eine Zertifizierung nicht unbedingt leisten“, erklärt BUND-Experte Wessel.

Er empfiehlt daher, immer gezielt nachzufragen und lokale Betriebe dem Großhandel oder Online-Shop vorzuziehen. Pflanzentauschbörsen sind ebenfalls eine Möglichkeit, um nachhaltige Pflanzen zu bekommen. Und Wessel betont: „Nachhaltig bedeutet auch: Neues im Handel nur dann zu kaufen, wenn andere Wege ausgeschöpft sind.“