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Biologischer Pflanzenschutz

5 wichtige Nützlinge für den Garten

Nützlinge: Ein Marienkäfer auf einer von Blattläusen befallener Pflanze
Marienkäfer haben geradezu einen Heißhunger auf BlattläuseFoto: Getty Images

Ohne die kleinen, aber hungrigen Nützlinge geht gar nichts im Gartenbeet. Die Insekten sind ein effektiver und natürlicher Pflanzenschutz. Doch wie kann man sie gezielt gegen Schädlinge einsetzen?

Vögel, Igel, Frösche oder gar Spitzmäuse – viele Tiere sind eine unschätzbare Hilfe im Garten. Auf deren Speiseplan stehen unter anderem Insekten, die im Garten mitunter heftige Schäden anrichten – Stichwort Blattläuse. Bei einem starken Schädlingsbefall greifen viele Hobbygärtner zwar schnell zur chemischen Keule. Wesentlich sanfter und genauso effektiv ist jedoch der gezielte Einsatz von Nützlingen. Das sind ebenso Insekten oder Kleinsttiere, die ihre schädlichen Artgenossen allerdings einfach auffressen.

Wo bekommt man Nützlinge für den Garten?

Der Fachhandel bietet eine Vielzahl an Nützlingen an. Eier oder Larven der winzigen Insekten kann man auch unkompliziert online bestellen. Mit den richtigen Pflanzen, meist sind es Doldenblütler, kommen die kleinen Helfer auch von selbst in den Garten. Die Experten vom Naturschutzbund (Nabu) raten zudem, etwas Schnittgut oder Laub liegenzulassen. Und auch ein Holzhaufen zieht viele Nützlinge an und bietet ihnen einen wichtigen Lebensraum. Fünf wichtige Nützlinge im Überblick:

1. Marienkäfer

Ein Marienkäfer soll nicht nur Glück bringen, er ist ein wahres Glück im Garten. Es gibt mehrere, unterschiedlich aussehende Arten, die verschiedene Schädlinge fressen. Einen besonders großen Appetit auf Blattläuse zeigt der in unseren Breiten heimische Siebenpunkt-Marienkäfer. Der kleine Käfer mit rotem Panzer und schwarzen Punkten vertilgt bis zu 150 Blattläuse – pro Tag!

Der Schwarze Kugelmarienkäfer macht sich hingegen über Spinnmilben her. Und Schildläuse stehen ganz oben auf dem Speiseplan des Vierfleckigen Kugelmarienkäfers. Zwei Arten von Marienkäfern helfen gegen den „Echten Mehltau“. Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer und Sechzehnfleckige Marienkäfer ernähren sich von dem Pilz, der die gefürchtete Pflanzenkrankheit verursacht.

Nützlinge: Marienkäfer auf einem mit Blattläusen befallenen Blatt
Marienkäfer und deren Larven können eine große Menge an Blattläusen vertilgenFoto: Getty Images

Bei einem Befall durch Schildläuse dauert es nicht lange, bis sich auch die ersten Marienkäfer von selbst zeigen. Marienkäfer-Larven kann man zudem gezielt auslegen. Die Nützlinge bekommt man im Fachhandel oder kann sie online bestellen.

Dazu passend: Insektenfreundlich Gärtnern – Experte gibt wertvolle Tipps

2. Schlupfwespen

Schlupfwespen sind richtig rabiat im Kampf gegen Blattläuse, Gespinnstmotten und Raupen. Die winzigen Insekten mit ihren schimmernden, dunklen Flügel besitzen einen länglichen Legestachel. Damit bohren die Nützlinge ihre lebenden Opfer an und legen ihre Eier ab. Die Larve einer Schlupfwespe frisst ihren Wirt dann von innen auf und verpuppt sich im ausgehöhlten Schädling.

Nützlinge: Schlupfwespe auf einer trockenen Blüte
Weibliche Schlupfwespen legen ihre Eier auf bis zu 1000 Läusen abFoto: Getty Images

Auch diese Nützlinge kann man online bestellen oder im Gartenfachmarkt kaufen. Schlupfwespen lockt man auch leicht in den Garten. Doldenblütler ziehen die Insekten geradezu magisch an.

3. Schwebfliegen

Hilfreiche Nützlinge im Garten sind Schwebfliegen. Sie sehen ähnlich aus wie Wespen und werden daher schnell getötet. Ausgewachsene Schwebfliegen sind jedoch wichtige Bestäuber. Die Larven ernähren sich von unzähligen Blut- und Blattläusen.

Nützlinge: Schwebfliege auf einem Blatt
Schwarz-gelb gemustert werden Schwebfliegen oftmals mit Wespen verwechseltFoto: Getty Images

Um Schwebfliegen in den Garten zu locken, sollte man Nisthilfen für Insekten aufstellen und im Frühjahr auf Spritzungen verzichten. Kerbel, Dill, Wilde Möhre und andere Doldenblütler ziehen die kleinen Insekten an.

Hier weiterlesen: Schwebfliegen – die unterschätzten Nützlinge im Garten?

4. Laubkäfer

Laubkäfer sind nicht besonders hübsch, dafür aber sehr wichtige Helfer im Garten, Wald und auf dem Acker. Sobald es dunkel wird, gehen die nachtaktiven Krabbler auf große Jagd. Auf dem Speiseplan der kleinen Räuber stehen eine Reihe an Schädlingen, wie etwa Milben, Blattläuse, Schnecken und Kartoffelkäfer. Weltweit gibt es unzählige Arten an Laufkäfern. Die meisten davon sind Nützlinge, zwei in Europa bekannte Arten können jedoch Schäden auf Äckern oder in Erdbeerplantagen anrichten.

Nützlinge: Ein Laufkäfer in Großaufnahme
Laufkäfer: In Deutschland sind viele Arten vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten ListeFoto: Getty Images

Ein Laub- oder Holzhaufen bietet den kleinen, dunklen Nützlingen guten Schutz im Garten. Laubkäfer fühlen sich zudem in Wiesen, unter Hecken oder Bodendeckern wohl.

Auch lesenswert: Sind Asseln im Garten Schädlinge oder Nützlinge?

5. Nematoden

Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die in der Erde leben. Einige Gattungen können im Garten- oder Gemüsebeet zwar Schaden anrichten. Es gibt jedoch eine Reihe an Nematoden, die wichtige Nützlinge sind. Im Kompost wirken die Fadenwürmer wahre Wunder und können gegen Schädlinge wie Engerlinge, Dickmaulrüssler oder Schnecken eingesetzt werden.

Nützlinge: Nematode oder Fadenwurm in stark vergrößerter Aufnahme
Nematode: Stark vergrößerte Aufnahme eines FadenwurmsFoto: Getty Images

Nematoden bekommt man im Gartenfachhandel, man kann sie aber auch online bestellen. Warum die Nützlinge gut für den Rasen sind und wie man sie im Garten richtig anwendet, erklärt myHOMEBOOK ausführlich in diesem Artikel.

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