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Berühmte Gärten der Geschichte

Die hängenden Gärten von Babylon

Diese Abbildung der gestuften Hängenden Gärten von Babylon am Fluss basiert auf den alten Schriften, ist jedoch im zeitgenössischen italienischen Stil des 17. Jahrhunderts mit formalen Gartenarrangements und römischen Kolonnaden gestaltet.
Faszinierender Mythos. Die hängenden Gärten von BabylonFoto: dpa picture alliance

Sie sind Sehnsuchtsorte und Idealbild für Gartenträume – und manche gab es vielleicht gar nicht. Dennoch faszinieren sie uns auch heute noch. myHOMEBOOK blickt auf berühmte Gärten der Geschichte. Dieses Mal: Die hängenden Gärten von Babylon.

Von den sieben Weltwundern der Antike soll eines ein Garten gewesen sein. Diese Bau- und Kunstwerke wie der Koloss von Rhodos oder die Pyramiden waren und sind einzigartige Vermächtnisse der Menschheit. Der Katalog der Weltwunder soll auf den griechischen Schriftsteller Antipater aus Sidon aus dem 2. Jahrhundert vor Christus zurückgehen.

Die hängenden Gärten der Semiramis lagen zur damaligen Zeit in Babylon, im heutigen Irak. Das antike Babylon war das Zentrum des Staates Babylonien und zählte damals zu den wichtigsten Metropolen der Antike. Belegte Daten zum Garten-Weltwunder gibt es kaum. Bekannt ist einzig, dass der babylonische König Nebukadnezar II. (640 - 562 v. Chr.) der Bauherr gewesen sein soll. Datiert wird die Bauphase auf etwa 600 vor Christus.

Rekonstruktion der hängenden Gärten von Babylon, herausgegeben von Firmin Didot Freres, Paris, 1852
So könnten Sie ausgesehen haben. Treppenförmige Anordnung der hängenden Gärten von Babylon Foto: Getty Images

Garten als Inszenierung

Immerhin die Ausmaße sind überliefert. Die Konstruktion soll rund 120 Meter breit, 120 Meter lang und 24 Meter hoch gewesen sein: „Der Park erstreckte sich auf jeder Seite über 120 Meter, und da der Aufgang zu dem Garten hangartig geneigt war und die einzelnen Teile des Bauwerkes stufenartig voneinander abgesetzt waren, glich das Ganze in seinem Erscheinungsbild einem Theater.“ Worte, die dem Autor Diodorus Siculus, einem griechischen Geschichtsschreiber, zugesprochen werden, allerdings ein gutes halbes Jahrtausend später, etwa 50 vor Christus. Er bezog sich wohl auf die Werke von Ktesias von Knidos und Kleitarchos, die allerdings auch keine Augenzeugen der antiken Pracht waren.

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Weltwunder Gartenanlage

Die Gärten von Babylon sollen eine gigantische Gartenanlage voller exotischer Pflanzen mit großen Terrassenstufen samt Gängen gewesen sein, neben oder auf dem Königspalast gelegen. Bestimmendes Element war das Wasser, durch das die Gärten mit einem aufwändigen System über Zuflüsse aus dem Euphrat bewässert wurden. Verschwenderisches Grün und rauschendes Wasser mitten in der Wüste – man kann sich leicht vorstellen wie dies die Fantasien beflügelte.

Foto: dpa picture alliance

Der Legende nach baute Nebukadnezar II. die Gärten für seine Frau Amyitis, die aus einer grünen Heimat in Persien kam, dem Land Medien im Nordwestiran. Allerdings hat die Forschung nachgewiesen, dass es sich bei den „Hängenden Gärten“ um einen Übersetzungsfehler aus dem Griechischen handelte, richtiger wäre die Beschreibung "Dachgarten auf Terrassen" gewesen.

Colour illustration depicting the Hanging Gardens of Babylon, one of the Seven Wonders of the Ancient World. Dated 19th Century. (Photo by: Universal History Archive / UIG via Getty Images)Foto: Getty Images

Existenz nicht gesichert

Dennoch: Auch ein Dachgarten, mit üppiger Pflanzenpracht, raschelnden Palmen, glitzerndem und rauschendem Wasser, kann für Besucher, die durch trockene sandige und steinige Landschaften und heißen Wüstenwind wanderten, eine fantastische Erscheinung sein. Der Garten von Babylon war sicher ein Sehnsuchtsort voller grüner Üppigkeit, eine Garten-Inszenierung mit terrassenförmigen Bühnen zur Darstellung von Pflanzen, Reichtum und Macht. Seine Existenz ist nicht gesichert. Er verging wie eine Fata Morgana in der Wüste.