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„Easy Mirror“

Ein Spiegel für den Garten? Naturschützer warnen vor kuriosem Produkt aus „Die Höhle der Löwen“

Die Gründer von Easy MIrror stellen in Die Höhle der Löwen ihre Spiegel vor
Die Gründer Simon und Oliver Rödder sind von ihren Spiegeln, „Easy Mirror“, überzeugtFoto: RTL / Frank W. Hempel

Unschöne Gärten und Plätze verschönern und sogar optisch vergrößern – das ist das Ziel von „Easy Mirror“. Die Gründer suchen für ihre Innovation einen Investor und stellten die Spiegel in „Die Höhle der Löwen“ vor. Doch Naturschützer sind von dem Produkt alles andere als überzeugt.

Simon und Oliver Rödder aus Buxtehude sind die Gründer von „Easy Mirror“. Das Vater-Sohn-Gespann wollen insbesondere Gärten verschönern und zugleich vergrößern. Dafür haben sie den „Easy Mirror“ entwickelt, der anders als herkömmliche Spiegel unter anderem für den Außenbereich geeignet ist und selbst zugeschnitten werden kann. Von den Löwen wollte das Gründer-Duo 180.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Die Idee hinter „Easy Mirror“

2015 wollte Oliver Rödder seinen Garten renovieren – „ein typischer Vorstadtgarten, recht klein, mit direktem Blick auf den Zaun und die Gartenhütten der Nachbarn“, erklärt er gegenüber myHOMEBOOK. Der Inhaber eines Planungsbüros für Bauvorhaben hat sich mit der Frage beschäftigt, wie er seinen Garten verschönern und zugleich vergrößern könnte. Mit der Idee eines Zauns aus Spiegelflächen entstand auch „Easy Mirror“.

Dem Gründer-Duo war aber bewusst, das handelsübliche Spiegel nicht funktionieren würden, da sie weder bruch- noch wetterfest sind. Also experimentierten sie lange mit unterschiedlichen Materialien, bis das Ergebnis für sie passte.

Für den Namen haben sich Vater und Sohn entschieden, da man die Spiegel auch selbst zuschneiden kann. „Mit einfacher Handwerker-Grundausstattung kann man eigenhändig die Spiegel ganz nach den individuellen Gegebenheiten zuschneiden – ganz ohne Glaser“, erklärt Simon Rödder.

Die Reinigung soll dabei ähnlich einfach sein. Grobe Verschmutzungen kann man einfach mit dem Gartenschlauch entfernen und danach den Spiegel mit einem Gummischaber abziehen – fertig. Ein Reinigungsmittel wird nicht benötigt.

Warum Spiegel im Garten kein Problem für Vögel sein sollen

Spiegel gelten generell als ein Problem für Tiere, insbesondere für Vögel. Sie erkennen sie nicht als Hindernis, fliegen dagegen und verletzten sich oder sterben. „Easy Mirror“ soll anders sein. „Vögel dürfen durch EasyMirror Spiegelplatten natürlich nicht geschädigt werden“, so Oliver Rödder. „Unsere Economy Variante verfügt aber glücklicherweise über eine Mikrostruktur, die von laufenden und fliegenden Tieren wahrgenommen wird. Bei den anderen Varianten tragen wir optional Markierungssteifen auf, die für das menschliche Auge nur geringfügig, für Tiere jedoch als klares Hindernis sichtbar sind“, erklärt der Gründer gegenüber myHOMEBOOK.

Was Naturschützer von den Spiegeln halten

Naturschützer sind allerdings alles andere als begeistert von den Spiegelflächen. „Generell rät der NABU von verspiegelten Flächen im Garten ab, da Vögel Spiegel – genau wie spiegelnde Fensterflächen – nicht als solche erkennen, dagegen prallen und sich dabei häufig tödlich verletzen. Vogelschlag an Glas stellt eine der häufigsten Todesursachen von Vögeln dar; Schätzungen zufolge sollen allein in Deutschland jährlich mehr als 100 Millionen Vögel daran verenden“, erklärt der Naturschutzbund (NABU) gegenüber myHOMEBOOK.

Die Spiegel von „Easy Mirror“ haben Markierungsstreifen, damit so etwas eben nicht passieren sollte. „Leider haben Versuche jedoch gezeigt, dass UV-Markierungen zwar nicht völlig unwirksam sind, Vögel aber dennoch nicht zufriedenstellend abhalten. Nicht alle Vogelarten sind überhaupt in der Lage, UV-Licht wahrzunehmen. Deshalb können wir auch dieses Produkt nicht empfehlen“, so das Urteil des NABUs.

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„Easy Mirror“ – nicht nur als Spiegel für den Garten

Ursprünglich wurde „Easy Mirror“ für den Außenbereich entwickelt – etwa für die optische Vergrößerung des Gartens, zur Abdeckung unschöner Mülltonnen oder Garagenwände. „Da wir aufgrund der Materialeigenschaften aber auch immer mehr Anfragen für Innenanwendungen erhalten haben, denken wir mittlerweile deutlich breiter, so Simon Rödder.

„Überall da, wo zum Beispiel eine Gefahr durch Splitter vermieden oder Spiegel individuell zugeschnitten oder montiert werden sollen, bietet sich mit „Easy Mirror“ eine einfache Alternative zu herkömmlichen Spiegeln – egal ob innen oder außen, erklärt Vater Oliver.

„Easy Mirror“ in „Die Höhle der Löwen“

Bei den Löwen hoffte das Gründer-Duo auf ein Investment. Die boten 15 Prozent ihrer Firmenanteile für 180.000 Euro. Doch die Investoren waren von Anfang an skeptisch. Nils Glagau etwa machte mit seinem Fingernagel den Kratz-Test und wurde enttäuscht. Das Vater-Sohn-Gespann erklärte, dass sie aus genau diesem Grund die Löwen benötigten – um neue Techniken und Materialien verwenden zu können.

Löwin Judith Williams verstand nicht, warum sich die Gründer ausgerechnet auf den Garten fokussierten – bei den Spiegeln würde sie als Letztes an den Garten als Einsatzort denken. Jeder habe vier Wände, aber wer habe schon einen Garten, so Williams. Sie sieht vor allem Potenzial im Innenbereich. Da dieser aber beim Pitch keine Rolle spielte, entschied auch sie sich gegen einen Deal.

Und auch die anderen Löwen gingen den Deal nicht ein. Die „Easy Mirror“-Gründer wollen aber trotzdem weitermachen. „Wir möchten „Easy Mirror“ als einfache Alternative zu herkömmlichen Spiegeln aus Glas national und international etablieren. Es gibt viele Anwendungsbereiche, bei denen „Easy Mirror“ klare Vorteile bietet“, so Simon Rödder

Alle Infos und Folgen von „Die Höhle der Löwen“ finden Sie bei TVNOW.

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