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Erstmals seit 1997 wieder unter 100.000

Wohnungseinbrüche in Deutschland sinken weiter

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland geht zurück
In Deutschland kam es im vergangenen Jahr erneut zu weniger EinbruchsfällenFoto: Getty Images

Jahrelang war in Deutschland ein beunruhigender Trend zu beobachten – Einbrüche in Wohnungen nahmen stetig zu. Erst in den letzten drei Jahren sind die Fallzahlen wieder gesunken. Jetzt zählt die Kriminalstatistik erstmals seit 1997 wieder weniger als 100.000 Straftaten.

Laut Informationen der „Welt am Sonntag” gab es 2018 in Deutschland insgesamt 97.504 Wohnungseinbrüche. Die Zeitung beruft sich auf Zahlen der bundesweiten Kriminalstatistik, die Bundesinnenminister Horst Seehofer am Dienstag in Berlin vorstellen will. Dies bedeutet einen Rückgang von 16,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vor allem in den Jahren 2008 bis 2015 war ein kontinuierlicher Anstieg zu bemerken. Zum Vergleich: 1999 gab es in Deutschland 149.044 Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl. 2015 lagen die Fallzahlen bei 167.136 an. Dazu zählen auch versuchte Straftaten.

Weniger Wohnungseinbrüche, weniger Schäden

Seit 2016 entspannt sich die Lage nun wieder – besonders in Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen habe es deutlich weniger Wohnungseinbrüche gegeben. Auch Versicherungen verzeichnen deshalb einen Rückgang bei den Einbruchsschäden. „Die Entschädigungsleistung ging um rund 14 Prozent auf 310 Millionen Euro zurück”, so Wolfgang Weiler, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gegenüber „Welt am Sonntag”. „Weniger als im vergangenen Jahr mussten die Versicherer das letzte Mal 2007 für Einbrüche aufwenden.”

Verschärfte Strafen für Einbrecher

Darüber hinaus investierten Wohnungseigentümer mehr Geld in Sicherungstechnik und hielten Ausschau nach sogenannten Gaunerzinken. Es handelt sich dabei um Geheimzeichen, die kriminellen Banden unter anderem Informationen über lukrative Einbruchsziele liefern.

Experten befürchten „Jo-Jo-Effekt”

Problematisch bleibt dagegen weiterhin die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen. Im Vergleich zu 2017 hat diese sich von 17,8 auf 18,1 Prozent nur minimal verbessert. Zudem drohe ein „Jo-Jo-Effekt”, wie der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter Sebastian Fiedler erläutert. „Der Rückgang der Fallzahlen führt in vielen Bundesländern dazu, dass das Personal zur Bekämpfung des Wohnungseinbruches wieder reduziert wird.”