Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Richtig kompostieren

Wie Sie Ihren Kompost für den Winter vorbereiten

Kompost im Garten
Kompost ist perfekt, um Boden und Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen zu versorgenFoto: Getty Images

Wer einen eigenen Garten hat, kann aus Abfällen wertvollen Dünger und Erde herstellen. myHOMEBOOK erklärt, wie Kompost entsteht, worauf es beim Kompostieren ankommt und wie Sie diesen richtig für den Winter vorbereiten – denn auch in der kalten Jahreszeit ruht der Kompost nicht.

Beim Kompost wird, abhängig vom Rottezustand, zwischen Frisch- und Fertigkompost unterschieden. Pilze und Bakterien stoßen einen Zersetzungsprozess an, bei dem sich Humus bildet. Je nach Zusammensetzung und Dauer entstehen bei der Kompostierung Erden und Dünger mit unterschiedlichem Nährstoffgehalt und sehr grober oder feiner Körnung.

Wer einen neuen Komposthaufen anlegt, sollte im Idealfall etwas fortgeschrittenen Kompost beimischen. Achten Sie bei der Standortwahl auf ausreichend Platz, und Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung, Regen und Wind.

Kompost für den Winter vorbereiten – So geht´s

Der Komposthaufen kennt keinen Winterschlaf. Im Gegenteil. Auch in der kalten Jahreszeit arbeitet er auf Hochtouren – vorausgesetzt die Bedingungen stimmen. Damit die Verrottung nicht pausiert, empfiehlt es sich laut der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau auf einige Aspekte zu achten:

  • Prüfen Sie mit ein paar Stichen mit der Grabegabel, ob die Kompostmasse leicht feucht ist. Staubt sie, ist sie zu trocken und muss gewässert werden. Alternativ können Sie die Erde bei Regen aufgedeckt lassen.
  • Ist der Kompost triefnass, sollte er abgedeckt werden. Gut ist eine teilweise Abdeckung, die etwas Feuchtigkeit z. B. an die Seiten des Kompostes lässt.
  • Ungünstig wäre es, einen Kompost den ganzen Winter über unabgedeckt zu lassen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass Nährstoffe, insbesondere Stickstoff und Kalium, ausgewaschen werden oder der Kompost durchfriert.
  • Es macht Sinn, den Komposthaufen im Spätherbst umzusetzen und zu durchmischen. Auf diese Weise kurbeln Sie die Verrottung noch einmal an und minimieren die Fäulnisgefahr. Bei dieser Gelegenheit können Sie auch gleich fertigen Kompost entnehmen und diesen trocken lagern.

Auch die Kompostzutaten sind eine wichtige Komponente im Wechselspiel der unterschiedlichen Feuchtegrade, weiß Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau:

„Viel Fallobst und Küchenabfälle bringen viel Feuchte. Gehäckselter Staudenschnitt oder trockener Gemüseabraum, z. B. gehäckselte Zuckermaisstängel, machen die Kompostmasse trockener.“

Tipp zum richtigen Abdecken: Empfehlenswert ist ein Deckel, der etwas kleiner ist als der Durchmesser, sodass ein Großteil des Regenwassers bzw. Schmelzwassers an der Innenseite nach unten laufen kann. Ebenfalls möglich: ein alles überdeckender Deckel mit Löchern. Regenfälle können die Kompostmasse befeuchten, überschüssiges Wasser kann jedoch auch seitlich abfließen. Ein Kälteschutz ist nicht nötig.

Was darf auf den Kompost?

  • Rasenschnitt kompostieren: Gras gehört selbstverständlich auf den Kompost, allerdings sollten Sie frisch gemähten Rasen zuerst einige Tage separat trocknen lassen. Die Feuchtigkeit darin sorgt beim Kompostieren sonst dafür, dass der Haufen anfängt, unangenehm zu riechen.
  • Laub kompostieren: Auch welke Blätter dürfen auf dem Komposthaufen entsorgt werden. Zerkleinern (häckseln) Sie diese ggf. vorher, um den Zersetzungsvorgang zu beschleunigen. Alternativ können Sie das Laub auf dem Rasen ausschütten und mehrmals mit dem Rasenmäher drüberfahren. Vorsicht bei glattem Laub: Bei diesem besteht die Gefahr, dass es schichtweise zusammenbäckt und dann zu wenig Luft für die Rottebakterien durchlässt. Laub gerne mit dem letzten Rasenschnitt und Gehölzhäcksel mischen. Dies ergibt eine lockere und doch nährstoffreiche Masse. Stauden können Sie als Nützlingsquartiere und Vogelfutter stehenlassen und erst im Frühjahr ergänzen. Gras und Laub sollten sich in einem Komposthaufen etwa die Waage halten.
  • Weitere Gartenabfälle: Auch Äste, Hölzer, verwelkte Blumen, Hecken- und Baumschnitt dürfen auf den Haufen im Garten. Zerkleinern Sie zu große Stücke vorher, am besten mit einem Häcksler.
  • Obst- und Gemüsereste: Vor allem Kartoffel- und Karottenschalen gehören auf den Kompost. Vorsicht bei Bananenschalen: Diese sind nur schwer zersetzbar und sollten darum nur sparsam verwendet werden.
  • Weitere Küchenabfälle: Eierschalen dürfen ebenso auf den Kompost wie Tee und Kaffee.

Übrigens: Wenn Sie in Ihrem Garten eine Komposttoilette mit Rindenmulch aufgestellt haben, können Sie den Eimer aus der Toilette ebenfalls auf dem Kompost entsorgen. Hier eignen sich biologisch abbaubaure Kompostbeutel, um den Eimer sauber zu halten.

Das darf nicht auf den Kompost

Nicht auf den Kompost gehören gekochte Essensreste, Fleisch und Fisch, gespritzte Obstschalen, Papier und Pappe, Öle und Fette sowie Asche. Auch Pflanzen, die von Schädlingen befallen sind, sollten nicht kompostiert werden.

Um den Haufen gesund und geruchsarm zu halten, reichern Sie ihn mit Gesteinsmehl, Algen- und Hüttenkalk an. Grundsätzlich gilt: Je ausgewogener die Inhaltsstoffe des Komposts, desto gehaltvoller wird die daraus entstehende Erde und der Dünger.

Auch interessant: Warum Sie Gartenabfälle niemals im Wald entsorgen sollten

So können Sie das Kompostieren beschleunigen

Bis Pilze und Bakterien aus den Garten- und Küchenabfällen verwertbares Material gemacht haben, vergeht schnell ein Jahr. Wer das Kompostieren beschleunigen möchte, sollte den Haufen nach einigen Monaten umsetzen, also die unterste Schicht nach oben bringen und andersherum. Das Umsetzen verhindert außerdem die Geruchsbildung und den Schädlingsbefall. Auch der Einsatz von Kompost-Beschleunigern ist möglich, die je nach Zusammensetzung zum Teil aus Kompostwürmer und verschiedene Düngemittel enthalten. Auch ein Thermokomposter beschleunigt den Verrottungsprozess.

Tipp: Wenn Sie bereits nach einigen Monaten wenig zersetzten Kompost für die Verbesserung der Bodenqualität in Ihrem Garten nutzen möchten, verwenden Sie einen Kompostsieb, um größere Stücke (Blätter oder Äste) zu entfernen.

Was tun, wenn Kompost Ratten anlockt?

Die beste Vorbeugung gegen Ratten ist ein gut gepflegter Komposthaufen. Dieser riecht nicht und enthält nur die Dinge, die auch auf einen Kompost gehören. Vor allem Fleischreste locken Ratten an. Wenn das Ganze immer feucht bleibt, machen Sie es den Nagern ebenfalls ungemütlich.

Ist der Haufen bereits von Ratten befallen, hilft oft nur der Einsatz von Fallen. In ganz schlimmen Fällen sollten Sie das Ordnungsamt einschalten, das Sie bei der Schädlingsbekämpfung unterstützt. Auch bei übermäßigem Ameisenbefall gilt: Halten Sie den Kompost feucht. Ameisen weisen darauf hin, dass der Haufen viel zu trocken ist. Die Insekten können Sie auch mit bestimmten Aromapflanzen fernhalten, die Sie beimischen, wie etwa Lavendel, Thymian oder Majoran.

Themen