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Tee, Öle, Badezusatz

Lindenblüten ernten und richtig verarbeiten

Lindenblüten ernten: Viele Lindenblüten an einem Zweig
Lindenblüten duften süß und sehen bezaubernd aus, ein Tee daraus hilft gegen ErkältungenFoto: dpa picture alliance

Duftende Lindenblüten ernten lohnt sich. Denn ein Lindenblütentee wirkt Wunder bei einer Erkältung. Auf eines sollte man jedoch achten, wenn man ihn trinkt.

Schön, süß duftend und heilsam – zusammen mit den herzförmigen Blättern sind die üppigen Blüten von Linden eine wahre Wonne für die Sinne. Aus getrockneten Lindenblüten lassen sich heilkräftige Tees zubereiten. Es gibt aber noch eine Menge weiterer tolle Verwendungsmöglichkeiten für Lindenblüten, Früchte und Blätter.

Lindenblüten ernten und lagern

Zwischen Juni und Juli ist Lindenblütenzeit. Dann ist auch der günstige Zeitpunkt zur Ernte, da der Gehalt an Wirkstoffen besonders hoch ist. Die Blütenstände der Winterlinde setzten sich aus fünf bis zehn Blüten zusammen. Sie bilden die typischen runden Früchte aus. Die etwas später blühende Sommerlinde entwickelt weniger Blüten pro Blütenstand. Ihre Früchte haben eine eher kantige Form.

Nach der Ernte trocknet man die noch frischen Lindenblüten an einem schattigen und luftigen Ort. Die getrockneten Blüten oder andere Pflanzenteile bewahrt bis zur Weiterverarbeitung in einem luftdichten Behälter auf. Entweder ist das Gefäß lichtundurchlässig oder der Aufbewahrungsort ist dunkel.

Die Blüten enthalten viele heilsame Wirkstoffe. Darunter finden sich Flavonoide. Diese Pflanzenstoffe wirken leicht antibiotisch. Farnesol ist ein ätherisches Öl.

Lindenblüten als Tee

Ein mild schmeckender Lindentee wird gern bei Erkältungskrankheiten getrunken, denn er kurbelt die Schweißproduktion an und unterstützt das Immunsystem. Zudem hat der Tee eine entspannende Wirkung und ist eine gute Einschlafhilfe.

Für einen Lindentee übergießt man zwei Teelöffel Lindenblüten mit siedendem Wasser. Anschließend lässt man den Tee rund zehn Minuten ziehen. Wer eine Erkältung ausschwitzen möchte, trinkt zwei Tassen, am besten nicht zu spät am Abend. Nach einiger Zeit duscht man sich am besten ab und zieht frische Kleidung an.

Entschlackende Wirkung soll ein kalter Lindenblütentee haben. Eine gute Handvoll frischer oder eine kleine Handvoll getrockneter Blüten werden in rund einem Liter kaltem Wasser gezogen. Entweder für acht Stunden oder über Nacht.

Ätherische Öle aus Lindenblüten

Die ätherischen Öle in den Pflanzenteilen ziehen viele Bestäuber an. Flavenol erinnert an den Duft von Maiglöckchen und wird in der Herstellung von Parfüm verwendet. Auch in vielen Deodorants und anderen Kosmetika ist der Stoff beigemischt. Ein ätherisches Öl aus Lindenblüten selbst herzustellen, ist etwas aufwendig. Zum Kondensieren und Destillieren braucht man spezielle Geräte wie eine Destille.

Ein DIY-Trick, der einen Versuch wert ist: Man füllt Wasser in den unteren Teil einer sauberen Espresso-Kanne. Anstatt Kaffee kommen jedoch Lindenblüten und zerkleinerte Pflanzenteile in den Siebaufsatz. Schließlich kocht man den Sud auf. Das ätherische Öl gibt es auch im Handel zu kaufen.

Badezusatz mit Lindenblüten

Schon mal ein Lindenbad genommen? Aus den Blüten lässt sich ein wohltuender Badezusatz herstellen, der den Schlaf fördert. Dazu kocht man 100 Gramm Lindenblüten mit zwei Litern Wasser auf. Den Tee gibt man anschließend ins Badewasser – und entspannt.

Auch interessant: 10 Heilkräuter nach Hildegard von Bingen und wie man sie anpflanzt

Wissenswertes über Linden

Lindenblüten kann man ernten, aber auch die gesamten Lindenbäume sind ökologisch sehr wertvoll. Das Laub zersetzt sich gut und bildet schnell eine wertvolle Humusschicht. Zudem kreisen sich um die beliebten Bäume viele Mythen. So sollen sie Menschen in Not Schutz bieten.

  • „Freiheitslinden“ wurden früher auf von Weitem gut einsehbaren Anhöhen gepflanzt. Wer es bis unter das Blätterdach schaffte, durfte nicht mehr verfolgt oder angegriffen werden.
  • Linden werden seit Jahrtausenden verehrt. Man sagt, unter ihnen trete die Wahrheit ans Licht. Ein Grund, weshalb in vergangenen Zeiten unter Lindenbäumen Gericht gehalten wurde. „Gegeben unter den Linden“, war die Schlussformel vieler Urteile.
  • Was heute teure Autos sind, waren im 17. Jahrhundert Linden: Statussymbole für die Reichen und Mächtigen. Lindenbäume zieren auch heute noch die Einfahrtswege vieler Schlösser und Herrenhäuser. Der Prachtboulevard „Unter den Linden“ trägt nicht umsonst diesen Namen.
  • Beliebt waren Linden jederzeit auch bei der normalen Bevölkerung. Vielerorts findet man am Dorfbrunnen oder zentralen Dorfplatz einen Lindenbaum. Rund 1000 Ortschaften in Deutschland tragen „Linde“ im Namen.
  • 1991 pflanzte man im geografischen Mittelpunkt Deutschlands, in Niederdorla (Thüringen), eine Kaiserlinde. Ein schönes, kraftvolles und grünes Zeichen der Wiedervereinigung.
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