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Anleitung

Wie man eine Ananas aus dem Strunk selber zieht

Ananas: Eine Ananas in Großaufnahme
Viel zu schade zum Wegwerfen: Aus dem Strunk oder Blattschopf einer Ananas lässt sich eine neue Pflanze heranziehenFoto: Getty Images

Ja, es geht! Man kann aus dem Strunk einer Ananas eine neue Pflanze ziehen. Auch im Topf auf der Fensterbank gelingt das mit ein paar Tricks spielend. Hobbyzüchter sollten jedoch unbedingt einen wichtigen Charakterzug mitbringen.

Beim Schälen einer Ananas fällt immer ein Haufen an Schale an. Und auch der Strunk wandert in der Regel in den Müll. Was schade ist, denn aus dem abgeschnittenen Blattschopf kann man tatsächlich eine neue Ananas-Pflanze heranziehen. Zum Vermehren einer Ananas braucht man lediglich ein paar Utensilien. Das sind neben einer möglichst frischen Ananas-Frucht ein scharfes Messer, Holzkohle, ein Pflanzentopf und einfache Blumenerde.

Strunk von Ananasfrucht behutsam abdrehen

Die Ananas sollte so frisch wie möglich sein. Das erkennt man gut daran, ob der innere Blattschopf noch satt grün ist. Einige Blätter am Rand dürfen dabei schon etwas trockener sein. Während man mit der einen Hand die Frucht festhält, umfasst man mit der anderen Hand vorsichtig den Blattschopf. Achtung, die harten Blattspitzen können piksen. Dann dreht man den Schopf mit Gefühl nach rechts und nach links, bis sich dieser von der Frucht löst. Alternativ schneidet man den Blattschopf mit einem Messer zwei bis drei Zentimeter vom oberen Ende der Frucht ab.

Ananasstrunk gut vorbereiten

Am unteren, hellen Ende vom abgetrennten Strunk haftet noch feuchtes Fruchtfleisch an. Das muss vor dem Einpflanzen mit dem Messer entfernt werden, ansonsten droht Schimmelgefahr. Anschließend zupft man die äußeren, trockenen Blätter oder nimmt auch hierfür das Messer.

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Strunk mit Holzkohle desinfizieren

Auch wenn der Strunk sorgsam von Fruchtfleisch und alten Blättern befreit wurde – Schimmel und Fäule droht der empfindlichen Nachzucht weiterhin. Deshalb muss das Ende des Strunks desinfiziert werden. Hier kommt die Holzkohle ins Spiel. Etwas zerkleinert und auf einer kleinen Schale verteilt, tupft man den unteren Strunk in die Kohle und wälzt diesen behutsam hin und her, bis ein schwarzer „Bart“ aus Holzkohle am Strunk haften bleibt.

Den auf diese Weise für das Einpflanzen vorbereiteten Blattschopf legt man anschließend mindestens sechs Stunden beiseite. Noch besser, man lässt den Strunk zwei bis drei Tage ruhen. So kann die Schnittstelle ausreichend antrocknen.

Tipp: Wer keine Holzkohle zur Hand hat, kann den Ananas-Strunk in ein Glas mit Wasser stellen. Die Wasseroberfläche sollte aber nur das untere, helle Ende bedecken. Das Glas stellt man dann an einen warmen und nicht zu hellen Ort und gießt nach Bedarf immer Wasser hinzu. Die ersten Wurzeln bilden sich nach ein paar Wochen.

Ananasstrunk einpflanzen

Bei einer Wurzellänge von drei bis fünf Zentimetern kann der Strunk aus dem Wasserglas eingepflanzt werden. Bei der Methode mit der Holzkohle bilden sich in der kurzen Zeit keine Wurzeln, dieser Strunk kommt spätestens nach drei Tagen Ruhephase in die Erde. Dafür eignet sich Blumenerde von guter Qualität. Holzstäbchen, zum Beispiel vom letzten Besuch im Asia-Restaurant, eignen sich hervorragend als kleine Rank- und Stützhilfen.

Idealer Standort für die Ananaspflanze

Sitzt der Strunk gut im Blumentopf, stellt man diesen am besten an einen hellen, warmen Standort. Wer kein Gewächshaus besitzt, nimmt mit einer warmen Fensterbank vorlieb. Ideal ist eine Raumtemperatur von durchgehend 20 Grad Celsius. Bei der Standortwahl muss man vor allem im Sommer darauf achten, dass die Ananas nicht permanent der prallen Sonne ausgesetzt ist.

Um das Wachstum zu fördern, kann man zusätzlich eine durchsichtige Plastikfolie über den Topf stülpen und mit Gummiband oder Kordel zubinden. Das Mini-Treibhaus muss allerdings ab und zu gelüftet werden. Sobald die festgewurzelte Ananaspflanze einen neuen Austrieb in der Mitte zeigt, entfernt man die Tüte.

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Ananaspflanze mit langem Atem richtig gießen

Viel Wasser braucht die Ananaspflanze aus dem Topf nicht. In der Regel reicht es, alle zwei bis drei Wochen zu gießen. Wie bei fast allen anderen Topfpflanzen muss man Staunässe unbedingt vermeiden, es droht ansonsten schnell Wurzelfäule. Und das wäre schade.

Denn es gibt einen Haken beim Vermehren einer Ananas: Liebhaber der exotischen Frucht müssen einen langen Atem beweisen. Bis sich die ersten Knospen zeigen, können locker zwei Jahre ins Land ziehen. Nach weiteren sechs Monaten bildet sich dann eine kleine Ananasfrucht. Eines sei sicher: Die erste, selbst gezogene Ananas wird göttlich schmecken.

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