Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Forscher haben es untersucht

Können Pflanzen eigentlich auch „schlafen“?

Wissenschaftler haben untersucht, ob auch Pflanzen ein Schlafverhalten zeigen
Wissenschaftler haben untersucht, ob auch Pflanzen ein Schlafverhalten zeigenFoto: Getty Images

Wird es dunkel und die Nacht bricht an, gehen viele Menschen und Tiere schlafen. Das ist wichtig, um sich von den Erlebnissen des Tages zu erholen. Doch wie sieht es bei Bäumen und Blumen aus? Schlafen diese eigentlich auch?

Tiere und Menschen schlafen – doch was ist mit Bäumen, Sträuchern und Blumen? Können Pflanzen auch schlafen? Wer seine eigenen Zimmerpflanzen beobachtet, der stellt vielleicht fest, dass sie auf Helligkeit und entsprechend auch auf Dunkelheit reagieren. Wird es am Abend dunkel, werden die feinen Blüten geschlossen, die Blätter eingerollt oder hängen gelassen. Das stellten bereits der Wissenschaftler Carl von Linné (1707 bis 1778) sowie der Naturforscher Charles Darwin (1809 bis 1882) fest. Letzterer bezeichnete das Beobachtete sogar als „Schlaf“.

Wie „schlafen“ Pflanzen im Vergleich zu Menschen?

Menschen und Pflanzen stellen unterschiedliche Lebensformen dar. Immerhin leben die zumeist grünen Sträucher, Bäume und Blumen unter anderem von Licht, Kohlendioxid und Wasser. Es wird also deutlich, dass Pflanzen ganz anders aufgebaut sind als zum Beispiel Säugetiere. Damit haben sie auch andere Bedürfnisse.

Menschen und Tiere schlafen in erster Linie, um Körper und Geist zu erholen. Es handelt sich um einen Zustand der Ruhe und Entspannung. Zudem werden viele Körperfunktionen heruntergefahren und das Bewusstsein des Schlafenden ist stark eingeschränkt. Gleichzeitig spielt sich im Körper vieles ab: Knochen, Muskeln und innere Organe werden erneuert, das Immunsystem wird gestärkt und im Gehirn wird das Erlebte vom Tag verarbeitet. Und nicht zu vergessen: Es wird viel geträumt.

Bäume und auch andere Pflanzen besitzen kein Organ, dass man mit dem Gehirn eines Wirbeltieres vergleichen kann. Und auch andere Prozesse, die im Körper eines Menschen stattfinden, sind nicht mit jenen einer Pflanze zu vergleichen. Es gestaltet sich damit schwer, ein Konzept, das sich auf den menschlichen Körper bezieht, auf eine andere Lebensform zu übertragen.

Auch interessant: 9 Pflanzen, die perfekt fürs Schlafzimmer sind

Die Ruhephase von Pflanzen

Jedoch ist so viel gewiss: Pflanzen ruhen ebenfalls. So gibt es neben einer Wachstumsphase im Frühling und Sommer auch eine Ruhephase bei Pflanzen. In dem Wachstumszyklus bilden Bäume und Sträucher Knospen und Blüten aus. Am Ende des Jahres – im Herbst und Winter – begeben sich die Pflanzen im Zimmer und im Garten in einen Zustand der Ruhe. Sie werfen zum Beispiel ihre Blätter ab. Dieser regelmäßiger Wechsel zwischen Wachstum und Ruhe wird in hiesigen Gefilden durch die Temperaturen und Tageslichtdauer gesteuert.

Studie untersucht „Schlafverhalten“ bei Bäumen

Doch entspricht die Ruhephase in den kühlen Monaten einem tiefen Schlaf, so wie bei uns Menschen? Oder können Bäume wirklich „schlafen“? Diese Frage stellte sich auch ein wissenschaftliches Team aus Finnland und Österreich. Dafür erstellten die Forscher Zeit-Serienaufnahmen mithilfe von Laserscannern von zwei Birken. Der Vorteil dieser Methode sei laut dem Team, dass der Störfaktor für die Bäume wesentlich geringer wäre als bei Lichtaufnahmen.

Die Ergebnisse der Studie belegen: Bäume sinken in der Nacht zusammen, was von dem Forscherteam als „schlafen“ beschrieben wird. Die Blätter und Äste der beiden Birken sanken jeweils kontinuierlich nach unten – bis zu zehn Zentimeter. Am Tag bewegten sich die Äste und Blätter dann wieder nach oben zurück.

Auch interessant: Warum man verwelkte Blüten unbedingt entfernen sollte 

Fazit

Auch Pflanzen haben eine Ruhephase. Diese ist nicht nur vom Tag-Nacht-Rhytmus abhängig, sondern auch von den Jahreszeiten. So befinden sich viele Pflanzenarten im Winter in einer Ruhephase und sollten dann zum Beispiel nicht durch einen zu warmen Standort, zu viel Wasser oder Licht gestört werden. Das könnte einen negativen Einfluss auf die Regeneration der Pflanze haben. Wissenschaftler konnten außerdem eine deutliche Veränderung an der Position von Ästen und Blättern feststellen, welches als „Schlaf“ betrachtet werden kann.

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für