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von myHOMEBOOK

Weihnachtsbaum

Ab wann ist eine Plastik-Tanne nachhaltiger als eine echte?

Ein künstlicher Weihnachtsbaum in weiß
Ein Weihnachtsbaum aus Kunststoff kann immer wieder verwendet werdenFoto: Getty Images

Funkelnde Lichterketten, Glitzerkugeln, Lametta – ein geschmückter Weihnachtsbaum verbreitet festliche Stimmung. Und dann erst dieser Duft! Moment: Den gibt es natürlich nur bei einem echten Weihnachtsbaum. Eine Tanne aus Plastik duftet nicht, kann dafür Jahr für Jahr wiederverwendet werden. myHOMEBOOk erklärt, was sonst noch für den künstlichen Weihnachtsbaum spricht – und was für das Original.

Zwar steigt die Nachfrage nach der Plastik-Tanne stetig, doch im Vergleich zum „echten“ Weihnachtsbaum bleibt die Zahl marginal. Von den rund 30 Millionen verkauften Tannenbäumen sind nur wenige Prozent aus Kunststoff. Viele halten einen „echten“ Tannenbaum nach wie vor für die natürlichere Variante im Gegensatz zum Kunststoff-Weihnachtsbaum.

Viele Weihnachtsbäume sind belastet mit Insektiziden

Die allermeisten hier verkauften Christbäume stammen aus deutschen Monokulturen. Diese Anbauflächen sind alles andere als natürlich – Pflanzen aus Monoanbau sind anfälliger für Schädlinge. Also werden viele Insektenvernichtungsmittel und Pflanzenschutzmittel gespritzt, und das über lange Zeit. Gefällt wird ein Tannenbaum durchschnittlich erst nach sieben Jahren. Das schützt sie zwar vor vielen Schädlingen und lässt die Bäume gleichmäßig wachsen. Gleichzeitig tötet der Einsatz der Giftstoffe aber auch die Nützlinge unter den Insekten und lässt die Böden leiden. Zudem droht die Gefahr, sich Reste der Giftstoffe in die eigenen vier Wände zu holen.

Umweltverbände empfehlen ungespritzte Bio-Tannenbäume

Ein Baum aus Bio-Anbau kostet erstaunlicherweise kaum mehr als ein konventioneller Baum. Laut der Umweltschutz-Organisation „Robin Wood“ müssen für eine Nordmann-Tanne aus konventionellem Anbau 18 bis 25 Euro pro Meter berappt werden, aus Bio-Anbau ist es durchschnittlich ein Euro mehr.

Auch wenn Bio-Tannen mehr und mehr gefragt sind – mittlerweile gibt es rund 750 Verkaufsstellen in Deutschland – sie sind noch immer nicht überall in Deutschland gleichermaßen leicht zu beziehen. Die Umweltschützer von „Robin Wood“ haben online eine übersichtliche Liste mit allen Anbietern veröffentlicht. Wo keine zertifizierten Händler zu finden sind, sollte man sich den Weihnachtsbaum im Direktverkauf besorgen. So läuft man nicht Gefahr, dass der Baum von weit her, beispielsweise aus Skandinavien, importiert worden ist.

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Wohin mit der Tanne nach Weihnachten?

Einen pestizidfreien Bio-Tannenbaum kann man nach dem Fest problemlos auf dem Kompost entsorgen. Dafür sollte der Baum vorher vom Weihnachtsschmuck und Lametta befreit werden. Verzichten Sie auch auf Lack- und Glitzersprays, die Giftstoffe machen sich nicht gut im Komposthaufen. Ansonsten bieten die meisten Kommunen einen Abholservice an. Dafür sollte der abgeschmückte Tannenbaum am jeweiligen Tag vor der Haustür stehen.

Übrigens: Weihnachtsbäume aus dem Topf nach dem Fest im Garten anzupflanzen geht selten gut. Die Temperaturschwankungen stressen die Bäume, die zumeist auch zu wenig Wurzelwerk haben, um richtig anwachsen zu können.

Was spricht für einen künstlichen Tannenbaum, was dagegen?

Einen künstlichen Tannenbaum muss man in der Regel nur einmal kaufen und er hält dann mehrere Jahre. Bedeutet: weniger Kosten und weniger Aufwand, nicht zuletzt, weil solch ein Baum nicht nadelt. Zudem kommen Allergiker und Insektenphobiker mit einer Kunst-Tanne besser klar. Der Baum braucht kaum Pflege, zudem muss man ihn nicht wässern. TÜV-geprüfte Kunsttannen sind zudem schwer brennbar.

Öko-Bilanz der Plastik-Tanne erst nach zehn Jahren gut

Einmal gekauft, kann man den Plastik-Weihnachtsbaum Jahr für Jahr zu Weihnachten aus dem Schrank oder vom Dachboden holen und aufstellen. Verblühen kann er nicht – eher nach einigen Jahren verblassen. Wer sich einen Kunstbaum zulegen will, sollte auf eine hochwertige Qualität achten, sogenannte Spritzguss-Modelle. Diese Bäume sehen insgesamt nicht so künstlich aus und verlieren über die Jahre auch nicht so schnell an Farbe. Zudem haben einige Anbieter Kunststoff-Bäume aus europäischer Produktion und mit TÜV-Siegel im Programm – ein klarer Vorteil gegenüber Modellen aus Fernost mit langen Transportwegen.

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Freunde der Plastik-Tanne sollten jedoch Geduld beweisen: Erst nach zehn Jahren ist die Öko-Bilanz der Kunstbäume positiv, durchschnittlich nach sechs Jahren landen sie allerdings in Deutschland auf dem Müll. In jedem Fall kommt der Kunststoff in die Wertstoff-Tonne, den Wertstoff-Hof oder in den gelben Sack.