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Tipps für Hobbygärtner

Süßkirschenbäume brauchen einen Schnitt – wie geht man vor?

Schnitt bei Süßkirschen – wie man den Baum richtig beschneidet
Dieser Verlockung kann niemand widerstehen: knackigen Süßkirschen Foto: Getty Images

Auch Süßkirschenbäume brauchen einen Formschnitt. Wann das Gehölz beschnitten werden sollte und wie man es richtig macht.

Sobald diese köstliche Königin der Sommerfrüchte abgeerntet wird, brauchen Süßkirschen (Prunus cerasus) einen Sommerschnitt. So wird das Gehölz ausgelichtet und bekommt Form in Breite und Höhe. Bei einem ungeschickten Schnitt kann der Kirschbaum Schaden nehmen. Im Frühsommer verheilen Wunden am Holz jedoch schnell. Deshalb sollten Hobbygärtner Kirschen nicht im Winter beschneiden– so die gängige Meinung. Andere sagen, gerade ein beherzter Schnitt im Winter hilft, die Form zu wahren.

Wann brauchen Süßkirschen einen Schnitt?

Bei dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. Die einen halten einen Schnitt der Süßkirsche in der kalten Jahreszeit für besser. Am blattlosen Baum kann die Wuchsstruktur des Gehölzes leichter erkannt und die Form besser geschnitten werden. Ideal für Kirschen ist ein Schnitt, der an ein Weinglas erinnert.

Verfechter des Sommerschnitts argumentieren, dass die Süßkirsche in der kalten Jahreszeit die Wunden nicht selbst heilen kann. Folge: Die beschädigten Stellen sind für Schädlinge ein ideales Einfallstor. Zudem kann sich der gefürchtete „Gummifluss“ aus dem Holz bilden, der seltsamerweise nach Marzipan riecht. Der Gummifluss sieht nicht nur unschön aus, er schwächt auch den Kirschbaum.

Besser ist nach Meinung der Sommer-Baumexperten ein Schnitt in der Erntezeit. Dann verläuft die Wundheilung schneller. Zudem verträgt das Holz auch tiefere Schnitte in Zweige oder Äste. Wer Ende des Winters die Schere ansetzt, kann die Kirsche verjüngen. Denn ab März bildet der Kirschbaum viel neues Fruchtholz.

Doch ob im Winter oder Sommer gilt: Wer Gartenschere oder Handsäge zu rabiat ansetzt, riskiert, dass der Baum einen Schock erleidet und abstirbt. Wo es geht, sollten Hobbygärtner beim Schnitt der Süßkirsche nicht zu tief zum Stamm hin ansetzen und immer so viel wie möglich an jungen Ästen oder Trieben stehen lassen.

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Was tun, wenn man die Süßkirsche zu stark beschnitten hat?

Kirschbäume, die durch den Rückschnitt beschädigt wurden, bekommen schnell Krankheiten wie den Monilia-Pilz. Dann hängen am Baum die berüchtigten Fruchtmumien. Was man dagegen tun kann, hat myHOMEBOOK hier erklärt.

Bei größeren Schäden am Holz durch Beschneidung werden oftmals Wundverschlussmittel aufgetragen, um den Baum zu schützen. Diese Pasten beruhen auf Basis von Baumwachs, aber auch auf synthetischen Harzen oder Latex. Man kennt sie durch die rote Farbe am Baum. Die Paste wird mit einem Spachtel grob auf die Wunde aufgetragen. Das soll verhindern, dass Pilze und Krankheitserreger in das Holz eindringen können und letztlich Fäulnis verursachen.

Einige Baumpfleger sehen mittlerweile jedoch von Wundverschlussmitteln ab. Sie argumentieren, dass die Oberfläche nach einigen Jahren rissig wird. Schädigende Mikroorganismen und Pilze können dann in die offenen Ritzen ins Holz eindringen.

Gefahr durch infizierte Säge oder Schere

Bei unrettbar kranken Stellen hilft letztlich nur eines: Man muss den ganzen Ast amputieren. Hobbygärtner sollten dabei jedoch bedacht vorgehen und das Werkzeug nach dem Beschnitt reinigen. Wer das nicht macht und den nächsten, womöglich gesunden Baum beschneidet, riskiert, ihn mit den Krankheitserregern zu infizieren.

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Wo es geht, nicht zu stark zurückschneiden

Ein Baumschnitt am Kirschbaum ist jedes Jahr notwendig – und aufwendig. Doch immer gilt: behutsam vorgehen und nicht zu viel abschneiden. Lieber mal den einen Trieb und den anderen Ast wachsen lassen. Generell sollten die Triebe nach oben wachsen und sich in der Höhe nach außen biegen. Dort, wo sich die Äste überkreuzen, sollte die Schere angelegt werden. Ansonsten gibt es mit der Zeit Chaos im Baum – Blätter und Zweige reiben sich im Wind, Schäden entstehen, Schädlinge fühlen sich willkommen.