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Im Herbst

Boden im Herbst umgraben – die Vor- und Nachteile 

Boden lüften
Regelmäßiges Umgraben gilt schon lange nicht mehr als Muss. Aber zu bestimmten Zeitpunkten kann es Sinn machen.Foto: Getty Images

Einst war das jährliche Umgraben des Gartens gang und gäbe. Heute wird darauf hingegen eher verzichtet. Zum richtigen Zeitpunkt birgt das Umgraben des Gartenbodens jedoch verschiedene Vorteile. Welche das sind und was es beim Umgraben zu beachten gilt.

Möchten Hobbygärtner ihren Garten ordentlich pflegen, gehört auch das Umgraben ab und an dazu. In der Regel wird dies nur getan, um eine Fläche neu zu bepflanzen und den Boden auf die Saat vorzubereiten. Doch die gärtnerische Pflicht kann dem Boden auch schaden, wenn man nicht richtig vorgeht. Oliver Fink, Inhaber der Gartenbaumschule Becker, erklärt auf Anfrage von myHOMEBOOK, worauf es zu achten gilt, wenn man seinen eigenen Garten umgraben möchte.

Ist Umgraben wirklich notwendig?

„Die erste Frage muss immer sein: ‚Wofür grabe ich um?‘ Denn Umgraben muss keine regelmäßige Pflegearbeit sein, wie es früher oft hieß, sondern sollte als Vorbereitung auf eine Neubepflanzung verstanden werden“, so Fink. Bevor Sie also einen neuen Rasen säen oder ein Beet bepflanzen, lohnt es sich häufig, umzugraben. Denn beim Umgraben werden verdichtete Böden wieder aufgelockert. Hier lohnt es sich dann Bodenverbesserungsmittel, etwa Humus, um den Boden auf die neue Saat vorzubereiten. Der englische Gärtner und Autor Charles Downing schwört auch auf das sogenannte „No Dig Gardening“ – und verzichtet dabei komplett auf das Umgraben.

Wann sollte man Umgraben?

Laut Experten kann man das Gemüsebeet im Herbst umgraben, wenn es abgeerntet ist. Allerdings sollte das vor dem ersten Frost passieren. Dieser dringt in die Schollen ein und macht die Erde locker und krümelig. Im Grunde bietet sich die Zeit von Mitte September bis Anfang November an – je nach Witterung.

Handelt es sich um einen schweren Lehmboden, der sich nicht als Untergrund für den Anbau im Garten eignet, sollte man ihn jedenfalls im Herbst umgraben. Über den Winter dringt Feuchtigkeit und Frost in die Schollen, die dabei zerfallen und aufgelockert werden. Im Frühjahr ist dann der Boden bereit für das Gemüsebeet. Fink ergänzt: „Man sollte erst umgraben, wenn die alte Grasnarbe komplett abgeschält wurde.“ Ansonsten werden die alten Missstände und Unkräuter einfach nur weiter verteilt und womöglich sogar vermehrt.

Wie geht man dabei mit Unkraut um?

Beim Umgraben sollte man genau hinschauen, um Wildkräuter zu entdecken und zu entfernen. Löwenzahn wird man beispielsweise nicht allein durchs Abschälen los. Das Wildkraut hat tief gehende Wurzeln, die man aber sehr gut erkennen und aussortieren kann.

„Gelegentlich hat man aber auch erst nach dem Umgraben auf einmal Wildkräuter im Rasen, die vorher gar nicht da waren. Das liegt daran, dass diese Samen bilden, die bis zu zehn Jahre im Boden liegen können, ohne zu keimen“, warnt Fink. So kann es etwa passieren, dass man Franzosenkraut erst durchs Umgraben aus den tieferen Schichten an die Oberfläche befördert. Dies bereits vorher zu erkennen und zu verhindern, ist leider nicht möglich.

Tipp: Wurzelunkräuter, wie Ackerwinde oder Quecke, können durch das Umgraben sogar vermehrt werden. Fink rät daher, diese Wurzeln während des Umgrabens auszusortieren: „Man erkennt sie leicht an der weißen Farbe der Wurzeln.“

Passend dazu: Die besten Tipps, um Unkraut im Rasen zu bekämpfen

Wie tief sollte man umgraben?

Normalerweise reicht es, spatentief zu graben. Ausnahme: Darunter befindet sich wieder eine verdichtete Schicht Erde. Das kann beispielsweise bei einem Neubaugrundstück der Fall sein, wenn zuvor schwere Baumaschinen über die Fläche gerollt sind. „Hier müsste dann gebohrt werden oder vielleicht sogar mit einem Bagger nachgeholfen werden. Auch Fräsen ist bei so hartem Boden nicht hilfreich“, erklärt Fink.

Beim Umgraben reicht es, spatentief zu graben
Beim Umgraben reicht es in der Regel, spatentief zu grabenFoto: Getty Images

Gibt es Alternativen zum Umgraben?

Eine gleichwertige Alternative gibt es nicht. Eine Einradfräse hat einen ähnlichen Effekt, allerdings kommt man damit nicht so tief in die Erde. Außerdem zerstört das Fräsen, bei dem man mit Messern arbeitet, die Struktur der Erde. Fink hat noch einen anderen Tipp: „Sehr teuer, aber für die Bodenpflege optimal, sind Spatenmaschinen. Leider sind diese aufgrund ihrer Ausmaße nur für große Flächen geeignet.“

Tipp: Wer der Fläche Zeit geben kann, kann aber auch eine Gründüngung probieren. Hier lässt man bestimmte Pflanzen einwurzeln und lockert so die Erde.

Was ist nach dem Umgraben zu beachten?

Fink: „Lassen Sie der Erde Zeit! Auf keinen Fall sollten Sie heute umgraben und morgen bepflanzen. Man sollte die Erde auf jeden Fall ein paar Tage liegen lassen, damit der Boden sich wieder verbinden und setzen kann. Optimal sind ein bis zwei Wochen mit gelegentlichem Regen.“

Woran erkennt man einen guten Spaten?

Stiel und Klinge – wer einen Spaten braucht, weiß, was dran sein sollte. Aber laut Fink gibt es einen Weg, einen guten Spaten zu finden: „Leider gibt es keine guten Spaten unter 50 Euro.“ Außerdem sollte man beim Kauf und bei der Benutzung auf folgende Dinge achten:

  • Der Spaten sollte Fall scharf sein, kann vor der Verwendung auch mit einem Schleifstein nachgeschärft werden.
  • Achten Sie darauf, dass der Spaten zu Ihnen passt. Das betrifft sowohl die Größe des Spatens (stehend sollte der Griff bis zur Hüfte reichen), als auch die Fläche des Spatens. Es gibt auch sogenannte Damenspaten, bei denen das Blatt kleiner ist. Dadurch fasst man weniger Erde und muss weniger Gewicht bewegen.
  • Beim Griff und der Form sollte man einfach nach seinen Präferenzen gehen. Ob man nun einen T- oder D-Griff verwendet, ist letztendlich Geschmackssache.

Quelle:
Gartenbaumschule Becker

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