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von myHOMEBOOK

Sicherheit im Garten

Wann müssen Hobbygärtner einen Baumgutachter beauftragen?

Baumgutachter: Mehrere schräg wachsende alte Bäume
Malerisch, doch ganz schön schräge: Hier hat der Gutachter sicher ein Auge zugedrücktFoto: Getty Images

Es gibt viele Situationen, für die ein Baumgutachter bestellt werden muss. Nachbarschaftsstreit oder Fragen nach der Sicherheit sind die Klassiker. Wie geht der Sachverständige vor? Was kostet es und wem kann man vertrauen?

Die extremen Wetterkapriolen machen vielen Bäumen zunehmend zu schaffen. Gestresst und geschwächt sind die Gehölze für Krankheitserreger dann ein gefundenes Fressen. Der Glänzende Lackporling ist so ein Holzpilz, der Bäume mit der Zeit zersetzt. Kracht der Baum im Garten um, kann das lebensgefährlich werden. Wer Zweifel hat, ob ein Baum umzukippen droht oder Äste verliert, sollte einen Baumgutachter beauftragen. Der Sachverständige überprüft dann die sogenannte Verkehrssicherheit des Gehölzes.

Weitere Gründe, wann ein Baumgutachter hilfreich sein kann

Meist ist es Zoff am Gartenzaun, der einen Baumgutachter erforderlich macht. Steht der Baum zu nah am Nachbargrundstück, hängen Äste herüber oder beschädigen die Wurzeln das Mauerwerk, landet der Streit zwischen Nachbarn schnell vor Gericht.

Einen weiteren Aufgabenkreis betrifft die Sicherung auf einer Baustelle. Steht dort ein Baum, muss gewährleistet sein, dass die Bauarbeiter, aber auch der Baum selbst, nicht in Gefahr geraten. Der Gutachter eruiert, ob es sich lohnt, den Baum zu erhalten. Dann muss das Gehölz während der Bautätigkeit gesichert werden, zum Beispiel mithilfe eines Zauns oder einer schützenden Matte für den Wurzelbereich. Ist der Baum jedoch zu alt oder krank, kann eine Entfernung sinnvoll sein.

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Wie prüft man die Verkehrssicherheit des Baums?

Um die Standsicherheit und Bruchsicherheit zu prüfen, kommen generell zwei Messverfahren zum Einsatz. Beim Zugversuch wird der Baum mit einem Zugseil belastet. Auf diese Weise simuliert der Experte eine orkanartige Windlast. Der Baumgutachter checkt dabei zudem die Tragfähigkeit des Baumstamms und wieweit der Baum im Boden verankert ist. Zusätzliche Sensoren liefern weitere wichtige Daten wie zum Beispiel über die Dehnungsneigung des Holzes.

Um zu überprüfen, ob der Baum im Inneren geschädigt ist, klopft der Gutachter außerdem an bestimmten Stellen kleine Nägel einige Millimeter in das Holz. Dabei misst der Experte, wie sich der Schall im Baum verhält. Diese zweite wichtige Methode zur Prüfung der Verkehrssicherheit des Baumes nennt sich denn auch Schalltomografie.

Was ist der Baum wert?

Auch diese Frage kann ein Gutachten klären. Das wird schnell wichtig bei juristischen Auseinandersetzungen. Den Gehölzwert ermitteln viele Sachverständige nach der sogenannten und vom Bundesgerichtshof anerkannten Koch-Methode. Sie rechnen verschiedene Kostenpunkte, etwa für Pflanzung, Pflege und Entsorgung des Gehölzes, zusammen. Und auch mögliche Schäden und das Alter kalkuliert der Baumgutachter mit ein.

Was kostet ein Baumgutachten?

Wer privat ein Baumgutachten in Auftrag gibt, zahlt in der Regel direkt beim Gutachter. Ordnet ein Gericht das Gutachten an, zahlt man den Betrag im Voraus auf ein Gerichtskonto ein. Erst dann wird der Gutachter tätig. Die Kosten belaufen sich meist auf 60 bis 80 Euro pro Stunde. Zusätzlich können Nebenkosten anfallen, zum Beispiel für die Mehrwertsteuer, die Anfahrt oder einen Mitarbeiter. Während das Gesetz zur Vergütung von Sachverständigen die Preise für Gerichtsgutachten (JVEG) vorgibt, kann man privat auch einen anderes Honorar mit dem Baumgutachter vereinbaren.

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