24. Februar 2026, 11:24 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Schon seit Jahrhunderten nutzen Landwirte Bauernregeln, um Wetterverläufe besser einzuordnen und ihre Arbeit zu planen. Eine dieser Weisheiten besagt, dass das Wetter im Februar Hinweise auf die Bedingungen an Ostern geben könne: „Februar mit Frost und Wind macht die Ostertage lind“. Doch wie belastbar ist diese Annahme? myHOMEBOOK hat bei Diplom-Meteorologe Jörg Riemann nachgefragt, wie viel Wahrheit hinter der Bauernregel steckt.
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Was steckt hinter dieser Bauernregel für Ostern?
„Es gibt keinen strengen meteorologischen Zusammenhang zwischen der Februarwitterung und dem Wetter in der Osterzeit, weil Ostern jedes Jahr an anderen Tagen liegt“, erklärt Jörg Riemann von der Wettermanufaktur. Ostern findet immer am ersten Wochenende nach dem ersten Vollmond im Frühling statt, der auf den astronomischen Frühlingsanfang folgt. Das kann bereits im März sein oder – wie in diesem Jahr – Anfang April.
Neben der Bauernregel, die besagt, dass es im Februar viel Wind und Kälte gibt, existiert noch eine weitere: „Wenn’s im Februar nicht schneit, schneit’s in der Osterzeit“. Gemeint ist das Gleiche, nur andersherum ausgedrückt.
„Wenn der Februar zu wenig Frosttage hat, was darauf hindeutet, dass er zu warm ist, dann setzt sich diese Tendenz sowohl für den März als auch für den April mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent fort“, erklärt der Wetterexperte. Das bedeutet, dass das Frühjahr allgemein zu warm werden könnte. Demnach sind die genannten Bauernregeln laut Riemann nicht verlässlich, da sie einen Wetterumschwung ankündigen.
Dazu passend: Ist der Februar trocken und kalt, kommt im März …
So erklärt der Wetterexperte die Bauernregel
„Ich glaube, in diesen Regeln drückt sich die Sorge vor einer verfrühten Blüte aus“, erklärt der Experte. Nach einem milden Februar könnten also Knospen und Triebe durch späte Fröste gefährdet sein.
Zu wenig Frost im Februar bedeutet nach der Bauernregel Kälte und Frost im weiteren Frühjahr. Wenn durch den zu warmen Februar bereits erste Knospen gewachsen sind, dann könnten diese durch einen späteren Frost zerstört werden – so wie es in den vergangenen Jahren der Fall war.
Der Februar 2024 war zu warm, die Pflanzen haben sich dementsprechend entwickelt. Als die Blüten bereits sichtbar waren, kam im April starker Frost, der ihnen zugesetzt hat. Auch die Ernte 2025 war durch späte Fröste zu großen Teilen zerstört worden. „Ein bis drei Grad minus können die Pflanzen aushalten, aber es waren höhere Minusgrade“, betont Riemann. Wäre es naturgemäß im Februar kalt gewesen, also hätte es mehr Frosttage gegeben, hätten sich die Pflanzen nicht zu früh entwickelt und hätten somit dem Frost standhalten können.