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Tipps vom ADAC

Einfahrt oder Garage zugeparkt – wann darf man abschleppen lassen?

Einfahrt zugeparkt
Auch bei einem eindeutigen Hinweis kann es vorkommen, dass die Einfahrt oder der Privatparkplatz von einem anderen Auto zugeparkt ist.Foto: Getty Images

Ein großes Ärgernis für Autofahrer: Auf dem Weg nach Hause stellt man plötzlich fest, dass ein anderes Fahrzeug die Zufahrt versperrt. Wie verhält man sich, wenn die eigene Einfahrt oder die Garage zugeparkt ist?

Die einfachste Lösung, wenn die Einfahrt zugeparkt ist, ist das Ausweichen auf einen anderen Parkplatz – falls vorhanden. Allerdings ist diese Möglichkeit nicht besonders zufriedenstellend, vor allem, wenn das Problem öfters aufkommt. Vor allem in Großstädten sind die öffentlichen Parkplätze nämlich rar gesät, zudem hat man ja auch ein gutes Recht, die eigene Zufahrt benutzen zu können. myHOMEBOOK hat sich beim ADAC erkundigt, was man in solchen Fällen tun kann.

Was kann man tun, wenn Einfahrt oder Garage zugeparkt ist?

Hier muss man zwischen öffentlichem und privaten Grund unterschieden. „Wenn das Fahrzeug auf öffentlichem Grund steht, muss die Polizei gerufen werden. Nur sie ist hier zuständig, das Fahrzeug abzuschleppen,“ erklärt Alexander Schnaars vom ADAC auf myHOMEBOOK-Anfrage.

Auf privatem Grund wird die Polizei seines Wissens nach nicht regelmäßig tätig. „Blockiert das fremde Auto das Einfahren in die eigene Einfahrt, dann muss ein freier Parkplatz in der Nähe gesucht werden, wenn keine besonderen Umstände wie etwa eine Gehbehinderung vorliegen“, erklärt der Experte. Steht der Falschparker allerdings auf Privatgrund, kann man als Grundstücksberechtigter auch selbst das Abschleppunternehmen beauftragen.

Passend dazu: Wann muss man die Polizei zu Hause reinlassen?

Darf man stattdessen auf einen anderen Privatparkplatz ausweichen?

Wenn die eigene Einfahrt zugeparkt und versperrt ist, könnten einige mit dem Gedanken spielen, auf einen fremden Privatparktplatz auszuweichen. Allerdings ist das laut Schnaars keine gute Idee. „Der Grundstückberechtigte des anderen Privatparkplatzes hätte dann die gleichen Rechte gegen Sie, wie Sie gegen den Falschparker“, erklärt der ADAC-Sprecher.

Wer kommt für die Abschleppkosten auf?

Auch bei den Abschleppkosten muss man zwischen öffentlichem oder privatem Eigentum unterscheiden.

Abschleppen auf öffentlichem Grund

Sofern der Fahrer nicht ermittelt werden kann, muss der Halter für die Abschleppkosten aufkommen. „Diese Kosten sind unabhängig vom Bußgeldverfahren, mit dem der Verstoß gegen die Verkehrsvorschriften geahndet wird“, sagt Schnaars. „Kommt der Falschparker vor dem Eintreffen des Abschleppwagens zu seinem Fahrzeug zurück, so werden ihm die Kosten der Leerfahrt dennoch berechnet, wenn das Abschleppfahrzeug konkret für sein Fahrzeug angefordert worden ist.“

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Abschleppen vom Privatgrund

Beim Abschleppen auf Privatgrund sind die fälligen Abschleppkosten anders geregelt. Teilweise muss derjenige, der das Abschleppunternehmen beauftragt hat, die Kosten vorauszahlen. Laut Schnaars kann er sich die Kosten vom Falschparker zurückholen – „aber das kann mühsam sein“. Je nach Abschleppunternehmen besteht auch die Möglichkeit, ihnen das Eintreiben der Forderung zu überlassen.

Muss man nachweisen können, dass die Einfahrt zugeparkt war?

Auch bei der Dokumentation muss man zwischen öffentlichem und privatem Grund differenzieren, wenn die Einfahrt zugeparkt ist.

Abschleppen auf öffentlichem Grund

„Die Polizei wird hier vermutlich fragen, ob Sie unbedingt jetzt mit dem Auto wegfahren müssen“, weiß Schnaars. „Generell gilt es, die Kosten gering zu halten – auch als Geschädigter.“ Die Polizei prüft daher, ob die Abschleppmaßnahme auch verhältnismäßig ist. Aus diesem Grund braucht man nicht unbedingt eine Dokumentation des Vorfalls.

Abschleppen auf Privatgrund

„Bei Abschleppen von Privatgrund sollten Beweise gesichert werden“, empfiehlt Schnaars. Allerdings reichen hier Fotos von der entsprechenden Situation vollkommen aus.