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Gelbes Band an Obstbäumen – was steckt dahinter?

Gelbes Band am Obstbaum
Ein gelbes Band an einem Obstbaum hat eine besondere BedeutungFoto: dpa / picture alliance

Jahr für Jahr werden in Deutschland insgesamt 12 Millionen Tonnen an Lebensmitteln verschwendet, indem sie im Müll landen. Um dagegen vorzugehen, gibt es einige Initiativen, darunter auch das Ernteprojekt „Gelbes Band“.

Wenn im Spätsommer die Obstbäume ihre Früchte verlieren, kommen manche Hobbygärtner gar nicht mehr mit der Ernte hinterher. Das Fallobst bleibt oft liegen und verfault – oder landet im Müll. Doch das muss nicht sein! Immer öfter sieht man aus diesem Grund eine gelbe Schleife, die beispielsweise um den Stamm von Apfelbäumen gewickelt ist. Dieses Zeichen hat eine ganz bestimmte Aussage – und steht für eine nachhaltige Initiative.

Was bedeutet ein gelbes Band an Obstbäumen?

Hinter dem „Gelben Band“ steht das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN), das bewusst ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen möchte. Es handelt sich um ein Ernteprojekt, das Obstbaumgärtner und Menschen, die gerne ihr eigenes Obst pflücken, aber keinen Garten haben, zusammenbringt. Konkret bedeutet das Band: „Hier darf man selber pflücken!“ Ansonsten bleibt das Obst einfach liegen und verrottet. Selbstpflücker dürfen in diesem Fall beherzt und ohne Nachfrage für den Eigenbedarf zugreifen, was bei Fallobst sonst eigentlich nicht erlaubt wäre. Die Aktion findet immer mehr Anhänger – und zwar nicht nur in Niedersachsen, wo im letzten Jahr bereits 1800 Bändchen ausgehändigt wurden, darunter private Hobbygärtner, Vereine und Kommunen.

So hat die bundesweite Aktion „Zu gut für die Tonne“ das Bürgerprojekt bereits letztes Jahr ausgezeichnet, nachdem es 2019 im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg initiiert wurde. Die Jury begründet den Bundespreis: „Heimisches Obst und Gemüse ist viel zu schade, um ungenutzt zu verrotten. Der Landkreis Esslingen hat das erkannt und etabliert mit seinem Projekt ‚Gelbes Band‘ eine einfache und effektive Lösung, um dem entgegenzuwirken. Dies sollte in allen Kommunen in Deutschland umgesetzt werden!“ Auch dieses Jahr will die Initiative viele weitere gelbe Bänder an Obstbäumen anbringen.

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Wie können Streuobstwiesenbesitzer teilnehmen?

Hobbygärtner können sich an der Initiative beteiligen und somit ein Zeichen für Nachhaltigkeit und gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Zudem können Menschen profitieren, die keinen eigenen Garten haben – oder denen die kostenlosen Lebensmittel weiterhelfen. Besitzer von Streuobstwiesen sparen sich dabei zudem die Entsorgung. Um auch ein gelbes Band zu bekommen, füllen Obstbaumgärtner einfach einen Teilnahmebogen aus und schicken ihn zurück, danach bekommen sie die Markierung zugeschickt.

Wo findet man Bäume mit gelben Bändern?

Selbstpflücker profitieren von der Aktion durch kostenloses Obst – und vermeiden Lebensmittelverschwendung. Die Standorte finden Interessierte auf der Übersichtskarte. Aktuell befinden sich die meisten Bändchen an Bäumen in Niedersachsen, aber das muss nicht so bleiben. Alternativ bietet die App „Mundraub“ eine bundesweite Karte, die anzeigt, wo sich Selbstpflücker-Bäume befinden.

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