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Aufräum-Trend

Mit „Decluttering“ die Wohnung strukturiert ausmisten

Die Wohnung mit Decluttering ausmisten
Raus mit den alten Sachen! Das Ausmisten der Wohnung macht sogar auf lange Sicht glücklichFoto: Getty Images

Einmal komplett ausmisten und für Ordnung sorgen – manch einen packt dieses Gefühl plötzlich. Doch wie geht man am besten vor, um strukturiert und stressfrei aufzuräumen? „Decluttering“ lautet die Antwort.

Aufräum-Coach Esther Lübke vom Team „Ärmel-Hoch“ empfiehlt jedem, die Wohnung einmal gründlich auszumisten. Gegenüber myHOMEBOOK erklärt sie: „Wir halten Ausmisten und sich von Ballast befreien tatsächlich für eine wichtige Maßnahme. Auf lange Sicht werden Sie zufriedener und ja, auch glücklicher.“

Von ungenutzten und ungeliebten Dingen trennen

Die Expertin sieht in vielen Wohnungen vollgestopfte Schränke und Ablageflächen mit Kram und Krempel. Die geliebten und täglich genutzten Dinge haben da keinen Platz mehr. Aus der Not heraus stehen sie daher an den unmöglichsten Stellen oder können gar nicht mehr aufgestellt werden. Das erschwert nicht nur das Aufräumen der Wohnung. Die gebildeten „Krempel-Hotspots“ machen auf Dauer auch sehr unzufrieden. Lübkes Lösung: Übernehmen Sie die Macht und unterwerfen Sie sich nicht länger den Dingen! Beispielsweise mithilfe des Aufräum-Trends „Decluttering“.

Hierzu passend: So räumen Sie schnell und effizient Ihre Wohnung auf

Was ist Decluttering?

Ein Blick ins Englische verrät: Mit „Clutter“ wird im englischsprachigen Raum „Unordnung“, ebenso wie überflüssiger Krimskrams bezeichnet. „To declutter“ bedeutet daher nichts anderes, als diese unnötigen Dinge in Wohnung und Haushalt auszumachen und dann auszumisten.

Wie funktioniert Decluttering?

Auch für all diejenigen, denen das Entrümpeln der Wohnung nicht so leicht von der Hand geht, ist diese Methode vielversprechend. Denn anders als beispielsweise mit der Methode von Marie Kondo wird beim Decluttering die Wohnung, das Haus, der Schreibtisch oder auch erst einmal nur eine Schublade in kleinen Schritten ausgemistet. Diese kleinschrittige Einteilung erleichtert den Beginn, motiviert dank schneller sichtbarer Erfolge und vermeidet Überforderung und Frustration.

Wer sein Zuhause strukturiert und langfristig ausmisten möchte, kann beim Decluttering spezielle Checklisten nutzen. Diese können auch individuell vor dem Ausmisten selbst erstellt werden.

Beim Decluttering wird in kleinen Schritten ausgemistet
Brauche ich das noch oder kann das weg? Mit der Decluttering-Methode kann diese Entscheidung leichter zu treffen sein.Foto: Getty Images

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9 Tipps zum entspannten Ausmisten der Wohnung

Ausmisten soll Spaß machen, nicht zur Dauerbeschäftigung ausarten und stressfrei vonstattengehen. Daher hier neun erprobte Tipps für das Ausmisten nach der Decluttering-Methode:

1. Erst planen, dann ausmisten

Vor dem Ausmisten empfiehlt es sich, jeden einzelnen Raum oder Bereich durchzugehen. Diese Bestandsaufnahme hilft dabei, einen Überblick über die Bereiche oder Räume zu bekommen, denen das Ausmisten besonders guttun könnte. Dabei gerne schriftlich notieren, welche einzelnen Bereiche in Angriff genommen werden sollen. Nach dem Ausmisten können genau die Punkte dann nicht nur gedanklich abgehakt werden – das motiviert zusätzlich.

2. Krempel-Hotspots erkennen

An welchen Orten stapeln und sammeln sich die Dinge immer wieder? Diese Orte erkennen und einzeln, statt als gesamten Raum notieren. Also lieber „Schreibtischoberfläche“ statt „Arbeitszimmer“.

3. Bereiche priorisieren und Ziele festlegen

Welcher Hotspot hat es am nötigsten? Welcher Bereich benötigt dagegen nur wenig Zeit und ist schnell entrümpelt? Alle notierten Punkte unbedingt priorisieren. Dabei unbedingt aktuelle Möglichkeiten und die verfügbare Zeit kalkulieren. Am besten setzt man sich Ziele und plant großzügige Zeitfenster ein.

4. Klein denken

Große Ausmist-Aktion bewusst in viele kleine Teile zerlegen. Auf keinen Fall Großprojekte vornehmen, wie die gesamte Garage, ein komplettes Zimmer oder den kompletten Keller und den Dachboden! Besser: Lieber Zimmer, Garage und Dachboden in viele einzelne Schubladen, Kisten oder Hotspots zerlegen.

5. Mit schnellem Erfolg starten

Am besten mit einem störenden Hotspot beginnen oder einem Bereich, bei dem die schnellsten Erfolge sichtbar werden. Ideal zum Start sind beispielsweise auch Gegenstände (Töpfe und Pfannen, Blumentöpfe etc.), an denen wenige Emotionen und Erinnerungen hängen, die das Ausmisten sehr schwer machen können.

6. Gegenstände in drei Kategorien sortieren

Alle Gegenstände des jeweiligen Hotspots sollten in drei Kategorien gegliedert werden:

  1. Behalten
  2. Aussortieren
  3. Aufbewahren auf Zeit

Wer noch ungeübt im Aussortieren ist, wird sich mitunter nur schwer von seinen Habseligkeiten trennen können. In diesem Fall können Dinge dem dritten Stapel zugeordnet werden. Dieser Stapel wird dann für ein Jahr beispielsweise in einer Kiste auf dem Dachboden aufbewahrt. Wann immer man eine Sache daraus benötigt, kann diese hervorgeholt werden. Falls man die Gegenstände gar nicht braucht, kann die Kiste nach einem Jahr ausgemistet werden.

Tipp: Die „Behalten“- und „Aufbewahren auf Zeit“-Stapel mutieren zu Wolkenkratzern? Der „Aussortieren“-Stapel will so gar nicht wachsen? In diesem Falle sollten die Dinge noch einmal und vor allem etwas kritischer betrachtet und sortiert werden.

7. Einen festen Platz für Dinge finden

Alle Dinge, die bleiben sollen, brauchen einen geeigneten festen Platz. Gleiche Dinge dafür am gleichen Ort aufbewahren und am besten gleich dort, wo Sie sie auch benutzen werden. Zum Beispiel: Alle Kugelschreiber in einer Kiste auf dem Schreibtisch aufbewahren, statt an mehreren Orten in der Wohnung verteilt.

9. Verschenken und verkaufen statt wegwerfen

Natürlich muss und sollte nicht alles vom Wegwerfstapel nach dem Ausmisten in die Tonne wandern. Bei vielen Dingen lohnt sich beispielsweise durchaus der Weiterverkauf über Internetplattformen. Dinge wie Kleidung oder Haushaltsutensilien lassen sich ebenso gut bei sozialen Einrichtungen abgeben. In Großstädten ist auch die „Zu verschenken“-Kiste vor der Haustür eine einfache und schnelle Lösung, nicht mehr benötigte Dinge weiterzugeben.

Hinweis: Ob verschenken, verkaufen oder wegwerfen: Die aussortierten Dinge nach Möglichkeit zeitnah loswerden! Andernfalls hat man nur wieder einen neuen Hotspot geschaffen.

8. Erfolge feiern und stolz sein

Und zu guter Letzt, der wohl wichtigste und tollste Tipp zum erfolgreichen Ausmisten der Wohnung: Seien Sie stolz auf Ihr Schaffen und feiern Sie Ihr Durchhaltevermögen und all die nun leeren, aufgeräumten Ecken in Ihrem Zuhause!