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5 Tipps vom Aufräum-Profi

So räumen Sie schnell und effizient Ihre Wohnung auf

Paar im Wohnzimmer, Mann hält Staubsauger und Frau in der Hand
Das Thema „Aufräumen“ hat großes Konfliktpotenzial – aber auch Glückspotenzial, weiß Aufräum-Coach Esther LübkeFoto: Getty Images

Sie hassen es einen Tag in der Woche zum Putzen und Aufräumen Ihrer Wohnung verschwenden zu müssen? Sie wollen einfacher und effektiver aufräumen? Aufräum-Coach Esther Lübke verrät, warum Sie dafür den Aufräumtag streichen und immer einen Wäschekorb parat haben sollten. Und vor allem, wie Ihre Wohnung dauerhaft ordentlich bleibt und Sie glücklich werden.

Eine Vorstellung, die uns den kalten Schweiß auf die Stirn treibt: Die Wohnung gleicht einem Schlachtfeld und ausgerechnet jetzt kündigt sich spontaner Besuch an. Unser innerer Schweinehund aber lächelt uns nur schelmisch grinsend vom Sofa an, isst Chips und krümelt munter vor sich hin. Staubsauger und Putzsachen hält er fest umklammert. Damit Sie in dieser Situation nicht verzweifeln, hat myHOMEBOOK einen Profi um SOS-Tipps gebeten. Aufräum-Coach Esther Lübke vom Team „Ärmel-Hoch“ erklärt, wie Sie schnell und effizient Ihre Wohnung aufräumen. Und vor allem, wie diese dauerhaft ordentlich bleibt.

1. Tipp: Spontaner Besuch kündigt sich an: Setzen Sie Prioritäten beim Aufräumen!

Klar, Ihre gesamte Wohnung können Sie selten in wenigen Minuten komplett und vor allem gründlich aufräumen. Der Besuch steht quasi schon vor der Wohnungstür? Werden Sie sich bewusst, welchen Teil Ihrer Wohnung Sie zeigen wollen oder müssen. Beschränken Sie unbedingt das schnelle Aufräumen auf bestimmte Bereiche.

Ihre Nachbarin kommt auf eine Tasse Kaffee vorbei? Dann sollten Flur, Wohnzimmer, Esstisch oder Couch vorzeigbar sein. Stellen Sie den Kaffee möglichst schon auf den Tisch. So vermeiden Sie, dass Ihr Besuch auch noch die Küche betritt.

Aber: Nachdem Sie Ihren Besuch verabschiedet haben, sollten Sie sich unbedingt dem Wäschekorb widmen. Räumen Sie die eingesammelten Dinge an ihren eigentlichen Platz. Andernfalls entsteht auf Dauer ein noch größeres Chaos!

Wäschekorb mit Wäsche
Ein Wäschekorb ist nicht nur für Ihre Wäsche da, sondern auch ein unverzichtbares Hilfsmittel, wenn es mit dem Aufräumen mal ganz schnell gehen mussFoto: Getty Images

2. Tipp: Trennen Sie sich!

Sagen Sie Tschüss zu ungeliebten, ungenutzten oder gar sinnlosen Dingen. „Ich sehe in vielen Wohnungen wirklich vollgestopfte Schränke und Ablageflächen mit Kram und Krempel. Die geliebten und täglich genutzten Dinge haben keinen Platz. Aus der Not heraus stehen sie an den unmöglichsten Stellen (oder können gar nicht mehr aufgestellt werden).“ Das erschwere nicht nur das Aufräumen der Wohnung, sondern mache Sie auch auf Dauer unzufrieden.

Die Lösung: Übernehmen Sie die Macht und unterwerfen Sie sich nicht länger den Dingen! „Wir halten Ausmisten und sich von Ballast befreien tatsächlich für eine wichtige Maßnahme. Auf lange Sicht werden Sie zufriedener und ja, auch glücklicher“, so die Erfahrung des Aufräum-Coaches.

Übrigens: Je mehr positiv gestimmten und zufriedeneren Menschen wir begegnen, desto wertvoller wird unsere gemeinsam verbrachte Zeit mit anderen – sowohl im privaten, als auch beruflichen und alltäglichen sozialen Leben. „Mit anderen Worten: Je glücklicher und zufriedener Sie sind, desto glücklicher und zufriedener ist auch Ihre Ausstrahlung. Und diese positive Einstellung strahlt auf uns alle; auf Partner, Kinder, Nachbarn, Kollegen und alle anderen Menschen, denen Sie tagtäglich begegnen.“

Umzugskartons, Leiter, Geweih, Wäscheständer, Wäschekorb gestapelt, umzugsbereit
„Sich von ungeliebten, ungenutzten oder gar sinnlosen Dingen zu trennen, ist unbedingt eine Lösung des Chaosproblems!“, sagt Aufräum-Expertin Esther LübkeFoto: Getty Images

3. Tipp: Streichen Sie den Putztag!

Bei vielen steht ein Tag in der Woche ganz im Sinne des Aufräumens und Putzens. Streichen Sie den Putztag, um Ihre Wohnung dauerhaft aufgeräumt und sauber zu halten! Klingt paradox? Für Aufräum-Coach Esther Lübke ist es vielmehr DIE Lösung des leidigen Problems:

„Tägliche Routinen sind das A und O einer aufgeräumten Wohnung und helfen auch den Aufräummuffeln, es sich ein bisschen leichter zu machen. Ich empfehle eine kleine (aber tägliche!) Routine, die nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern sollte; und die bei konsequenter Durchführung auch nicht länger dauern wird!“ Die Aufräum-Expertin rät in diesen 15 bis 20 Minuten die am Tage entstandene Unordnung und Unsauberkeit zu beseitigen.

Ein paar Beispiele gefällig?

  • Machen Sie erst abends Ihr Bett, denn dann kann es den Tag über lüften.
  • Räumen Sie Zahnpasta, Deo, Haarbürste, Kosmetik und Co. nach Gebrauch wieder weg.
  • Hängen Sie Handtücher nach dem Duschen wieder auf.
  • Räumen Sie schmutziges Geschirr nach Benutzung direkt in die Spülmaschine.
  • Öffnen Sie gleich beim Hereinkommen den Briefkasten (dann sammelt sich keine Post an).
  • Entsorgen Sie Briefumschläge umgehend im Papiermüll.
  • Hängen Sie Jacke und Tasche direkt an die Garderobe. Räumen Sie Ihre Schuhe an den richtigen Platz.
  • Räumen Sie die Reste des Frühstücks weg und spülen Sie ggf. ein paar Teile, die stehen geblieben sind.
  • Je nach Bedarf starten Sie eine Waschmaschinenladung.
  • Putzen Sie über die wichtigsten Stellen, wie Waschbecken, Spüle, Toilette.
  • Saugen Sie den Flur. Die restlichen Räume können Sie an anderen Tagen erledigen.
  • Vermeiden Sie „leere Gänge“. Nehmen Sie beim Wechseln des Zimmers gleich Dinge mit, die dort nicht hingehören und stellen Sie sie an ihren Platz.

„Was sich hier nach viel und vielleicht auch zeitaufwendig anhört, haben Sie im Rahmen einer erworbenen Routine im Nullkommanix erledigt und es im Zweifelsfalle noch nicht einmal gemerkt“, verspricht Esther Lübke.

Wenn Sie diese Arbeiten jeden Tag durchführen, könne ein großes Unordnungschaos bzw. ein gefühlt unüberwindbarer Putzstau erst gar nicht entstehen. Zudem bleibe Ihnen die ungeliebte drei bis vier Stunden dauernde Putz- und Aufräumzeit am Wochenende erspart.

Aufgeräumte Wohnung
Wer täglich mit Routinen von 15 bis 20 Minuten die Spuren des Alltags entfernt, kommt um den großen Putztag herumFoto: Getty Images

4. Tipp: Setzen Sie Ihre Fantasie ein ...

...Und Ihre Kinder! Möchten Sie Ihre Wohnung nicht alleine aufräumen, spannen Sie auch Ihren Nachwuchs ein. Sie werden schließlich nicht allein den Stapel benutztes Geschirr, das in der kompletten Wohnung verstreute Spielzeug und die scheinbar unendlichen Wäscheberge produziert haben.

„Prinzipiell sollte jedem Kind die Notwendigkeit von Ordnung und Sauberkeit erklärt und nahegebracht werden. ´Verstehen´ führt sehr oft zur sofortigen Akzeptanz. Appellieren Sie an das ´Wir-Gefühl´ und an den Erfolg des ´Zusammenschaffens´.“ Das klingt in der Theorie einleuchtend, doch in der Praxis?

Kinder können Sie sehr gut spielerisch an neue Aufgaben heranführen, beispielsweise mit Zeitspielen:

  • Wer kann schneller den Boden aufräumen?
  • Was kann man in 5 Minuten alles schaffen?
  • Wer kann Wäsche nach Farben sortieren?

Ihrer Fantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt. Achten Sie beim Aufräumen der Wohnung aber darauf, dass die Aufgaben möglichst gerecht und altersgemäß verteilt sind, sollten Sie mehrere Kinder haben.

„Behalten Sie dabei unbedingt die zeitlichen Kapazitäten im Auge, die Ihre Kinder zur Verfügung haben. Es muss neben dem Haushalt auch immer noch ausreichend Zeit für Freizeit sein“, so die Expertin.

Kind saugt Kinderzimmer
Kinder können spielerisch ans Aufräumen herangeführt werden. So klappt es dann auch mit dem leidigen Aufräumen des Kinderzimmers.Foto: Getty Images

5. Tipp: Machen Sie nicht alles!

Mit Kleinkindern können Sie natürlich nicht den kompletten Haushalt auf Augenhöhe besprechen und organisieren. Mit Ihrem Partner dagegen schon. „Beachten Sie Vorlieben und Talente. Nicht jeder muss zwanghaft alles können und alles machen“, rät Esther Lübke.

Ihr Partner hasst es die Spülmaschine ein- und auszuräumen, liebt es aber Staub zu saugen und kaputte Dinge zu reparieren? Perfekt, dann teilen Sie sich die anfallenden Arbeiten und Tätigkeiten doch einfach nach Vorlieben und Talenten auf. Wetten, Sie räumen Ihre Wohnung gleich viel lieber auf?

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