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Das große Kompost-Quiz

Ist Rasenschnitt wirklich gut für den Kompost?

Ein Komposthaufen mag es gern windgeschützt und halbschattig – außerdem sollte er gut zu erreichen sein. Foto: iStock by Getty Images
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Kompost ist das schwarze Gold der Gärtner und die perfekte Möglichkeit, aus Küchen- und Gartenabfällen wertvollen Humus zu produzieren. Doch was viele nicht wissen: Der Kompost ist kein Müllhaufen für organische Abfälle! Wer nicht auf die richtige Mischung achtet, wartet ewig auf das fertige Produkt oder lockt am Ende Ungeziefer an – vom Geruch ganz zu schweigen.

Wer im Garten einen Komposthaufen anlegen möchte, muss noch ein bisschen mehr beachten, als nur die Nachbarn nicht mit dem Anblick oder Gerüchen zu ärgern. Es verwundert also kaum, dass es unzählige Meinungen und gut gemeinte Tipps gibt – längst nicht alle sind wahr. Wie sieht es bei Ihnen aus? Sind Sie ein Profi?

Welche Art zu kompostieren passt zu Ihnen?

Offene Kammersysteme bestehen aus zwei oder mehreren, meist aus Holzlatten oder Metall gebauten Kammern bzw. Behältern. Der angesetzte Kompost wird nach einigen Monaten von der ersten in die zweite Kammer umgeschichtet. Dabei wird das Material durchmischt, kann in der zweiten Kammer weiterreifen und schließlich im Garten verarbeitet werden. Vorteil: Das Material kann ordentlich reifen und wird nicht ständig mit frischen Abfällen vermischt. Wie genau Sie vorgehen, erklärt Markus van Iterson, Gartenbauexperte bei OBI, in diesem Clip:

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Thermokomposter sind mit einer wärmedämmenden Schicht ausgekleidet, die auch im Winter für Temperaturen sorgt, bei denen die für die Zersetzung wichtigen Organismen gut arbeiten können. Leider klappt das nur bei kleinen Mengen. Wichtig: Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Kompost gut entnommen und belüftet werden kann!

Thermokomposter (l.) und Schnellkomposter (r.) sind ideal, wenn schnell kleine Mengen kompostiert werden sollenFoto: Axel Springer Brand Studios

Schnellkomposter sind geschlossene Kleinsilos mit abnehmbarem Deckel und werden aus Kunststoff und seltener aus verzinktem Metall angeboten. Damit die für die Zersetzung so wichtigen Kleinstlebewesen den Kompost besiedeln können, ist der Boden mit Löchern oder Schlitzen versehen. Nachteil: Der Rotteverlauf kann kaum beeinflusst werden. Vorteil: Der Kompost ist besonders schnell fertig.

Für alle ohne Garten: Wurmkisten eignen sich besonders für den Einsatz auf kleinen Stadtbalkonen, haben einen Deckel und zwei Kammern. Basis ist naturbelassene Blumenerde, in der Kompostwürmer leben, die mit ungekochten Küchenabfällen und Kaffeesatz gefüttert werden können. Achtung: Bei starkem Frost muss die Kiste samt Inhalt im Keller oder in der Wohnung aufgestellt werden.

Mit einer Wurmkiste können Sie sogar auf dem Balkon wertvollen Humus herstellen Foto: OBI

Aufgrund des hohen Nährstoffgehalts und der Fähigkeit, Wasser zu speichern, ist Komposterde ideal, um die Bodenqualität zu verbessern und Pflanzen im Garten zu düngen – allerdings nur, wenn die richtigen „Zutaten“ auf dem Kompost landen …

Tipps für den perfekten Kompost

► Der Standort sollte windgeschützt sein und nicht in der prallen Sonne liegen – Halbschatten ist ideal! Achten Sie außerdem darauf, dass der Kompost gut mit einer Schubkarre zu erreichen ist und möglichst nicht direkt an der Terrasse der Nachbarn liegt. Besonders wichtig: der direkte Kontakt zum Boden, damit Nützlinge wie Regenwürmer, Asseln und Mikroorganismen problemlos nach oben gelangen können. Wühlmäuse sperren sie mit Hasendraht aus.

► Im Sommer braucht ein gesunder Kompost hin und wieder ein bisschen Wasser, damit sich die in ihm lebenden Kleinstlebewesen wohlfühlen. Ideal wäre die Feuchte eines ausgedrückten Schwamms. Deshalb sollte der Haufen während langer Schlechtwetterphasen mit Schilf oder Stroh abgedeckt werden, sonst droht Fäulnis. Tipp: Legen Sie eine Drainage an. Dazu wird die Fläche unter dem Kompost ca. 15 Zentimeter tief ausgehoben und bei lehmigen Böden mit Sand aufgefüllt. Sandige Böden können eine Schicht Lehmboden vertragen.

► Legen Sie Ihren Kompost in Schichten an: Die erste Lage ist ca. 30 cm tief und enthält klein geschnittene Gartenabfälle – z.B. Zweige, Rasenschnitt und Ähnliches. Danach kommt eine 5 bis 10 cm hohe Schicht Gartenerde, um den Komposthaufen zu „impfen“ – bzw. ihm die benötigten Mikroorganismen zuzuführen. Damit diese Kleinstlebewesen genügend Sauerstoff abbekommen, sollten Sie immer wieder klein geschnittenes Astwerk dazwischen streuen. Fünf bis zehn Zentimeter sind ideal.

► Wenn der Kompost auf ein Drittel der ursprünglichen Masse geschrumpft ist, wird es höchste Zeit, ihn mit einem Spaten oder einer Schaufel umzusetzen. So gelangt das Material vom Rand ins Innere, wo der Rotteprozess besonders intensiv ist. Außerdem sorgt das Umsetzen für eine Durchlüftung mit Sauerstoff. Achtung: Nicht zu früh im Jahr starten, weil Igel und andere nützliche Tiere gern im Haufen überwintern.

Ein gesunder Komposthaufen ist ein wichtiger Bestandteil eines naturnahen Gartens und eine nie versiegende Humus-Quelle – perfekt, um Blumen und Gemüse gesund und knackig zu halten. Abgesehen davon erspart man sich die Entsorgung wertvoller Rohstoffe in der stinkigen Biotonne.


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