Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

In New York

Couchtisch entpuppte sich als 2000 Jahre alter Sensationsfund

Couchtisch:
Ein 2000 Jahre altes Mosaik diente die letzten 50 Jahre als Couchtisch in einer Wohnung in New YorkFoto: Getty Images

Ein 2000 Jahre altes, römisches Mosaik diente 50 Jahre als Couchtisch in New York. Jetzt ist die Kostbarkeit zurück in Italien.

Diese Geschichte ist irre, sensationell und zugleich schockierend! 50 lange Jahre hat ein antikes Mosaik als Couchtisch in einem Appartement in New York (USA) gedient. Nun stellt sich heraus, dass das Artefakt rund 2000 Jahre alt ist. Es wird noch besser: Das viereinhalb Quadratmeter große Mosaik ist mit satt grünem und weißem Marmor bestückt. Sowie mit Porphyr. Das rot-violette Gestein, das mit Kristallen durchdrungen ist, war zu römischen Zeiten äußerst begehrt und kostbar. Porphyr war in erster Linie den Herrschenden vorbehalten.

Das kostbare Mosaik, das nun in New York (USA) auftauchte, soll in einen Fußboden eingelassen worden sein. Und zwar in einem Schiff des römischen Kaisers Caligula (37 bis 41 n. Chr.). Der schon zu Lebzeiten berüchtigte römische Herrscher hatte mindestens zwei Schiffe bauen lassen, die jegliche Dimensionen in Größe und Ausstattung sprengten. 74 Meter lang und 24 Metern breit mussten die Schiffe allen Ausschweifungen, Orgien und religiösen Kulten genügen.

Experte spürte das römische Mosaik auf

Wie das seltene Mosaik in einem Appartement in der Park Avenue in Manhattan gefunden wurde, erklärt Dario Del Bufalo in der US-Nachrichtensendung von CBS. Der Experte für italienischen Marmor hatte schon 2013 ein Buch über Porphyr und das römisch-antike Mosaik verfasst. Als Del Bufalo die ersten Exemplare bei einer Buchveröffentlichung signierte, wurde er von einem Leserpaar angesprochen. Diese sagten ihm, sie hätten das von ihm in seinem Buch beschriebene Mosaik zu Hause. „Da kam eine Dame mit einem jungen Mann mit einem seltsamen Hut an den Tisch“, beschreibt Del Bufalo die skurrile Situation gegenüber CBS. Sie sei die New Yorker Galeristin für antike europäische Kunst Helen Fioratti gewesen. Ihr Begleiter habe ihr gesagt: „Was für ein schönes Buch. Oh, Helen, schau, das ist dein Mosaik.“ Und sie habe geantwortet: „Ja, das ist mein Mosaik.“

In den 1960er-Jahren hätte die Galeristin und ihr Mann die kostbare Antiquität einer italienischen Adelsfamilie abgekauft. So kam das Mosaik in die USA und diente fortan als Couchtisch. „Es war ein unschuldiger Kauf“, sagte Fioratti gegenüber der „New York Times“, nachdem bekannt wurde, dass das Mosaik aus dem italienischen Museum in Nemi gestohlen wurde. Das Artefakt wurde 2017 beschlagnahmt und zurück nach Italien gebracht. Jetzt kann man das Mosaik im Museum von Nemi zu römischen Schiffen bewundern.

Auch interessant: Die besten Reinigungsmethoden für Marmor und Naturstein

Das Mosaik von Caligula ist wieder im Museum

Del Bufalo sagt, dass Fioratti ihr sehr leidtäte. „Aber ich konnte nichts anderes machen, ich wusste, dass dem Museum in Nemi das beste Ausstellungsstück fehlt.“ Das Mosaik von Caligula sei durch die Jahrhunderte gegangen, durch den Krieg, durch einen Brand – und dann durch einen Kunsthändler aus Italien. Nun sei es zurückgekehrt ins Museum.

Auch interessant: Die 5 wichtigsten Wohntrends für den Winter

Die Geschichte um das römisches Mosaik als Couchtisch

Caligula gilt als verkommener Herrscher, grausam und äußert pervers. Nach vier Jahren römischer Regentschaft voller Ausschweifungen und Obszönitäten war der Spuk vorbei, der Kaiser wurde ermordet. Wie es sich damals gehörte, vernichtete man auch seine Habschaften, der gestürzte Regent sollte für immer in Vergessenheit geraten. In Vergessenheit sollten auch die beiden Prunk- und Lustschiffe des Kaisers versinken, mitsamt ihrer Rümpfe aus bleibedecktem Kiefernholz, ihren kostbaren Marmorböden, Tempeln, Pavilions und Saunen. Sie wurden nach dem Tod des Kaisers im Nemi-See versenkt. In diesem kleinen Vulkan-See in den Albaner Bergen nahe Roms ruhten die Boote über Jahrhunderte. Und nach dem Namen des Sees haben die beiden römischen Partyboote ihren Namen erhalten: Nemi-Schiffe.

Themen