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von myHOMEBOOK

Die Heizung in 5 Schritten selbst entlüften

Um Heizkosten zu sparen, sollte der Heizkörper auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden
Um Heizkosten zu sparen, sollte der Heizkörper auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werdenFoto: Getty Images

Wenn im Herbst allmählich die Heizperiode beginnt, sollte die Heizung bereits auf die kalte Jahreszeit vorbereitet sein. Denn wenn die Tage spürbar kürzer werden, sinken auch die Temperaturen. myHOMEBOOK erklärt, wie Sie Ihre Heizung richtig entlüften und was sonst noch wichtig ist.

Wenn die Heizung nicht richtig warm werden will, müssen Sie diese in der Regel entlüften. Ein weiteres Zeichen dafür ist das typische Gluckern in den Rohren. Erst wenn Sie die Luft entweichen lassen, sind die Heizkörper wieder voll funktionsfähig. Einen Handwerker müssen Sie dazu nicht rufen, denn mit dem richtigen Werkzeug ist das Entlüften in wenigen Minuten selbst erledigt.

Wieso muss man die Heizung entlüften?

Vor allem bei älteren Heizanlagen sammelt sich während der Heizpause im Sommer Luft in den Rohren, die das Wasser verdrängt. Meistens dringt die Luft über undichte Verbindungsstücke ein, da eine Heizanlage eigentlich nie zu 100 Prozent luftdicht ist. Bei großen Lufteinschlüssen leidet die Heizwirkung und das typische Gluckern ertönt. Die Heizung wird dann maximal lauwarm. Aber keine Sorge – das ist nicht weiter schlimm und kann mit wenigen Handgriffen behoben werden.

Tipp: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Entlüften wirklich nötig ist, sollten Sie es zur Sicherheit dennoch einmal pro Jahr vor der Heizsaison tun. Es dauert nicht lange, ist nicht kompliziert und spart Heizkosten.

Was Sie zum Entlüften der Heizung brauchen

Mit dem passenden Werkzeug und richtigen Know-How kann jeder in wenigen Minuten die Heizung selbst entlüften. „Bei Standard-Heizkörpern ist es wahrlich kein Hexenwerk, sollte aber zu einem passenden Zeitpunkt erfolgen“, meint Katja Fischborn von der DIY-Academy e.V. im Gespräch mit myHOMEBOOK. Ihre Heizung sollten Sie also unbedingt vor der Heizperiode entlüften. Dazu benötigen Sie:

  • Entlüftungsschlüssel: Dieser kleine Vierkantschlüssel ist dabei das wichtigste Werkzeug, ohne ihn geht es nicht. Falls Sie keinen zur Hand haben, bekommen Sie ihn im Baumarkt, im Sanitärfachgeschäft oder beim Schlüsseldienst für wenige Euro.
  • Schüssel oder Becher: Mit einem geeigneten Behälter fangen Sie austretendes Wasser auf. Dazu eignet sich beispielsweise auch ein ausgewaschener Joghurt-Becher.
  • Lappen: Beim Arbeiten mit Wasser ist es immer hilfreich, einen Lappen griffbereit zu haben.
Heizung entlüften
Der Entlüftungsschlüssel ist unerlässlich für das Entlüften des HeizkörpersFoto: dpa picture alliance

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Heizung entlüften – Schritt für Schritt erklärt

Wenn Sie die nötigen Utensilien griffbereit haben, kann es losgehen. In der Regel befindet sich das Entlüftungsventil auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. Wenn Sie ein Haus mit mehreren Stockwerken bewohnen, beginnen Sie am besten im untersten Geschoss und arbeiten sich dann nach oben. Hier erfahren Sie in fünf Schritten, wie Sie beim Entlüften der Heizung vorgehen:

  1. Umwälzpumpe abstellen: Deaktivieren Sie die Umwälzpumpe, damit die Luft im System nicht mehr herumgewirbelt wird. Üblicherweise befindet sich diese bei der Heizanlage im Keller. Wenn Sie Mieter sind und keinen Zugang dazu haben, stellen Sie den Heizkreislauf in Ihrer Wohnung ab. Danach warten Sie eine Stunde, damit sich die Luft im System sammeln kann.
  2. Thermostat aufdrehen: Vor dem Entlüften drehen Sie das Thermostat maximal auf.
  3. Behälter und Lappen vorbereiten: Stellen Sie das Gefäß unter das Ventil auf den Boden und legen Sie das Wischtuch bereit.
  4. Ventil mit Entlüftungsschlüssel öffnen: Setzen Sie den Schlüssel an und drehen Sie vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn, ungefähr eine halbe Drehung. Dabei achten Sie darauf, wie die Luft zischend herausströmt. Halten Sie den Auffangbehälter darunter.
  5. Ventil zudrehen, wenn Wasser entweicht: Wenn das Wasser aus dem Heizkörper in einem konstanten Strahl herausspritzt, drehen Sie das Ventil schnell wieder zu – also im Uhrzeigersinn. Die austretende Flüssigkeit fangen Sie mit dem Behälter auf.

Nachdem Sie den ersten Heizkörper entlüftet haben, wiederholen Sie den Vorgang beim Nächsten und arbeiten sich so von unten nach oben im Haus.

Hinweis: Drehen Sie das Ventil behutsam auf, da das austretende Wasser heiß sein kann. Falls das Prozedere nicht erfolgreich war und die Wohnung auch weiterhin kalt bleibt, sollten Sie einen Heizungstechniker oder als Mieter die Hausverwaltung kontaktieren.

Nach dem Entlüften: Druck kontrollieren

Da beim Entlüften der Heizung immer etwas Wasser entweicht, kann es sein, dass mit der Zeit zu wenig Druck im System herrscht. Das Manometer zeigt das aktuelle Druckverhältnis an. Werfen Sie also nach dem Entlüften einen Blick auf die Anzeige und kontrollieren Sie, ob sie sich im Normbereich befindet. Das bedeutet: Der Zeiger sollte sich im „grünen Bereich“ befinden. Wenn der Druck zu niedrig ist, sollten Sie entweder selbst Wasser in die Heizanlage füllen oder einen Fachmann beziehungsweise die Hausverwaltung kontaktieren.

Heizkörper von Staub befreien

Beim Entlüften können Sie auch gleich den Heizkörper reinigen, da sich über das Jahr hinweg Staub zwischen den Lamellen sammelt. Ziehen Sie einen feuchten Lappen durch die Zwischenräume, um die Staubschicht zu entfernen. Dadurch vermeiden Sie nicht nur Schmutz in der Wohnung, sondern die Heizung arbeitet auch effizienter und Sie sparen dadurch Heizkosten.

Mieter oder Vermieter – wer muss die Heizung entlüften?

„Wie dieses Thema gehandhabt wird, hängt sicher auch von der vermieteten Sache und den Gegebenheiten ab“, meint Fischborn. Es gibt beispielsweise Unterschiede, ob es sich um ein ganzes Haus oder eine Wohnung im Mehrparteienhaus mit Hausverwaltung handelt. Bei Letzterem kümmert sich oft die Haustechnik um das Entlüften.

Bei vielen Neubauwohnungen kommt ein weiterer Aspekt hinzu: „Viele neue Wohnungen haben mittlerweile zunehmend Fußbodenheizungen und somit gar keinen Zugriff mehr auf die Heizung und deren Einstellungen,“ erklärt Fischborn. Da das Entlüften einer Fußbodenheizung wesentlich komplizierter ist, sollte dies von geschultem Fachpersonal übernommen werden.