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Kann üble Folgen haben

Verstopfter Abfluss? Profi rät von Pulver-Rohrreiniger ab

Rohre niemals mit Granulat-Rohrreinger reinigen
Der falsche Rohrreiniger kann den Rohren schwere Schäden zufügenFoto: Getty Images

Hautschuppen, Seifenreste und Haare landen nach jedem Duschgang im Abfluss. Wer das Abflussrohr nicht regelmäßig reinigt, riskiert eine Verstopfung. Noch schlimmer ist es allerdings, wenn man den falschen Reiniger verwendet – denn der kann zu üblen Schäden am Rohr führen.

Läuft das Wasser aus Dusche und Badewanne nicht mehr richtig ab, ist der Abfluss verstopft. Viele greifen dann schnell zu Rohrreiniger. Doch welcher ist der Richtige? Granulat, flüssig oder doch auf Hausmittelbasis – die Auswahl an Rohrreinigern ist groß.

Warum man nicht zu Granulat-Rohrreinigern greifen sollte

Wichtig: Chemischer Rohrreiniger sollte nur in Notfällen zum Einsatz kommen, da er die Umwelt stark belastet und bei falscher Handhabung Schäden verursachen kann. Bevor man die Chemiekeule in das Abflussrohr und damit in die Kanalisation gibt, sollte man versuchen, die Verstopfung mit einer Saugglocke oder einer Druckluftpistole zu lösen. Oder man beauftragt einen Profi, der das Rohr wieder von der Verstopfung befreit. Hier finden Sie Tipps, wie Sie Rohre ohne Chemie reinigen können.

Wer dennoch zu chemischen Mitteln greifen möchte, findet im Handel eine Vielzahl an Lösungen. Es gibt sowohl flüssige als auch Varianten in Pulverform. Von letzteren, sogenannten Granulatreinigern, ist allerdings abzuraten, wie ein Profi-Rohrreiniger auf Nachfrage von myHOMEBOOK erklärte.

Der Grund: Das Pulver enthält neben alkalischen Bestandteilen auch Aluminiumkristalle, Nitrat und Natriumcarbonat. In Verbindung mit Wasser entsteht eine Lauge, die in Kombination mit dem enthaltenen Aluminium wiederum Hitze entwickelt. Gibt man zu viel von dem Pulver-Rohrreiniger in den Abfluss, kann es zu heiß werden, der Reiniger dadurch kristallisieren und das Rohr verschließen. Wenn das passiert, kann man nur immer wieder heißes Wasser laufen lassen, bis die Verstopfung aufbricht.

„Legen Sie ein Büschel Haare auf eine geeignete Oberfläche und geben Sie Rohrreiniger darüber. Er wird die Haare nicht auflösen können. Daher bringt Rohrreiniger bei vielen Verstopfungen gar nichts – und gar keinen zu verwenden, ist damit besser“, so der Experte. Wenn Pömpel und Druckluftpistole nichts ausrichten konnten, rät er dazu, den Profi zu rufen, anstatt die Rohre und die Umwelt mit chemischen Mitteln zu belasten.

Auch interessant: Abfluss stinkt? Gerüche mit Hausmitteln neutralisieren

Hinweis: Wer chemische Reiniger verwendet, sollte aus Sicherheitsgründen entsprechende Handschuhe und eine Schutzbrille tragen. Außerdem ist es sehr wichtig, auf die Packungsangaben zu achten, was Menge und Anwendung betrifft.

Was taugen Hausmittel-Rohrreiniger?

Am umweltfreundlichsten sind Rohrreiniger, die man selbst auf Basis von Hausmitteln herstellt. „Essig ist immer gut, löst Verstopfungen durch Haare aber nicht auf. Aber es hilft gegen Fettablagerungen und Seifenreste“, sagt der Profi. Bei wirklich hartnäckigen Verstopfungen können die harmlosen Mittel allerdings oft nichts ausrichten, wie er in seinen 30 Jahren Berufserfahrung als Rohrreiniger feststellen musste.