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Bald beginnt die Grillsaison

Darf man auf dem Balkon grillen?

Beim Grillen auf dem Balkon sollte man einiges beachten
Beim Grillen auf dem Balkon sollte man einiges beachtenFoto: Getty Images

Die Grill-Saison geht wieder los. Doch gerade in Großstädten sorgt dies immer wieder für Streit – vor allem, wenn man die Nachbarn oder man selbst auf dem Balkon grillt. myHOMEBOOK erklärt, welche Rechte Sie haben und was Sie beachten müssen.

Fast 96 Prozent aller Deutschen grillen laut Statista-Umfrage gerne im Sommer. Dass neben Würsten, Gemüse und Grillkäse auch häufiger mal die Gemüter erhitzen, ist dabei leider kaum zu vermeiden. Gerade in Ballungsgebieten kann man kaum so grillen, dass keine Unbeteiligten etwas davon abbekommen. Wiebke Werner, stellvertretende Geschäftsführerin des Mieterbunds Berlin klärt gegenüber myHOMEBOOK über die aktuelle Rechtsgrundlage auf.

Grillen auf dem Balkon? Vorher Mietvertrag prüfen

Wenn Sie auf Ihrem Balkon grillen möchten, sind folgende Dinge zu beachten: „In dem Mietvertrag, oder der Hausordnung kann ein Grillverbot festgehalten werden“, so Wiebke Werner. Bei Missachtung droht dem Mieter sogar eine Kündigung. Denken Sie außerdem daran, dass es, im Falle einer zu großen Rauch-, Ruß- und Qualm-Produktion, Ärger mit den Nachbarn geben könnte. Ein Gesetz, dass man auf dem Balkon nicht grillen darf, gibt es jedoch nicht.

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Wann darf ich die Polizei rufen?

. Die Gewerkschaft der Polizei empfiehlt jedenfalls, den Notruf „erst dann zu wählen, wenn man das Problem nicht durch eigene Ansprache lösen kann“.

Das Immissionsschutzgesetz besagt, dass das Grillen verboten ist, sobald Qualm konzentriert in die Wohn- und Schlafräume der Nachbarn zieht. Der Griller begeht sonst eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldstrafe rechnen. So ein Beschluss vom Oberlandesgericht Düsseldorf.

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Beim Grillen auf dem Balkon gilt die Nachtruhe

Auch für den zeitlichen Rahmen und die Häufigkeit, den Grill zu entzünden, gibt es keine Rechtsgrundlage. In den warmen Monaten von April bis September wird aber empfohlen, nicht mehr als ein- bis zweimal im Monat den Grill anzuwerfen. Wiebke Werner verweist auf das Rücksichtnahme-Gebot: „Jeder soll nur in den Maßen grillen, die man selber als nicht störend empfindet. Die gesetzlichen Nachtruhezeiten von 22:00 – 06:00 Uhr sollten eingehalten werden.“ Verletzt man die Nachtruhe, sind Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro möglich.

Was tun bei Lärmbelästigung
Was soll man machen, wenn die Nachbarn einfach nicht ruhig sind?Foto: Getty Images

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Und was soll man tun, wenn einen selber der Gestank, oder der Lärm des Nachbarn stört? Sollte sich der Nachbar nach dem direkten Gespräch nicht bessern, darf bei einer Lärmbelästigung die Polizei gerufen und der Vermieter informiert werden. Reden Sie am besten schon vor dem Grillen mit Ihren Nachbarn.

Wie oft darf man grillen?

Gerichte haben hier nicht einheitlich entschieden. So befand das Amtsgericht Bonn, dass der Vermieter verpflichtet sei, darauf hinzuwirken, dass nur einmal pro Monat gegrillt werden darf und das Grillen 48 Stunden vorher angekündigt werden muss. Das Amtsgericht Westerstede erlaubte das Grillen bis zu zehnmal im Jahr. Auch die Uhrzeit und Dauer des Grillens können relevant sein. So entschied das Amtsgericht Berlin-Schöneberg, dass nicht länger als zwei Stunden und nicht später als 21 Uhr am Abend gegrillt werden darf.

Alternativen zur Holzkohle

Das Gefährlichste beim Grillen ist gleichzeitig auch das, was uns stört – der Rauch. 67,3 Prozent der Deutschen brutzeln ihre Wurst auf dem Holzkohle-Grill. Durch Fett und Fleischsaft, welche auf die Kohle tropfen, entsteht noch mehr Rauch. Dieser besteht aus polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), die krebserregende Stoffe enthalten.

Als eine geeignete und rauchfreie Alternative für stinkende Holzkohle-Grills rät Wiebke Werner: „Man sollte zum Beispiel einen Elektro- oder Gasgrill nehmen. Diese ersparen sehr viel Ärger und Arbeit.“ 29,7 % der deutschen Bevölkerung greift schon jetzt zu den gesunden Alternativen, wobei 18,8 % zum Elektrogrill und 10,9 % zum Gasgrill greifen. Dann gibt es auch keinen Streit mit dem Nachbarn mehr.