29. März 2026, 19:33 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Seit Jahrhunderten nutzen Menschen Bauernregeln, um einen Blick auf das kommende Wetter zu werfen. Eine bekannte Regel für den März lautet: „Einem freundlichen März folgt ein freundlicher April.“ Doch wie viel Wahrheit steckt in diesem Spruch? Dürfen wir uns angesichts des derzeit frühlingshaften Wetters auf einen ebenso milden April freuen? Wetterexperte Jörg Riemann erklärt, wie verlässlich diese Bauernregel wirklich ist.
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Was ist an der Bauernregel für den März dran?
„Diese Bauernregel stimmt so nicht“, antwortet der Experte von der Wettermanufaktur. „Ich habe in den Archiven nachgesehen, es gibt keinen Zusammenhang.“ Riemann ergänzt aber einen anderen Zusammenhang, der belegbar ist: „Wenn der März schlecht ist, also sonnenscheinarm und mit viel Regen, dann ist in vielen Fällen auch der April so.“
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Aber: Wenn März und April von schlechtem Wetter gezeichnet sind, dann können wir uns auf den Sommer freuen, erläutert der Experte. „Dann wird es im Mai einen Wetterumschwung geben und das schöne Wetter bleibt uns dann über den Sommer erhalten.“
Gibt’s im März zu vielen Regen, bringt …
Wenn der März viel Regen bringt, der Sommer selten …
Weitere Bauernregeln für den März
„Gibt’s im März zu vielen Regen, bringt die Ernte wenig Segen.“
Diese Bauernregel bedeutet im Klartext eigentlich, dass es im März trocken sein muss, damit die Ernte nicht unterdurchschnittlich ausfällt. Auf Nachfrage von myHOMEBOOK erklärt der Wetterexperte: „Diese Regel stimmt, wenn man nur den März allein betrachtet. Wenn man ihn aber in Zusammenhang mit dem Februar berücksichtigt, stimmt sie nicht. Denn dieser Regel stehen die Regeln aus dem Februar scheinbar entgegen“, erklärt Riemann.
„Es heißt, wenn der Februar zu nass ist, folgt ein nasses Sommerhalbjahr bis September. Wenn man beide zusammen betrachtet und der März ähnlich wie der Februar abläuft, dann ist das Risiko hoch, dass das Sommerhalbjahr eher feucht als trocken ausfällt.“ Dazu passend gibt es noch eine weitere Bauernregel für den März:
„Auf Märzen Regen dürre Sommer zu kommen pflegen.“
Wenn der Sommer hingegen sehr nass ausfällt, ist ebenfalls mit einer unterdurchschnittlichen Ernte zu rechnen. Getreide würde etwa einfach verfaulen, wie der Leiter der Berliner Wettermanufaktur hinzufügte.
„Wenn im März viel Winde wehen, wird‘s im Mai warm und schön.“
„Die Aussage mit dem Wind spielt zum einen auf unbeständiges und windiges Tiefdruckwetter im März mit der Folge an, dass es dann im Mai schön sein soll. Da ist mehr Hoffnung dabei“, erklärt der Meteorologe. Anders verhält es sich, wenn es windig, aber trocken ist. „Da kann man schon im Garten und auf den Feldern arbeiten, denn viel Wind mit Trockenheit fördert die ersten Arbeiten auf den Feldern und Beeten, da sie dann gut abtrocknen, wie man derzeit auch sieht“, erklärt Riemann. Eine Aussage auf einen schönen, also hochdrucklastigen Mai, könne man nicht treffen. „Dem steht auch die Regel entgegen: Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass. Ein sehr trockener und warmer Mai ist nämlich der Ernte nicht förderlich.“
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„Ist Kunigunde tränenschwer, bleibt oft die Scheune leer.“
Diese Bauernregel bezieht sich auf den Tag der heiligen Kunigunde von Luxemburg am 3. März. Auch dieser Spruch spielt darauf an, dass ein regnerischer März eine schlechte Ernte prophezeit. Die Regel stimmt nur, wenn man den Monat gesondert betrachtet. Im Kontext des gesamten Jahres – insbesondere des Februars – sollte man die Weisheit mit Vorsicht genießen.
Übrigens gibt es noch viele weitere Bauernregeln für den Monat März, die auf Ähnliches hinweisen. So etwa folgende:
„Soviel der März an Nebeln macht, sooft im Juni Donner kracht.“
Diese Bauernregel spielt darauf an, dass die Anzahl an nebeligen Tagen im März kohärent mit den Gewittertagen im Juni ist. Meteorologisch kann diese Bauernregel jedoch nicht bestätigt werden.
So könnte der März 2026 weitergehen
Sonnige und trockene Abschnitte wechseln sich bis Anfang April mit zeitweiligen Regenfällen ab, erklärt der Experte. Meist fällt der Niederschlag als Regen, das Defizit durch das zu trockene Wetter zu Monatsbeginn wird dadurch aber voraussichtlich nicht ausgeglichen. Ein Wintereinbruch zeichnet sich nicht ab.
Vorübergehend kann es etwas kälter werden, vereinzelt sind Schneeregen oder Graupelschauer möglich – insbesondere in höheren Lagen. Dort besteht am Morgen stellenweise Glättegefahr. Im Flachland hingegen bleibt winterliche Glätte die Ausnahme. Insgesamt bewegen sich die Temperaturen leicht über dem langjährigen Mittel. „Eine nachhaltige Rückkehr zu markant (spät-)winterlichen Verhältnissen ist nach derzeitigem Stand nicht erkennbar“, ergänzt Riemann.