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Gefährlich für Millionen Deutsche

Darum sollten Sie Ambrosia sofort aus Ihrem Garten entfernen

Wer Ambrosia entfernt, sollte sich gut schützen
Mit Schutzanzug, Handschuhen und Feinstaubmaske ausgerüstet beseitigt ein Forstwirt die aggressive Ambrosia-PflanzeFoto: dpa picture alliance

Beifuß-Ambrosia verursacht schwere allergische Reaktionen beim Menschen – bis hin zu lebensgefährlichen Asthma-Anfällen. Diese Albtraum-Pflanze breitet sich jetzt auch in Deutschland aus – rasant! myHOMEBOOK erklärt, warum und wie Sie handeln müssen, wenn Sie Ambrosia entdecken!

Ambrosia stammt ursprünglich aus Nordamerika. Durch verunreinigte Agrarprodukte wurde die hochallergene Pflanze Mitte des 19. Jahrhunderts nach Frankreich und Deutschland eingeschleppt und hat sich so nach und nach in Europa ausgebreitet. Wie bei vielen anderen invasiven Arten tragen Klimawandel und globalisierter Warenverkehr zu rasanten wachsenden Beständen der Ambrosia bei. Man begegnet ihr mittlerweile überall: auf dem Acker, am Wegesrand, in Gärten, in Wäldern.

Ambrosia erkennt man an der charakteristischen Blütenform
An der charakteristischen Blütenform ist Ambrosia leicht zu erkennenFoto: dpa picture alliance

Vorsicht ist vor Ambrosia-Pflanzen geboten, die am Straßenrand wachsen. Forscher des Helmholtz-Zentrums München fanden in einer Studie heraus, dass Feinstaub und Autoabgase die Pflanze stressen, wodurch sich die biochemische Zusammensetzung der Pollen verändert. Und zwar zu Ungunsten des Menschen:

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Horrorzahlen zur Horrorpflanze

In einer weiteren Studie des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung werden erschrecke Zahlen genannt: Acht Millionen Menschen in Deutschland könnten an den Belastungen durch Ambrosia-Pollen erkranken – das wären etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung. Und es kommt noch schlimmer: Die Forscher beziffern die Kosten, die durch die Ausbreitung des neuen Allergens entstehen auf bis zu eine Milliarde Euro – pro Jahr.

Was macht Ambrosia so gefährlich?

Pollenallergiker sind ohnehin von Frühjahr bis zum Sommer gebeutelt. Durch die spät blühende Ambrosia verlängert sich die Leidenszeit noch zusätzlich. Beifuß-Ambrosia blüht zwischen August und Oktober – wenn es ganz schlimm kommt, sogar bis in den November. Und sie blüht heftig: Eine Staude kann bis zu einer Milliarde Pollen freisetzen!

Eine weitere Gefahr ist die Ausdauer der Samen: Diese können auch nach 40 Jahren noch auskeimen und dabei sogar strenge Fröste aushalten. Die Keimtätigkeit soll durch die Kälte sogar angeregt werden.

Die Pflanze löst bei vielen Menschen schwere allergische Reaktionen aus. Ein brennender und juckender Hautausschlag, verursacht schon bei kurzem Haut-Kontakt mit der Pflanze, gehört noch zu den kleineren Übeln. Dennoch perfide: Die Hautreizung tritt meist erst nach 20 Minuten auf! Da haben Unwissende schon einige Zeit mit der aggressiven Pflanze hantiert.

An weiteren Reaktionen sind Bindehautentzündungen, Reizhusten, Kopfschmerzen und Heuschnupfen möglich. Und die Folgen können lange bleiben: Ist durch Ambrosia erstmal eine Allergie ausgelöst, bleibt sie bei vielen Menschen ein Leben lang bestehen.

Wie erkenne ich Beifuß-Ambrosia?

Im Juni wächst Ambrosia besonders stark. Die einjährige Pflanze kann dann bis zu zwei Meter hoch werden. Der erst grüne, später braune Stängel wie auch die üppig verzweigten Blätter sind behaart. Die Blütezeit beginnt im Juli. Dabei ähneln die Blüten der Ambrosia, die auch „Breitblättriges Traubenkraut“ oder „Wilder Hanf“ genannt wird, denen der Cannabis-Pflanze. An der Ambrosia sind zudem beide Blütengeschlechter vertreten. Besonders charakteristisch sind dabei die männlichen Blüten: Sie haben schirmförmige Blütenköpfe, die Pollen sind gelb. Darunter befinden sich die weiblichen Blüten.

Wenn Sie Ambrosia im Garten finden, sollten Sie die Pflanze schnellstens entfernen
Wenn Sie Ambrosia im Garten finden, sollten Sie die Pflanze schnellstens entfernenFoto: dpa picture alliance

Was kann ich gegen Ambrosia tun?

Kontrollieren Sie Ihren Garten regelmäßig auf Ambrosia-Befall! Ist das Gewächs erstmal da, heißt es: Rigoros mitsamt der Wurzel rausziehen! Aber Vorsicht: Vermeiden Sie jeglichen Hautkontakt! Tragen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit Garten-Handschuhe und bestenfalls Schutzkleidung. Im August entwickelt Ambrosia ihre Blüten und bildet die Samen aus. Blühen die Pflanzen, müssen Sie wegen der Asthma-Gefahr unbedingt Augen- und Atemschutzmasken aufsetzen!

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Ein oft übersehenes Einfallstor für Ambrosia ist übrigens Vogelfutter. Achten Sie bei dessen Kauf auf Ambrosia-freie Produkte! Am besten kaufen Sie nur hochwertiges Futter im Fachhandel. Zusätzlich sollten Sie die Futterstellen im Auge behalten.

Wie entsorge ich rausgerupfte Ambrosia-Pflanzen?

Achtung: Die Pflanze darf auf keinen Fall auf dem Kompost landen. Und auch nicht in der Bio-Tonne, wo Gartenabfälle ansonsten hingehören. Entsorgen Sie Ambrosia mitsamt der Wurzel in einem geschlossenen Müllsack im Hausmüll. Damit die Pflanze effektiv bekämpft werden kann, sollten Sie größere Bestände unbedingt melden. Wenden Sie sich entweder an Ihre örtliche Behörde oder an eine Ambrosia-Meldestelle.