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Unbedingt entfernen

Invasive Ambrosia-Pflanzen breiten sich aus! Experten sprechen von „besonderer Gesundheitsgefahr“

Wer Ambrosia entfernt, sollte sich gut schützen
Mit Schutzanzug, Handschuhen und Feinstaubmaske ausgerüstet beseitigt ein Forstwirt die aggressive Ambrosia-PflanzeFoto: picture alliance / ZB | Patrick Pleul

Die wärmeliebende Ambrosia-Pflanze profitiert vom Klimawandel und breitet sich hierzulande zunehmend aus. Experten warnen vor den Auswirkungen der invasiven Art. Sie kann lebensgefährliche Asthma-Anfälle auslösen und ist nicht nur für Allergiker eine Gefahr. Wie sollten Hobbygärtner reagieren, wenn Sie die Pflanze im eigenen Garten entdecken?

Bei Ambrosia artemisiifolia (Beifußblättriges Traubenkraut) handelt es sich um eine invasive Art, die sich zunehmend in Deutschland ausbreitet. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde durch verunreinigte Agrarprodukte Mitte des 19. Jahrhunderts nach Frankreich und Deutschland eingeschleppt. Seitdem hat sie sich in ganz Europa ausgebreitet. Hessische Experten warnen nun wegen möglicher Allergien vor einer weiteren Ausbreitung der wärmeliebenden Ambrosia-Pflanze. „Sie wird zunehmend zu einem Gesundheitsproblem“, sagt Aljoscha Kreß vom Fachzentrum Klimawandel und Anpassung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden. Was steckt dahinter?

Ambrosia ist nicht nur für Allergiker gefährlich

Die Ambrosia-Pflanze sei „ein Neubürger mit besonderer Gesundheitsgefahr“, urteilt das Julius-Kühn-Institut, eine Forschungseinrichtung des Bundes. „Auch Menschen, die sonst nicht allergisch auf Pollen reagieren, können eine Allergie entwickeln.“ Dabei reichten schon geringe Konzentrationen von fünf bis zehn Pollen pro Kubikmeter Luft aus, um einen allergischen Anfall auszulösen.

Weitere Erkenntnisse über Ambrosia

Vorsicht ist auch vor Ambrosia-Pflanzen geboten, die am Straßenrand wachsen. Forscher des Helmholtz-Zentrums München fanden in einer Studie heraus, dass Feinstaub und Autoabgase die Pflanze stressen, wodurch sich die biochemische Zusammensetzung der Pollen verändert. Und zwar zum Nachteil des Menschen: Die an sich schon hochallergene Wirkung der Ambrosia-Pollen wird durch Abgase noch aggressiver.

In einer weiteren Studie des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung werden weitere Zahlen genannt: Acht Millionen Menschen in Deutschland könnten an den Belastungen durch Ambrosia-Pollen erkranken – das wären etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung. Und es kommt noch schlimmer: Die Forscher beziffern die Kosten, die durch die Ausbreitung des neuen Allergens entstehen auf bis zu eine Milliarde Euro – pro Jahr.

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Was macht Ambrosia so gefährlich?

Pollenallergiker sind ohnehin von Frühjahr bis zum Sommer geplagt. Durch die spät blühende Ambrosia verlängert sich die Leidenszeit noch zusätzlich. Sie blüht zwischen August und Oktober – wenn es ganz schlimm kommt, sogar bis in den November. Und sie blüht heftig: Eine Staude kann bis zu einer Milliarde Pollen freisetzen!

Eine weitere Gefahr ist die Ausdauer der Samen: Diese können auch nach 40 Jahren noch auskeimen und dabei sogar strenge Fröste aushalten. Die Keimtätigkeit soll durch die Kälte sogar angeregt werden.

Welche Beschwerden können auftreten?

Die Pflanze löst bei vielen Menschen schwere allergische Reaktionen aus. Ein brennender und juckender Hautausschlag, verursacht schon bei kurzem Haut-Kontakt mit der Pflanze, gehört noch zu den kleineren Übeln. Achtung: Die Hautreizung tritt meist erst nach 20 Minuten auf. Da haben Unwissende schon einige Zeit mit der aggressiven Pflanze hantiert.

Weiteren Reaktionen sind Bindehautentzündungen, Reizhusten, Kopfschmerzen und Heuschnupfen. Und die Folgen können lange andauern: Ist durch Ambrosia erstmal eine Allergie ausgelöst, bleibt sie bei vielen Menschen ein Leben lang bestehen. Werden die kleinen Ambrosia-Pollen eingeatmet, kann es zu einem lebensbedrohlichen Asthma-Anfall kommen.

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Wie erkennt man Ambrosia?

Im Juni wächst die Pflanze besonders stark. Die einjährige Pflanze kann dann bis zu zwei Meter hoch werden. Der erst grünen, später braunen Stängel und die üppig verzweigten Blätter sind behaart. Die Blütezeit beginnt im Juli. Dabei ähneln die Blüten der Ambrosia, die auch „Breitblättriges Traubenkraut“ oder „Wilder Hanf“ genannt wird, denen der Cannabis-Pflanze. An der Ambrosia sind zudem beide Blütengeschlechter vertreten. Besonders charakteristisch sind dabei die männlichen Blüten: Sie haben schirmförmige Blütenköpfe, die Pollen sind gelb. Darunter befinden sich die weiblichen Blüten.

Ambrosia erkennt man an der charakteristischen Blütenform
An der charakteristischen Blütenform ist Ambrosia leicht zu erkennenFoto: picture alliance / blickwinkel/A. Hartl | A. Hartl

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Die Pflanze richtig entfernen

Hobbygärtner sollten ihren Garten regelmäßig auf Befall kontrollieren. Ist das Gewächs erstmal da, heißt es: Rigoros mitsamt der Wurzel entfernen! Aber Vorsicht: Dabei sollte man jeglichen Hautkontakt entfernen. Tragen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit Garten-Handschuhe und bestenfalls Schutzkleidung.

„In privaten Gärten findet man sie vor allem unter Vogelfutterplätzen“, erläutert das Julius-Kühn-Institut. Das liege daran, dass Vogelfutter mit Ambrosia-Samen verunreinigt sein kann. Achten Sie bei dessen Kauf auf Ambrosia-freie Produkte! Am besten kaufen Sie nur hochwertiges Futter im Fachhandel. Zusätzlich sollten Sie die Futterstellen im Auge behalten.

Wichtig: Im August entwickelt Ambrosia ihre Blüten und bildet die Samen aus. Blühen die Pflanzen, sollte man beim Entfernen aufgrund der Asthma-Gefahr unbedingt Augen- und Atemschutzmasken tragen.

Wie entsorgt man entfernte Ambrosia-Pflanzen?

„Um die Ausbreitung der Pflanze einzudämmen, sind alle gefragt“, heißt es beim Internetauftritt des Umweltbundesamtes. Wer Ambrosia-Bestände sichtet, sollte dies dem örtlichen Grünflächen- oder Pflanzenschutzamt melden. Zudem gibt es auch eigene Ambrosia-Meldestellen. „Wer die Pflanze auf eigenem Grund und Boden antrifft, kann selbst aktiv werden“, erklärt die Behörde.

Die Pflanze sollte am besten noch vor der Blüte samt Wurzel mit Handschuhen ausgerissen werden. Eine blühende Ambrosia gehöre wegen der Gefahr der Weiterverbreitung nicht in Kompost, Biotonne oder Grünabfuhr, sondern, in einem Plastikbeutel verpackt, in den Restmüll.

mit Material der dpa

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