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Elstar, Boskoop & Co.

Beliebte Apfelbaumsorten für den Garten und was man bei der Pflege beachten sollte 

Apfelbäume
Der Deutschen liebste Frucht: Bundesweit gibt es etwa 72 Millionen Apfelbäume, was mehr als zwei Drittel der gesamten Anbaufläche für Baumobst ausmachtFoto: Getty Images

Der Apfel ist der Obst-Klassiker schlechthin. Nicht ohne Grund, denn er schmeckt fast jedem, lässt sich auf vielerlei Hinsicht verarbeiten und natürlich auch im eigenen Garten anbauen! Welche außergewöhnlichen Apfelsorten dabei zur Auswahl stehen, erfahren Sie hier.

Allein in Deutschland wachsen auf etwa 46.000 Hektar Fläche rund 72 Millionen Apfelbäume mit 1500 unterschiedlichen Sorten. Darunter sind auch viele Bäume, die in den Gärten von fleißigen Hobbygärtnern wachsen. Nicht nur verzaubern die Pflanzen mit ihrer romantischen Blüte im Frühling, sondern auch mit gesunden Früchten im Spätsommer und Herbst.

Woher kommt der Apfel eigentlich?

Man könnte meinen, der Apfel käme aus Europa. Immerhin verspeisen allein die Deutschen laut des Lebensmittelverbands rund 127 Äpfel im Jahr. Doch ursprünglich stammt die runde und gesunde Frucht aus Asien, genauer gesagt aus den Bergregionen Kasachstans. Bis heute kann man dort Wälder mit „Urapfelbäumen“ finden. Über die Seidenstraße kam die kostbare Frucht dann nach Europa. Erst nach Griechenland und schließlich durch die Ausbreitung des Römischen Reichs nach Germanien, dem heutigen Deutschland. Heute gibt es weltweit schätzungsweise 20.000 verschiedene Apfelsorten.


Welche Apfelsorten wachsen im Garten?

Im Grunde genommen kann man von mehlig-süß bis säuerlich-saftig jede Sorte selbst anpflanzen. Die Deutschen essen am liebsten Elstar, Granny Smith, Golden Delicious, Boskoop und Jonagold. Für welche Sorte man sich entscheidet, sollte man in erster Linie vom persönlichen Geschmack abhängig machen.

Mag man es eher süß und aromatisch, könnte Golden Delicious oder Jonagold die richtige Wahl sein, wer es eher etwas saurer und saftiger mag, sollte besser Granny Smith oder Boskoop anbauen.

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Es gibt aber auch unbekanntere Kreuzungen, die im Garten bestens gedeihen. Retina ist beispielsweise eine süß-säuerlich schmeckende Sorte, die weniger anfällig für typische Krankheiten wie Mehltau oder Feuerbrand ist. Das gilt auch für Rebella- und Rewena-Äpfel, die mit einem besonders fruchtigen Aroma punkten.

Ebenfalls sehr pflegeleicht und zudem sogar frosthart ist der süße Piros-Apfel. Wenn man auf der Suche nach einem Winterapfel ist, empfiehlt sich ebenso die Sorte Pilot, die erst nach der Ernte im Herbst durch die Lagerung ihr kräftiges Geschmacksaroma erreicht und sich ab Anfang Februar zum Verzehr eignet. Generell kann man im Herbst geerntete Früchte bei etwa vier Grad Celsius Raumtemperatur bis März lagern. Sechs weitere Sorten für Apfelbäume im Garten, die viele nicht kennen, sind folgende:

1. Muskatartige Renette

Diese Apfelsorte stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde vermutlich in den Niederlanden und Frankreich kultiviert. Neben der Bezeichnung „Muskatartige Renette“ wird sie auch Muskatrenette oder Gewürzrenette genannt. Die Frucht ist eher klein und kugelförmig. Die Schale ist glatt und gelb bis grün mit einzelnen roten Stellen. Besonders macht diese alte Sorte ihr Geschmack. Diesen kann man als edel, muskatartig und weinsäuerlich beschreiben. Als Tafelapfel kann man die Muskatrenette bis in den Winter verzehren.

2. Rosa Kantapfel

Wer Äpfel mit einem milden Geschmack bevorzugt, dem könnte der Rosa Kantapfel schmecken. Er besticht zudem durch seine hübsche rosa bis rote Schale. Beim Anbau im Garten sollten Hobbygärtner bedenken, dass der Baum anfällig für Stippe und Apfelschorf ist. Als Tafelapfel kann man den Kantapfel jedoch direkt nach der Ernte verzehren.

3. Kleiner Neutzerling

In der sächsischen Schweiz wird diese Apfelsorte auch Knäckerle genannt. Es wird vermutet, dass diese Sorte bereits vor 1600 in Frankreich gezüchtet wurde. Das Fruchtfleisch des Apfels ist süß und aromatisch. Der Apfelbaum eignet sich auch für ein raues Klima und gilt als robust.

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4. Schafsnase

Die Apfelsorte „Schafsnase“ ist durch ihre Kegelform leicht von anderen Sorten zu unterscheiden. Sie eignet sich besonders für das Kochen von Apfelmus, da sie ein leichtes Honig-Aroma haben kann. Allerdings ist der Baum recht anspruchsvoll und trägt nur unter den richtigen Bedingungen seine großen, leckeren Früchte. Zudem ist der Apfelbaum anfällig für Apfelschorf, Obstbaumkrebs und Feuerbrand.

5. Berlepsch

Eine alte Apfelsorte, die ebefalls zu empfehlen ist, ist der Berlepsch. Nicht nur ist das Fruchtfleisch fest und saftig, sondern es weist in der Regel eine Marmorierung auf. Ab September kann man die Früchte ernten. Es handelt sich allerdings nicht um Tafeläpfel. Das bedeutet, nach der Ernte sollte man mit dem Verzehr warten. Von Januar bis März schmeckt er am besten. Für den Baum wählt man im Garten am besten einen nährstoffreichen Platz aus.

6. Martini

Diese Apfelsorte hat nichts mit einem alkoholischen Getränk zu tun, sondern mit dem Martinstag. Martini ist eine andere Bezeichnung für den Martinstag, zu dessen Zeitraum man die Äpfel dieser Sorte ernten kann. Die Früchte sind saftig und schmecken würzig. Als Tafelapfel kann man sie nach der Ernte verzehren. Der Baum gilt als robust gegenüber Obstbaumkrebs.

Apfelsorten: Welche eignet sich wofür?

Nicht jede der 20.000 Apfelsorten eignet sich gleichermaßen zum Backen. Und nicht jede Sorte schmeckt jedem Menschen gleich gut. Die beliebtesten Apfelsorten in Deutschland sind übrigens Elstar, Braebrun, Jonagold, Jonagored, Gala und Golden Delicious.

  • Backen: Ob Strudel, Kuchen oder Crumble – Äpfel kann man in puncto Backen vielseitig einsetzen. Am besten eignen sich dafür Boskop, Elstar und Jonagold.
  • Kompott: Grundsätzlich kann man aus allen Apfelsorten Kompott oder Apfelmus machen. Besonders geeignet für Apfelmus sind jedoch Sorten mit einem lockeren Fruchtfleisch. Dazu zählen zum Beispiel Berlepsch, Pink Lady und Braeburn. Für Kompott sollte man hingegen eher auf bissfeste Exemplare zurückgreifen. Dazu zählen Elstar oder Idared.
  • Saft: Natürlich kann aus jedem Apfel ein leckerer Saft hergestellt werden. Jedoch eignen sich Sorten wie Boskoop, Danziger Kant, Josef Musch, Jakob Lebel, Granny Smith, Braeburn oder Pink Lady besonders gut. Sie sind nämlich besonders süß oder säuerlich.
  • mehlige Apfelsorten: Die mehlige Konsistenz bei Äpfeln hat etwas mit dem Feuchtigkeitsgehalt der Frucht zu tun. Je älter ein Apfel ist, oder je später er geerntet wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass dieser mehlig wird. Somit wird ein Apfel erst mit der Zeit mehlig, eine von Beginn an mehlige Sorte gibt es nicht. Dennoch gibt es Apfelsorten, die sich schlechter Lagern lassen und schneller ihre Bissfestigkeit verlieren. Dazu zählen zum Beispiel die Sorten Weißer Klarapfel oder Golden Delicious.
  • süße Apfelsorten: Auch süße Apfelsorten können mit der Zeit mehlig werden. Jedoch dauert dies bei einigen Sorten etwas länger oder ist weniger wahrscheinlich. Dazu zählen zum Beispiel süß-säuerliche Sorten wie Boskoop, Jonagold und Elstar, oder süße Sorten wie Braeburn- und Gala-Äpfel.

Tipp: Um zu verhindern, dass Äpfel mehlig werden, sollte man sie dunkel und kühl lagern.

So viel Platz brauchen Apfelbäume

Neben dem persönlichen Geschmack sollte man die verfügbare Gartenfläche in Ihrer Planung berücksichtigen. Ein Apfelbaum braucht viel Platz und sollte niemals direkt neben dem Gemüsebeet stehen, damit er nicht die Sonne verdeckt. Hochstämmige Gewächse beanspruchen zwischen 50 und 60 Quadratmeter Fläche, halbstämmige 30 bis 40 Quadratmeter und selbst Büsche immer noch 12 bis 15 Quadratmeter. Für kleinere Gärten eignen sich spezielle Spalier- oder Säulenbäume.

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Blühender Apfelbaum
Ein blühender Apfelbaum ist ein Hingucker in jedem GartenFoto: Getty Images

Der richtige Standort und Befruchtersorten

In jedem Fall benötigt der Baum viel Sonne – je mehr Sonnenlicht, desto höher der Vitamingehalt und umso intensiver das Aroma.

Besonders wichtig ist auch, dass in der Nähe des Apfelbaumes immer ein sogenannter Befruchter steht, also eine Apfelsorte, die zur selben Zeit blüht. Zu den häufigsten Befruchtersorten zählen Cox Orange, Elstar, Alkmene und Golden Delicious. Wer keinen Platz für einen weiteren Baum hat, kann alternativ auch auf einen Zierapfel zum Befruchten zurückgreifen – Hauptsache, die Bienen schwärmen vom einen zum anderen.

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