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Bärlauch im eigenen Garten anbauen – worauf man achten sollte

Wilder Bärlauch wächst im Wald, aber auch im eigenen Garten kann man die würzige Pflanze anbauen
Wilder Bärlauch wächst im Wald, aber auch im eigenen Garten kann man die würzige Pflanze anbauenFoto: Getty Images

Bärlauch hat im Frühjahr Hochsaison. In der Küche erfreut sich das würzige Wildkraut großer Beliebtheit, beispielsweise für Salat, Pesto oder Suppe. Dabei ist es nicht schwer, es im eigenen Garten selbst anzubauen. Allerdings ist der richtige Zeitpunkt entscheidend.

Bereits die Römer wussten ihn aufgrund seines Aromas zu schätzen. Er ist eng verwandt mit Schnittlauch, Knoblauch und Zwiebel. In vielen Wäldern in der Nähe von Wasserläufen wächst die Pflanze in großen Mengen, weshalb er auch als Waldknoblauch bezeichnet wird, aber auch im Garten kann man Bärlauch (Allium ursinum) anbauen – und zwar auch ohne ausgeprägten grünen Daumen. Er verbreitet sich nämlich auch sehr schnell selbst, was ihn manchmal bei Hobby-Gärtnern ziemlich unbeliebt machen kann.

Inhaltsverzeichnis

Wie erkennt man Bärlauch?

Der Bärlauch zählt zwar zu den Läuchen, bildet aber ein knollenförmiges Wurzelgeflecht aus, das sehr schnell eine größere Fläche für sich beanspruchen kann. Vor allem aufgrund seines würzigen Geruchs während seiner Blütezeit im Frühling, ähnlich wie dem von Knoblauch, ist er deutlich zu erkennen. Aus dem Wurzelsystem – auch Rhizom genannt – wachsen breite Blätter mit elliptischer Form. Außerdem kommen im April die Blütenstiele mit den weißen und sternförmigen Blütenständen zum Vorschein. Eine Pflanze kann dabei bis zu 40 Zentimeter hoch wachsen.


Ist Bärlauch mehrjährig?

Bei Bärlauch handelt es sich um eine mehrjährige Pflanze. Nach der Blüte und der Samenproduktion bildet sich die Pflanze zurück. Das Rhizom verbleibt im Boden, wo es auch überwintert und im Frühjahr erneut sprießt.

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Wann kann man Bärlauch anpflanzen?

Möchte man Bärlauch im Garten selbst anbauen und im Frühling ernten, pflanzt man die Zwiebeln idealerweise bereits im Herbst ein. Bei der Zwiebelpflanze handelt es sich um einen Frostkeimer, der winterliche Kälte zum Keimen benötigt. Außerdem ist die Pflanze mehrjährig und muss deshalb nicht jedes Jahr angepflanzt werden. Die Zwiebeln werden in rund sieben bis zehn Zentimeter Tiefe gepflanzt.

Tipp: Beim Einstecken der Zwiebeln sollte man genügend Platz zwischen den Pflanzen lassen, da sie sich schnell verdichten. Eine handbreit Abstand sollte genügen.

Der richtige Standort

Die Natur macht es vor: Im Wald mag der Bärlauch ein feuchtes und halbschattiges Plätzchen. Deshalb bevorzugt er auch Auenwäldern, die mit Bachläufen durchzogen sind. Der Standort im eigenen Garten sollte jedoch nicht ganztätig im Schatten sein, für ein paar Stunden braucht er auch Sonnenschein. Am besten eignet sich ein Standort unter großen Bäumen.

Beim richtigen Standort und Boden für Bärlauch kann man sich an den natürlichen Gegebenheiten im Wald orientieren
Beim richtigen Standort und Boden für Bärlauch kann man sich an den natürlichen Gegebenheiten im Wald orientierenFoto: Getty Images

Der richtige Boden

Locker und nährstoffreich sollte der optimale Boden für Bärlauch sein. Im Garten kann man deshalb etwas Kompost untermengen. Auf sandigem oder lehmigen Boden wächst das Wildkraut besonders gut. Auch hier lohnt es sich, einen Blick in die Natur – insbesondere auf den Waldboden zu werfen: Laubreste, die in die Pflanzerde gemischt werden, versorgen die Pflanze mit den gleichen Nährstoffen wie im Wald. Zudem mag es die Pflanze gerne feucht – bei Trockenheit also das Gießen nicht vernachlässigen, aber auch nicht übertreiben.

Hinweis: Der Boden in Auenwäldern ist basisch bis neutral. Um den pH-Wert bei zu sauren Böden zu heben kann man etwas Kalk geben.

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Kann man Bärlauch vermehren?

Eigentlich ist nicht besonders viel nötig, um Bärlauch zu vermehren. Da er den Winter übersteht, bildet er im Frühjahr neue Pflanzen aus und verbreitet sich wie von selbst. Nach der Blüte im Frühjahr vertrocknet die Pflanze. Im Sommer wirft sie die Samen ab, die in Keimruhe verbleiben. Erst durch den Winterfrost „erwachen“ sie und beginnen erneut zu keimen. Deshalb kann es nach einem milden Winter auch passieren, dass er gar nicht austreibt.

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Vermehrung mit Zwiebeln – so geht's

Bärlauch lässt sich aber auch über die Zwiebeln vermehren. Dazu einfach die Zwiebeln ausgraben, teilen und wieder einpflanzen. Danach keimt die geteilte Zwiebel erneut aus. Allerdings sollte dafür eine andere Stelle verwendet werden.

Ist Bärlauch ein Unkraut?

Da sich Bärlauch rasant im eigenen Garten ausbreiten kann, bezeichnen ihn manche auch als Unkraut. Manche Hobby-Gärtner berichten auch, dass man die Pflanzen nur schwer wieder loswird, da sie mehrjährig und unter der Oberfläche überwintern.

Vorsicht beim Sammeln – Verwechslungsgefahr

Bei beiden handelt es sich um giftige Pflanzen. Wer sich nach dem Verzehr von vermeintlichem Bärlauch unwohl fühlt und Übelkeit oder Durchfall verzeichnet, sollte schnell einen Arzt aufsuchen.

Auch wenn sie sich optisch stark ähneln, durch den charakteristischen Geruch lässt sich Bärlauch recht gut von Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen unterscheiden. Denn nur echter Bärlauch verströmt den typischen Duft. Die beiden Giftpflanzen riechen auch dann nicht, wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerkrümelt.

Bärlauch richtig ernten

Im eigenen Garten, vor allem aber im Wald sollte man Bärlauch behutsam ernten. Dazu die Blätter mit einem scharfen Messer oder einer Schere abtrennen – nicht abreißen. Erntet man zudem nur zwei oder drei Blätter pro Pflanze, kann sie sich wieder regenerieren.

Tipp: Nach der Ernte sollte man frischen Bärlauch zügig verarbeiten, da er sich nicht besonders lange hält. Man kann ihn aber auch einfrieren – allerdings möglicherweise mit Einbußen beim Aroma.