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„Schwiegermutterzunge“

Bogenhanf als Zimmerpflanze richtig pflegen

Bogenhanf
Der Bogenhanf ist nicht besonders anspruchsvoll und eignet sich auch perfekt für das SchlafzimmerFoto: Getty Images

Robust, dekorativ, gesundheitsfördernd – der Bogenhanf ist eine Zimmerpflanze mit vielen Qualitäten. Darüber hinaus ist die sogenannte Schwiergermutterzunge äußerst pflegeleicht und hat damit einen festen Platz in jedem Zuhause verdient.

Kräftige Grünpflanze fürs Schlafzimmer gesucht? Der Bogenhanf ist die optimale Wahl. Die zungenförmigen, langen Blätter von Sansevieria in kräftigem Grün mit helleren Streifen oder Flecken machen aus der Zimmerpflanze ein echtes Deko-Highlight. Doch der Bogenhanf kann nicht nur optisch überzeugen: Die Pflanze reinigt Schadstoffe aus der Luft und produziert Sauerstoff. Dies wirkt sich positiv auf einen gesunden Schlaf aus.

Herkunft und Standort für den Bogenhanf

Der Bogenhanf ist eine echte Wüstenpflanze. Er stammt ursprünglich aus heißen Gebieten in Afrika und Südasien. Die Zimmertemperatur sollte für Sansevieria deshalb auch nie unter 15 Grad liegen. Trotz seiner heißen Herkunft mag es der Bogenhanf nicht zu sonnig. Er ist deshalb auch perfekt für dunklere Zimmer geeignet und fühlt sich trotzdem noch wohl. Umgekehrt können die langen Blätter der Pflanze sogar verblassen, wenn sie direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt sind.

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Gießen, düngen, vermehren: So gedeiht der Bogenhanf

Bewässerung

Bei Wüstenpflanzen wie der Schwiegermutterzunge besteht schnell die Gefahr, die Zimmerpflanze zu übergießen. Der Bogenhanf braucht nur sehr wenig Wasser, um kräftigt zu wachsen. Der Wurzelballen sollte regelmäßig komplett austrocknen. Am besten beim Gießen der anderen Zimmerpflanzen mit der Fingerspitze die Feuchtigkeit der Erde testen und im Zweifel noch eine Woche länger mit dem Gießen warten. Der Bogenhanf nimmt somit also ohne Weiteres auch eine mehrwöchige Abwesenheit seiner menschlichen Mitbewohner in Kauf.

Umtopfen

Sansevieria wächst unter optimalen Bedingungen schnell zu einem prächtigen Blätterstrauch heran – teilweise ohne Rücksicht auf Verluste. Wird der Topf zu schnell zu klein, kann der Bogenhanf seine Behausung auch schon mal sprengen. Rechtzeitiges Umtopfen kann dies verhindern. Ist der Blumentopf bereits vollständig mit ausgewachsenen und nachwachsenden Blattzungen gefüllt, ist es höchste Zeit, dem Bogenhanf ein etwa 20 Prozent größeres Gefäß zu gönnen. Hierbei sollte Kakteen- oder Sukkulentenerde zum Einsatz kommen. Diese ist besonders wasserdurchlässig, kann also Staunässe vorbeugen. Darüber hinaus weist Kakteenerde den für den Bogenhanf optimalen pH-Wert auf.

Düngen

Unter guten Bedingungen braucht die Zimmerpflanze keinen Dünger. Wer Kakteen oder Sukkulenten hält, kann den Bogenhanf gelegentlich während der Wachstumsperiode von März bis Oktober mit dem gleichen Dünger versorgen.

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Schnitt

Auch in Sachen Rückschnitt ist der Bogenhanf eine extrem pflegeleichte Grünpflanze: Grundsätzlich muss Sansevieria gar nicht beschnitten werden. Wen aber zu großgewachsene Triebe oder braune Stellen auf einzelnen Blättern stören, der kann diese Blattzungen dicht am Stamm mit einem scharfen Messer abtrennen.

Vermehren

Das Umtopfen ist der ideale Zeitpunkt, um die Schwiegermutterzunge zu vermehren. In der Regel befinden sich mehrere junge Blatttriebe gleichzeitig im Austrieb, die vorsichtig samt Wurzeln vom Rest der Pflanze getrennt werden können. Diese Jungpflanzen können direkt in neue Kakteen- oder Sukkulentenerde gesetzt und vorsichtig angegossen werden.

Vermehrung über Blattstecklinge

Wer unabhängig vom Umtopfen kleine Bogenhanfpflanzen züchten möchte, kann dies über Blattstecklinge versuchen:

  1. Ein kräftiges Blatt direkt am Stamm mit einem scharfen Messer abtrennen.
  2. Nun das Blatt in Teilstücke zerschneiden. Diese sollten mindestens fünf Zentimeter lang sein.
  3. Die Teilstücke ein paar Tage antrocknen lassen. Sie wurzeln so später besser an.
  4. Eine Flache Schale mit Kakteenerde füllen und die Blattstücke des Bogenhanfs in die Erde setzen.
  5. Regelmäßig prüfen, ob die Erde leicht feucht ist. Auch hier sollte Staunässe unbedingt vermieden werden!

Bis der Bogenhanf-Nachwuchs kräftige Wurzeln ausgebildet hat, kann es einige Wochen oder sogar Monate dauern. Hier ist Geduld gefragt.

Bogenhanf (Sansevieria)
Die zungenförmigen Blätter mit den hellen Zeichnungen sind charakteristisch für den Bogenhanf (Sansevieria)Foto: Getty Images

Wie alt wird der Bogenhanf?

Es gibt Bogenhanf-Exemplare, die schon mehrere Jahrzehnte alt sind. Diese Pflanzen sind dann oft bis zu 150 Zentimeter groß. Mit der optimalen Pflege kann ein Bogenhanf im höheren Alter sogar als Zimmerpflanze eine Blüte ausbilden. Diese ist weiß und verströmt einen angenehmen süßlichen Duft, der besonders Nachtfalter anzieht. Wird die Blüte bestäubt, bilden sich kleine rote Früchte, die allerdings leicht giftig sind.

Bogenhanf – Schädlinge & Krankheiten

Pflegeleicht wie der Bogenhanf von Natur aus ist, wird er nur in den seltensten Fällen von Schädlingen befallen. Die größte Gefahr geht für Sansevieria am ehesten noch von besonders gießfreudigen Menschen aus: Staunässe ist wie erwähnt schädlich für die Wüstenpflanze und kann schnell zu Wurzelfäule und damit auch zum Absterben der Pflanze führen.

Staunässe erkennen und behandeln

Verfärben sich die Blätter gelblich und das Substrat im Topf riecht modrig oder beginnt bereits zu schimmeln, sollte schnell gehandelt werden. Hierfür die Pflanze samt Wurzelballen aus dem Blumentopf nehmen, die Erde komplett entfernen und alle verfaulten Wurzeln großzügig entfernen. Ist die Pflanze kaum noch zu retten, kann es sich lohnen, einzelne Jungtriebe umzupflanzen oder Blattstecklinge zu ziehen.

Staunässe vermeiden

Wer seine Pflanzen gerne und oft gießt, wird sich beim Bogenhanf in Zurückhaltung üben müssen. Die Zimmerpflanze benötigt etwa ähnlich selten neues Wasser wie Kakteen oder Sukkulenten. Im Zweifel eher nur einen Schluck Wasser auf das Substrat geben und nach ein paar Tagen prüfen, ob die Pflanze die Feuchtigkeit aufgenommen hat. Ist die Erde noch feucht, kann mit dem Gießen das nächste Mal noch länger gewartet werden. Weitere Maßnahmen sind:

  • Besonders wasserdurchlässiges Substrat wie Kakteen- oder Sukkulentenerde verwenden
  • Den Topfboden mit Hydrosteinen auslegen, um ebenfalls die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen
  • Den Wurzelballen regelmäßig komplett austrocknen lassen