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Pflanz-Trend

Hydroponik – Gemüse ganz ohne Erde anbauen

Regale, in denen auf mehreren Etagen Pflanzen wachsen
Die Hydroponik ermöglicht es, platzsparend Pflanzen anzubauenFoto: Getty Images

Klimawandel, Überbevölkerung, Nahrungsmittelknappheit – der Anbau von Obst und Gemüse wird sich in Zukunft anders gestalten. Anbauflächen auf der Welt sind rar, und so muss es zu einem Umdenken kommen. Die Lösung des Ganzen könnte die sogenannte Hydroponik sein. Gemüseanbau ist damit auch auf kleiner Fläche möglich. Was steckt dahinter?

Die Urbanisierung schreitet stetig voran, die Menschen zieht es in die Ballungsräume. Doch wie sollen sie zukünftig ernährt werden? Hier kommt das Konzept der Hydroponik ins Spiel. Dabei geht es um Anbau ganz ohne Erde, die Nutzung leerstehender Gebäude und kürzere Transportwege zum Verbraucher. Das sind zwei Fliegen mit einer Klappe, da durch die kurzen Wege weniger CO2 ausgestoßen wird.  

Was ist Hydroponik?

Kurz gesagt geht es beim Konzept der Hydroponik um den Anbau von Pflanzen ohne Erde. Die Hydroponik besteht dabei aus vier Teilen:

  • Das System: Im Grunde der Blumentopf, in dem sich das Geschehen abspielt, inklusive Boden und Haube.
  • Die Pflanzenlampe: Sie gibt den Pflanzen zu jeder Zeit Licht, und zwar sonnenunabhängig.
  • Das Substrat: Es hält die Pflanze im Gefäß, damit sie nicht untergeht oder umkippt. Meist handelt es sich um Kokosfasern, Steinwolle oder Kies.  
  • Die Nährstofflösung: Damit wird die Pflanze mit allen Mineralstoffen und Nährstoffen versorgt, die sie zum optimalen Wachstum benötigt.

Die Grundidee besteht darin, Anbau überall möglich zu machen. Erde gibt es bei der Hydroponik nicht. Die Wurzeln der jeweiligen Pflanze hängen lediglich im Wasser. Dieses Wasser ist mit allem angereichert, was die Pflanzen zum optimalen Wachstum benötigen. Mit der richtigen Portion Licht und der passenden Temperatur sprießen die Pflanzen. Außerdem können Hydroponik-Systeme vertikal genutzt werden und somit viel Platz beim Anbau sparen und ertragreicher produzieren.

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Warum kann sich Hydroponik lohnen?

Mit dieser Pflanzmethode wurde das Rad nicht neu erfunden. Die Hydroponik reicht bis in das Jahr 600 v. Chr. zurück – zu den Hängenden Gärten von Babylon. Schon damals war man sich der praktischen und platzsparenden Möglichkeit des Gärtnerns bewusst. Heute nutzt man sie für Konzepte wie Indoor-Gardening oder Urban-Farming.

Die Hydroponik ermöglicht es, überall auf der Welt Anbau zu betreiben. Man ist nicht mehr auf landwirtschaftliche Flächen angewiesen. Äußere Einflüsse können bei Indoor-Systemen weitgehend ausgeblendet werden. Im tiefsten Winter können wir frische Erdbeeren essen, die sogar nach Erdbeeren schmecken.

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Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Im Gegensatz zum Erdanbau bekommt die Pflanze alles, was sie braucht, sofort. Die Nährstoffe müssen nicht erst aus der Erde herausgelöst werden.
  • Die Hydroponik bietet schnelleres Wachstum und höhere Erträge, da man optimale Rahmenbedingungen schaffen kann, etwa durch Licht, Temperatur etc.
  • Da der Anbau nicht auf Erdboden und Platz angewiesen ist, kann er überall stattfinden, auf Dächern, auf Terrassen oder in Wohnungen, sogar in mehreren Etagen. Es werden keine Agrarflächen benötigt.
  • Wasser wird gespart, da nichts in der Erde versickert.
  • Es sind keine Pestizide nötig, da der Anbau meist in einer sterilen Umgebung stattfindet.
  • Die Ernte ist bei hydroponischen Indoor-Systemen das ganze Jahr über möglich, da es keine Wettereinflüsse gibt.
  • Es gibt kein Unkraut, da es keine Erde gibt, in der es wachsen könnte.

Es wäre zu schön, um wahr zu sein, wenn es bei dem Konzept nur Vorteile gäbe. So traumhaft die Hydroponik auch klingen mag – es gibt einiges zu beachten.

Nachteile

  • Hohe Anschaffungskosten machen die Hydroponik wieder ein Stück weit unattraktiv.
  • In größeren oder sogar industriellen Systemen kann es zu technischen Problemen kommen, da man hier auf automatisierte Maschinen zur Luftreinhaltung oder Wasserpumpen angewiesen ist.
  • Auch wenn es selten vorkommt, so sind auch hydroponisch angebaute Pflanzen nicht vor Krankheiten gefeit. Wenn erst einmal ein Schädling aufgetaucht ist, verbreitet er sich rasend schnell.
  • Ein weiterer und nicht zu unterschätzender Nachteil ist der relativ hohe Energiebedarf, gerade bei Indoor-Systemen.
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