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Streit am Gartenzaun

Was tun, wenn der Komposthaufen vom Nachbarn stinkt?

Kompost: Zwei Männer streiten sich am Gartenzaun
Müffelnder Kompost führt schnell zu Stunk am GartenzaunFoto: Getty Images

Kompost kann stinken – und der unangenehme Geruch schwebt schnell zum Nachbarn hinüber. Was oft folgt: Zoff am Gartenzaun. myHOMEBOOK erklärt, wie Sie dicke Luft mit dem Nachbarn leicht aus der Welt räumen.

Kompost ist ein nützlicher Naturdünger für den Garten, aber leider kann er auch recht unangenehm riechen. Umso mehr bei Hitze und Trockenheit, gepaart mit aggressivem Sturzregen. Grund für das Geruchsproblem sind winzige Lebewesen im Kompost. Die verwandeln eigentlich die Gartenabfälle in reichhaltige Erde. Bei Trocken- oder Nass-Stress verenden die kleinen Nützlinge jedoch, bevor sie Mist in Gartengold verwandeln. Der Komposthaufen verrottet nicht mehr richtig, die Erdschichten wirken schmierig und verbreiten einen fiesen Geruch. Und der Kompost stinkt schnell auch dem Nachbar gewaltig. Oftmals endet der Stunk am Gartenzaun gar vor Gericht.

Was tun, wenn der Kompost stinkt?

Nichts, schlagen einige Gartenexperten vor. Ihr Argument: Der Haufen richtet es von selbst. Das ist ganz im Sinne einer Gartenkultur, die der Natur ihren freien Lauf lässt, dem sogenannten „Blackbox Gardening“. myHOMEBOOK hat über den Trend zum Loslassen im Garten berichtet. Andere Gartenexperten sagen: Bei einem fauligen Komposthaufen muss der Hobbygärtner einschreiten. Was hilft:

  • Kompost auflockern und leicht lüften
  • Bei anhaltender Trockenheit behutsam wässern

Schwung in laschen Kompost bringt zudem organischer Dünger mit Stickstoff. Ab und zu und mit Fingerspitzengefühl hilft zum Beispiel eine Gabe von Brennnesseljauche. Wunder bei der Zersetzung des organischen Materials wirkt zudem eine leichte Gabe von Hornmehl oder Mist von Kaninchen, Schafen oder Ziegen.

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Kann der Nachbar den Kompost verbieten?

Generell gibt es keine Vorgaben, wie ein Komposthaufen privat angelegt werden muss. Bei Kompost-Zoff am Gartenzaun gilt der Einzelfall. Wichtig ist dabei die Lage des Grundstücks und Größe des Komposthaufens. Bedeutet: Die einen müssen den Gestank vom Kompost des Nachbarn dulden, die anderen nicht.

Zwei Urteile aus der Rechtssprechung verdeutlichen die schwammige Rechtslage:

  • Das Landgericht Regensburg entschied, dass ein Nachbar keinen Anspruch auf Beseitigung des Komposthaufens des anderen Nachbarn habe. (AZ: S 320/83)
  • Bei ausreichend großen Gartengrundstücken bemisst die Justiz allerdings anders. Die Richter am Landgericht München I urteilten, dass ein Grundstücksbesitzer seine Kompostanlage vom Nachbarzaun verlagern müsse. (AZ: 23 O 14452/86)

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Woran erkenne ich, dass der Kompost nicht richtig verrottet?

Die Rotte, also der Kompost, braucht Wärme, Luft und Feuchtigkeit. Zu wenig oder zu viel davon, dann entstehen während des Zersetzungsprozesses stinkende Stoffe wie Methan, Ammoniak und Buttersäure. Für Fliegen, Lästlinge oder Ungeziefer sind das himmlische Düfte. Und die fühlen sich pudelwohl in einem faulen Kompost. Nicht auszudenken, wenn man die Krankheitserreger mit einer liebevollen Kompostgabe aufs Beet bringt.

Weitere Hinweise für Kompostfehler:

  • Zu nasse und speckige Kompost-Schichten
  • Zu lehmige, dichte und feste Rotte
  • Schmierige Erde
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