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Pflanzen-Power

Mist, der sich als Dünger für den Garten eignet

Mist als Dünger: Pferdemist auf einer Wiese
Mistdünger gibt vielen Pflanzen wichtige NährstoffeFoto: Getty Images

Diese Nährstoffbombe hilft schlaffen Pflanzen im Garten auf die Sprünge: Mist. Falsch angewendet, schadet Tierkot den Pflanzen jedoch mehr als er ihnen hilft. Vom Kot einiger Tiere droht sogar Gesundheitsgefahr für Menschen.

Pferd, Kuh, Schwein oder Kaninchen – Tiere fressen gerne. Sie lassen letztlich das fallen, was wir Menschen als Mist bezeichnen. Robuste Hobbygärtner wissen um den Schatz, der sich in Häufchen und Fladen verbirgt: Tierische Ausscheidungen bieten Pflanzen wichtige Nährstoffe. In Gartenerde eingearbeitet, nehmen Pflanzenwurzeln die Stoffe schnell auf. Auch die Umgebung im Beet profitiert. Der Mist als Dünger hebt die Qualität vieler ausgelaugter Böden. Weshalb? In der Erde zieht der Dung aus dem Stall Unmengen wichtiger Kleinstlebewesen an. Die räumen auf und machen die Erde frisch. Noch ein Vorteil: Schwere oder lehmige Erde wird mit etwas Stallmist aufgelockert, leichte Böden speichern zudem effektiver Wasser.

Der Haken: Falscher Mist als Dünger richtet im Garten mitunter Schäden an. Denn nicht jede Pflanze mag den Tierkot, den die Nachbarpflanze im Beet goutiert. Und es gibt eine Gesundheitsgefahr, denn die Hinterlassenschaften von fleischfressenden Tieren wie Katzen oder Hunden können Krankheitserreger übertragen. Von diesen Exkrementen lassen Hobbygärtner besser die Finger.

Worauf es beim Mist als Dünger ankommt

Mist verschiedener Tierrassen unterscheidet sich stark. Was für die Qualität in erster Linie zählt, sind Gesundheitszustand und Alter des Tieres. Auch Geschlecht und Futter spielen eine Rolle. In den Exkrementen findet sich zudem Tier- oder Einstreu wieder, das kann beispielsweise Stroh, Gras oder Sand sein – nicht jede Gartenpflanze mag das.

Die Vielfalt tierischer Dünger aus Mist

Mancher Mist wird warm, wenn er sich zersetzt. Dazu zählen zum Beispiel dampfende Pferdeäpfel oder Kuhfladen. Dieser Mist wird als hitzig bezeichnet. Andere Tiere produzieren hingegen kalten Mist, beispielsweise Schwein, Hase oder Meerschweinchen. Hier ein Überblick:

Mist von Rindern

Seit Urzeiten wird Rindermist als Dünger verwendet. Was für den Garten gilt: Man unterscheidet zwischen getrocknetem und solchem, der frisch und strohig ist. Er enthält generell eine ausgewogene Kombination der wichtigsten Nährstoffe für Pflanzen.

Stark zehrende Pflanzen können mit frischem und strohigem Rindermist verwöhnt werden. Den sollte man jedoch lieber im Herbst behutsam und oberflächlich im Gartenbeet verteilen. Über die kalte Jahreszeit verrottet der Dung allmählich und gibt seine nährenden Schätze ab. Behutsam bedeutet auch, dass man frischen, tierischen Mist generell nur in Maßen ausbringt.

Getrockneter Mist von Rindern enthält viel Kali. Rosen und Gemüsesorten wie Karotten und Sellerie benötigen diesen Nährstoff, um gut zu wachsen. Problem: Kali fehlt in vielen anorganischen Düngern oder ist nur leicht zugesetzt.

Pferdeäpfel stärken Apfelbäume

Und nicht nur die. Auch andere Obstgehölze und Beerensträucher, aber auch Rosen können mit einer leichten Schicht Pferdemist gedüngt werden. Der Gehalt an Nährstoffen ist ähnlich wie beim Rindermist. Bei frischem Mist von Rindern ist jedoch Vorsicht geboten: Der junge Dung entwickelt Hitze und greift so sensible Wurzeln junger Pflanzen an. Am besten lagert man ihn daher über den Winter ein. Mist von Rindern und Pferden kann man mischen und zusammen auf den Kompost geben. Tipp: Der Mist gibt kalten Frühbeeten einen Wärmeschub.

Schweinemist ist kalt

Generell kompostiert man tierische Dünger besser, bevor diese ins Gartenbeet verteilt werden. Das gilt vor allem auch für Schweinemist. Geduldige Hobbygärtner warten ein Jahr ab, bevor aus Dung Gold für den Garten wird.

Anders als vom Pferd oder Rind gelten die Hinterlassenschaften der Rüsseltiere als kalt. Bedeutet: Hier droht prinzipiell kein Hitzeschaden an den Wurzeln junger Pflänzchen. Schweinemist enthält wenig Kalk, dafür aber wichtige Nährstoffe wie Kali und Stickstoff. Himbeeren, Lauch und Sellerie sind ganz scharf darauf.

Mist von Kaninchen, Schafen und Ziegen kompostieren

Hitzig sind wiederum die Hinterlassenschaften von Kaninchen, Schafen oder auch Ziegen. Achtung: Zu viel der guten Gaben fördert Geilwuchs an den Pflanzen. Wer den Mist jedoch mit Bedacht im Gartenbeet verteilt, punktet bei den Starkzehrern. Auch hier gilt: besser vorher kompostieren.

Auch interessant: Ist veganer Dünger gesund für Pflanzen im Gartenbeet und im Kübel?

Geflügel geben alles für den Mist

Wenige handelsübliche Dünger enthalten den Nährstoff, auf den Pflanzen besonders stehen: Kali. Der Kot und Bio-Dünger vieler Vögel wie von Enten, Tauben oder Hühnern ist dabei eine Ausnahme. Denn dieser Geflügeldünger strotzt geradezu vor Kali. Noch höher ist jedoch der Gehalt an Phosphor. Guano nimmt mit zwölf Prozent eine Spitzenposition ein und gilt damit als der ultimative Power-Dünger. Problem: Geflügelmist enthält viel Stickstoff. Wer es zu gut meint, überdüngt schnell die Pflanzen, denn der Nährstoff erwärmt den Boden, es drohen letztlich Verbrennungen an den Wurzeln.

Mist als Dünger – die Nachteile

  • Stallmist sollte stets kompostiert werden, will man diesen als Dünger einsetzen. Hier ist jedoch Geduld gefragt: Ein Jahr ist ideal für die Rottung.
  • Pferde fressen gerne Hafer. Problem: Die Körner wandern unverdaut durch den Darm der Tiere. Dunghaufen verteilen als Dünger im Garten dann unverhofft Haferpflanzen.
  • Pferdemist lockt auf dem Beet schnell Lästlinge oder Schädlinge an, wie Zwiebel- oder Möhrenfliegen. Neben Drahtwürmern sind die Schädlinge unter Hobbygärtnern besonders gefürchtet. Daher gilt: Wer mit Pferdemist düngt, baut besser keine Kartoffeln, Zwiebeln oder Möhren an. Unter einer Schicht Pferdemist kultiviert man jedoch problemlos Tomaten, Zucchini, Kohl oder Kürbis. Oder einfach Rosen und Narzissen.

Kann man Mist als Dünger kaufen?

Mist als Dünger kann man unkompliziert im Internet kaufen. Auch in gut sortierten Supermärkten, Gartencenter oder Baumärkten bekommt man geeignete Substrate mit Mist. Wer die Chance hat, wendet sich jedoch lieber an einen Pferdehalter oder Halter von Stalltieren. Dann ist der Dung besonders frisch und rein.

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