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Gardening

Durch Pinzieren Pflanzen zu üppiger Blütenpracht verhelfen

Pinzieren: viele rote Blüten einer Fuchsie
Volle Blütenpracht: Fuchsien zeigen alles, werden sie pinziertFoto: Getty Images

Durch das Pinzieren vieler Pflanzen verhilft man ihnen zu einem kompakteren Wachstum und mehr Blütenpracht. Man entspitzt eine Pflanze am besten oberhalb einer Blattachse. Aber wie genau?

Aus einem Sämling entwickelt sich oftmals nur ein Trieb. Nach und nach bilden sich dann an dem einsamen Stängel krautige Blätter aus. Doch Hand aufs Herz: Das sieht meist nicht sehr schön aus. Durch Pinzieren oder Entspitzen steuert man dem natürlichen Wachstum etwas entgegen und lenkt dieses in die gewünschte Bahn. Wer die noch weichen, äußeren Leittriebspitzen einer Pflanze entfernt, stimuliert sie zu einem kompakten Wuchs. Ist ja auch logisch: Denn die Kraft will irgendwo hin. Geht es nicht mehr nach oben, weil der Trieb gekappt wurde, bilden sich vermehrt neue Seitentriebe aus. Grünpflanzen werden dadurch dichter im Wuchs. Zudem führt das Pinzieren bei vielen Blühpflanzen zu einer üppigeren Blütenpracht.

Wie funktioniert das Pinzieren von Pflanzen?

Sobald an der Jungpflanze mehrere junge und krautige Blätter wachsen, kann man die Triebspitzen entfernen. Generell gilt: Je früher man pinziert, desto mehr verzweigen sich die neuen Triebe am unteren Bereich der Pflanze. Und je öfter man pinziert, desto mehr Triebe mit Blütenknospen bilden sich aus.

Pinziert werden vor allem Jungpflanzen. Hier sind die Triebe noch weich und unverholzt. Das hat den Vorteil, dass man diese behutsam mit den Fingernägeln abknipsen kann oder ein scharfes Stecklingsmesser verwendet. Auf diese Weise entstehen an der Pflanze kaum Verletzungen. Diese wären ein Einfallstor für Krankheitserreger.

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Blütezeit verzögern durch Pinzieren

Wer die Blütezeit verzögern will, sollte bei Blühpflanzen die Seitentriebe pinzieren. Dabei können ruhig auch ein paar Blütenknospen mit entfernt werden. Staudenpflanzen wie die beliebte Phlox geben durch behutsames Entspitzen eine spätere oder verlängerte Blütezeit und herrlichen Duft im Gartenbeet.

Welche Pflanzen kann man pinzieren?

Sowohl Balkon-, als auch Kübelpflanzen sowie Stauden oder Sommerblumen eignen sich zum Pinzieren.

Balkonpflanzen

Geranien und Petunien sind beliebte Pflanzen für den Balkon. Durch das Pinzieren ausgesäter, junger Balkonpflanzen werden diese buschiger im Wuchs und bilden mehr Blüten aus. Ein besonders schönes Bild geben die Pflanzen ab, wachsen sie über den Balkonkasten hinaus.

Kübelpflanzen

Im Vorfrühling bilden viele Kübelpflanzen noch im Winterquartier erste Triebe aus. Dann ist es Zeit, sie zu entspitzen oder zu pinzieren. Alle drei Wochen schneidet oder knipst man die obersten Triebspitzen ab. So werden die Pflanzen buschiger und dichter im Wuchs. Typische Zierpflanzen, die pinziert werden, sind zum Beispiel Fuchsien, Topfchrysanthemen und Weihnachtssterne.

Staudenpflanzen und Sommerblumen

Bei Stauden pinziert man auf zwei Weisen. Entweder man pinziert die Hälfte aller Triebe einer Staudengruppe oder man wählt nur einige Pflanzen aus der Gruppe aus und pinziert diese, was zu einer leichteren Verzögerung der Blüte führt. Wer eine dichtere Verzweigung wünscht wie bei Fuchsien, knipst alle vier Wochen die frischen Triebspitzen ab.

Auch Zurückschneiden verlängert Blütezeit

Generell lässt sich die Blütezeit verlängern, wenn man bei vielen Pflanzengattungen nach der Hauptblüte die Pflanze beherzt zurückschneidet. Mit neuem Austrieb und Blüte danken es diese Duftpflanzen und Kräuter: Duftnessel, Echte Betonie, Bergminze, Sonnenhut, Ysop, Goldmelisse sowie Salbei. Und auch eine Blumenwiese erlebt nach dem ersten Rückschnitt meist einen zweiten Frühling.

Pinzieren für mehr Früchte

Im Obst- und Gemüseanbau danken viele Pflanzen das Entspitzen mit mehr Fruchtbildung und geben mehr Ertrag bei der Ernte. Ausgesäte Melonen pinziert man an der Triebspitze, sobald sich vier Blätter entwickelt haben. Das garantiert einen breiteren Austrieb. Auch bei Tomaten und Schlangengurken unterdrückt man durch das Pinzieren den Wuchs in die Höhe.

Im Weinanbau wird die Kulturmaßnahme schon lange angewendet. Und auch bei Weinreben im heimischen Garten regt das Abknipsen der Triebe die Bildung neuer Geiztriebe an. Bei Spalierbäumen wie Apfel, Aprikose, Birne, Pflaume oder Kirsche pinziert man die Jungtriebe, die aus den Seitenästen ragen.

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