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Stromfresser oder nützlicher Helfer?

Wann sich Pflanzenlampen lohnen

Wann lohnen sich Pflanzenlampen?
Es gibt verschiedene Lampenarten, die sich für Pflanzen eignenFoto: Getty Images

Die meisten Pflanzen reagieren mit langen Trieben und verkümmerten Blättern, wenn sie nicht genügend Licht bekommen – manche gehen sogar ein. Was kann man also tun, wenn einem nur dunkle Standorte in der Wohnung zur Verfügung stehen, man auf Zimmerpflanzen aber nicht verzichten möchte? Pflanzenlampen können Abhilfe schaffen.

Pflanzenlampen, auch -leuchten genannt, liefern Pflanzen auch in den dunkelsten Zimmerecken genügend Licht, damit diese gedeihen. Denn Zimmerpflanzen brauchen eigentlich vor allem ausreichend Licht, Wasser und das passende Substrat. Nicht immer liefert die eigene Wohnung aber die passenden Lichtverhältnisse für die grünen Mitbewohner. Pflanzenlampen können da eine gute Ergänzung zum vorhandenen Tageslicht sein. Aber was für Pflanzenlampen gibt es und worauf muss man bei ihnen achten?

Wo sind Pflanzenlampen notwendig?

Es gibt tatsächlich nur wenige Wohnräume, die Zimmerpflanzen in jeder beliebigen Ecke ausreichend Tageslicht bieten. Ausnahmen sind etwa Dachgeschosswohnungen, die in der Regel von mehreren Seiten lichtdurchflutet sind. In durchschnittlichen Wohnungen bekommen Zimmerpflanzen aber schon ca. einen Meter vom Fenster entfernt nicht mehr ausreichend Tageslicht und fristen ein sprichwörtliches Schattendasein.

Besonders lichthungrige Pflanzen können so schnell leiden und weniger kräftig oder sogar schief wachsen, da sie immer zum Licht hinstreben. Spätestens wenn nicht ausreichend Platz in Fensternähe vorhanden ist und schon nachmittags Lampen angeschaltet werden müssen, weil es sonst zu dunkel ist, sollte über die Anschaffung einer Pflanzenlampe nachgedacht werden.

Anzeichen für ungenügende Lichtverhältnisse

Pflanzen zeigen recht schnell, wenn ihnen das angebotene Tageslicht für ein optimales Wachstum nicht ausreicht. Die Triebe von Zimmerpflanzen werden dann extrem lang und tragen eher hellgrüne Blätter. Auch sind unter Lichthunger leidende Pflanzen anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Gerade in den lichtarmen Wintermonaten können diese Symptome auf leidende Pflanzen hinweisen.

Pflanzenlampe mit passendem Farbspektrum

Pflanzen brauchen Licht mit vordergründig blauem und rotem Anteil. Dabei bestimmt das Verhältnis dieser beiden über das Wachstum der Pflanze. Ein höherer Blauanteil unterstützt das Wachstum einer Pflanze. Ein höherer Rotanteil begünstigt auch das Wachstum, kann allerdings bei einer zu intensiven Strahlung auch zur Entwicklung von spärlichen Trieben führen. Das Licht sollt man also der jeweiligen Entwicklungsphase der Pflanze anpassen.

Welche Lichtfarbe braucht eine Pflanzenlampe?

Beim Kauf von Pflanzenlampen sollte man auf die richtige Bezeichnung achten. Generell empfehlen sich tageslichthelle Leuchten. Die erkennt man an den Kennzeichen 1A oder 1B des Farbwiedergabeindex. Dieser beschreibt, mit welcher Qualität Lichtquellen von gleicher Farbtemperatur die einzelnen Farben wiedergeben. Übrigens: Auch Leuchten mit einer Angabe von rund 5300 Kelvin sind tageslichthell und damit für Pflanzen geeignet.

Welches Leuchtmittel ist das richtige?

Wie bei allen anderen Lampen kann man auch bei solchen für Pflanzen zwischen verschiedenen Leuchtmittel-Arten wählen. Die drei gängigsten sind:

  • LED
  • Energiesparlampe
  • Leuchtstoffröhre

Letztere hat einen besonders hohen Blauanteil und eignet sich daher für Pflanzen in der Wachstumsphase. Auch ausgesäte Keimlinge, sowohl von Zimmerpflanzen als auch Gemüsepflanzen für Garten oder Balkon profitieren von dieser Art Beleuchtung. Dabei sollte man darauf achten, dass Neonröhren in den Leuchtfarben „Daylight“, „Kaltweiß“ oder „Neutralweiß“ verwendet werden.

Welche Lampenfassung?

Die meisten stellen sich unter Pflanzenlampen eher unansehnliche Leuchststoffröhren und Aufzuchtsgestelle wie im Gartencenter vor. Natürlich gibt es auch Pflanzenlampen dieser Art und wer in einer Abstellkammer oder im Keller eine kleine Pflanzenzucht aufbauen möchte, macht sich in der Regel über optische Belange eher weniger Gedanken. Für das Wohnzimmer gibt es aber andere, sehr viel ansehnlichere Lösungen. Mit der passenden Glühlampe, egal ob LED oder Energiesparlampe, lassen sich fast alle gängigen Stehlampen oder auch Deckenleuchten ausstatten.

Dem Betrachter fällt durch ein geschicktes Arrangement auch gar nicht weiter auf, dass die Lampen im Sinne der Zimmerpflanzen und weniger aus Deko-Gründen aufgestellt wurden. Mit einer einzelnen Stehlampe und der passenden Pflanzenleuchte dazu kann eine größere Zimmerpflanze zum Beispiel schon ausreichend beleuchtet werden. Wer seine Esstischlampe hingegen mit einer Pflanzenleuchte ausstattet, kann das ganze Jahr über lichthungrige Pflanzen dekorativ auf dem Tisch arrangieren.

Wie lange sollte eine Pflanzenlampe leuchten?

Wer in eine Pflanzenlampe investiert, möchte ideale Bedingungen für seine Pflanzenschützlinge schaffen. Dazu gehört auch die richtige Beleuchtungsdauer. Je nach Herkunft der Pflanze kann diese ganz unterschiedlich ausfallen:

  • Zimmerpflanzen aus tropischen und subtropischen Gebieten werden in ihrer Heimat täglich mit 12 bis 14 Stunden Sonnen- oder Tageslicht verwöhnt. So viel sollten sie auch in Wohnräumen zugestanden bekommen.
  • Kurztagspflanzen benötigen in der Ruhephase ab Spätsommer unbedingt eine Beleuchtung von nicht mehr 12 Stunden. Dazu gehört etwa der Weihnachtsstern, der in der Weihnachtsszeit nur rote Blätter ausbildet, wenn er mindestens sechs Wochen lang maximal 12 Stunden Licht ausgesetzt ist.

Hohe Stromrechnung durch Pflanzenlampen?

Viele Pflanzenliebhaber schrecken vor der Anschaffung einer Pflanzenlampe zurück, da sie hohe Stromkosten befürchten. Bis vor einigen Jahren war dies auch definitiv der Fall, da herkömmliche Glühlampen oder Leuchtstoffröhren bei intensiver Nutzung viel Strom benötigt haben. Inzwischen gibt es dank Energiesparlampen und LEDs aber kaum einen Grund, auf Pflanzenlampen in der Wohnung zu verzichten. Moderne Pflanzenlampen mit LED-Leuchten in mittlerer Größe verbrauchen nur 14 Watt. Damit lassen sich schon kleine Beete oder Pflanzeninseln ausreichend mit Licht versorgen.

Tipp: Pflanzenlampe mit Zeitschaltuhr versehen, sodass die Lampe auch wirklich nur solange leuchtet, wie unbedingt nötig.

Tipps zum Strom sparen mit Pflanzenlampen

Sowohl die Form der Pflanzenlampe als auch die Beleuchtungshöhe sollte man optimal an die jeweilige Pflanze anpassen. Eine einzelne Topfpflanze benötigt zum Beispiel keine LED-Leiste, sondern sollte mit einer einzelnen Stehlampe oder Deckenlampe beleuchtet werden. Ideal ist ein Abstand von einem halben bis einem Meter von der Zimmerpflanze bis zur Pflanzenlampe. Wird der Abstand zu groß gewählt, sind höhere Watt-Zahlen für eine optimale Lichtversorgung nötig, die wiederum zu einem höheren Stromverbrauch führen.