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von myHOMEBOOK

Gefährlicher Sud aus alten Kippen

Dieses Hausmittel gegen Blattläuse sollten Sie auf keinen Fall anwenden

Nikotin als Pflanzenschutzmittel ist sehr giftig
Wahrlich starker Tobak: Aschenbecher bis zum Rand voll mit Kippen und RegenwasserFoto: Getty Images

Immer wieder stolpert man in Internet-Foren über Tipps zu einer vermeintlich biologischen Wunderwaffe gegen Blattläuse: Tabak-Sud. myHOMEBOOK erklärt, warum es keine gute Idee ist, damit seine Pflanzen zu besprühen.

Harmlos ist dieses Hausmittelchen wahrlich nicht! Tabak aus zerbröselten Zigaretten, einige Tage in Wasser eingeweicht und dann auf Pflanzen gespritzt, killt in der Tat Schädlinge wie Blattläuse. Verantwortlich dafür ist das Nikotin im Tabak. Was in den Foren und Webseiten, die diese Art des Pflanzenschutzes empfehlen, oftmals nicht erwähnt wird: Nikotin ist ein starkes Nervengift.

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Was Nikotin mit dem Körper anstellt

Pflanzen macht das Besüruhen mit Nikotin in der Regel wenig aus. Für Menschen kann der Kontakt dagegen schädlich sein. Folgen des Kontakts können Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen und erhöhter Blutdruck sein. Die tödliche Dosis für einen erwachsenen Menschen ist allerdings erst bei einer Menge von 75 geschluckten Zigaretten erreicht. Kinder hingegen, die den Sud aus Tabak unwissentlich trinken, können an der Vergiftung sterben. Das gilt auch für Tiere, die die behandelten Pflanzen beispielsweise fressen. Unverantwortlich: Einige Gärtner empfehlen Tabak-Sud als natürliches Pestizid sogar auf Obst- und Gemüsepflanzen.

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In Europa verboten

Nikotin wurde früher ausgiebig als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft eingesetzt. In den 80er-Jahren hatte das ein Ende: Auf Grund der hohen Giftigkeit verbot die EU den Einsatz von Nikotin als Pestizid. Dennoch finden sich in Lebensmittelproben immer wieder erhöhte Rückstände, darunter auch an Obst- und Gemüse aus Deutschland (Salat, Beeren, Pilze).

Kontaminiertes Gemüse

Bekannt ist, dass Nachtschatten-Gewächse wie Tomaten oder Auberginen in geringen Mengen eigenes Nikotin produzieren. In getrockneten Steinpilzen aus China und in einigen Tee-Sorten haben die Wissenschaftler auffällig hohe Nikotin-Werte gemessen. Möglich aber auch: Nikotin wurde in den Herkunftsländern als Pestizid eingesetzt. Oder das Gemüse wurde durch rauchende Arbeiter kontaminiert.