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Neuer Gartentrend

Ist veganer Dünger gesund für Pflanzen im Gartenbeet und im Kübel?

veganer Dünger: Eine Frau jätet Gemüse
Veganer Dünger besteht ausschließlich aus pflanzlichen StoffenFoto: Getty Images

Veganer Dünger besteht ausschließlich aus pflanzlichen Inhaltsstoffen. Aber reichen die Nährstoffe, um dem Gartenbeet neue Kraft zu geben?

Wer sich vegan ernährt, macht das meist aus voller Überzeugung. Kein Tier soll durch die eigene Ernährung leiden. Vielen Vegetariern und Veganern ist jedoch nicht bewusst, dass Gemüse, Obst und Getreide aus dem Bio-Anbau auch mit Tierabfällen und Exkrementen gedüngt wird. Nicht ganz so abwegig ist daher ein besonders nachhaltiger Trend für den Garten: Dünger ohne tierische Bestandteile, also veganer Dünger. Den bekommt man mittlerweile in jedem Gartenfachgeschäft, in gut sortierten Drogeriemärkten oder natürlich online. Richtig günstig sind die wenigsten Angebote: Zwischen fünf und zehn Euro oder mehr muss man für ein Kilo oder Liter veganen Dünger berappen. Ist der Preis gerechtfertigt?

Veganer Dünger als Alternative zu Kunstdünger?

Im Grunde ist pflanzlicher Dünger ein alter Hut. Prinzipiell setzt jeder Bio-Betrieb anstatt Kunstdünger veganen Dünger ein. Um den Nährstoffgehalt an Stickstoff, Phosphor und Kalium zu gewährleisten, wird im kommerziellen Bio-Anbau zusätzlich mit Gülle und Mist gedüngt.

Für Veganer kommt jedoch Gemüse und Obst, das mit tierischen Exkrementen oder anderen tierischen Zusätzen wie Knochen, Schlachtabfällen, Fell oder Federn, gedüngt ist, meist nicht infrage. Dünger aus pflanzlichen Abfällen bietet sich da als Alternative an. Hier sollte aber auf einen ausreichenden Gehalt an Nährstoffen geachtet werden. Auf der Verpackung fertiger Dünger findet man die Mengenangabe. Das sieht dann in etwa so aus: N-P-K 4-3-5 und meint: Stickstoff (N) 4 Prozent, Phosphor (P) 3 Prozent und Kalium (K) 5 Prozent. Für den Preisvergleich kann das wichtig sein, denn ein Dünger mit einer höheren Konzentration an Nährstoffen muss nicht so häufig ausgebracht werden.

Es gibt prinzipiell zwei Arten von Dünger: Mineraldünger und organischen Dünger. Mineraldünger oder anorganischer Dünger sind für Pflanzen schneller verfügbar als organischer Dünger. Die Herstellung ist jedoch ziemlich energieaufwändig und gefährdet das Grundwasser. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, auf diese Art des Düngers zu verzichten. Organischer Dünger gilt hingegen als umweltfreundlicher, zumal, wenn er selbst hergestellt wird.

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Veganen Dünger aus Rasenabschnitt selbst herstellen

Wem pflanzlicher Dünger aus dem Verkaufsregal zu teuer ist, kann ihn auch selbst herstellen. Im Grunde ist Kompost ausschließlich aus Gartenabfällen nichts anderes. Viele Hobbygärtner düngen auch mit nährstoffreichem Rasenschnitt oder geben ihn zum Kompost. Rasenschnitt sollte jedoch angetrocknet sein, ansonsten müffelt das Gartenbeet schnell faulig.

Die Pflanzen nehmen die Nährstoffe noch leichter auf, wenn der Rasenabschnitt zudem weicher ist. Das erreicht man mit einer Silage. Dabei wird der getrocknete Rasen in eine Plastik- oder Mörtelwanne gefüllt und angepresst. Anschließend kommt eine Folie luftdicht drüber. Eine zweite Wanne wird auf die erste Wanne draufgestellt und mit Wasser befüllt. Durch das Gewicht kommt kaum Sauerstoff an den Rasenabschnitt und er beginnt mit der Zeit durchzugären – ähnlich wie Sauerkraut. Nach rund sechs Wochen kann man den nun weichen Rasenabschnitt als Dünger ausbringen. Der gegorene Rasenabschnitt enthält rund 1,5 Prozent an Stickstoff.

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Weitere Alternativen zu Kunstdünger

Es gibt eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, veganen Dünger selbst herzustellen. Pflanzliche Küchenabfälle verwandelt man beispielsweise in den Power-Dünger Bokashi. Mit Beinwelljauche oder Gründünger fördert man den Humus-Gehalt der Erde. Viele Nährstoffe bieten zudem zerstoßene Ackerbohnen. Zum Schutz vor hungrigen Vögeln sollten diese jedoch gut in die Erde eingebracht werden.

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