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Die myHOMEBOOK-Anleitung

Wie Sie Zimmerpflanzen richtig umtopfen

Wann und wie man Zimmerpflanzen richtig umtopfen sollte
Topft man Pflanzen zur falschen Zeit um, kann das Schäden an ihnen versuchenFoto: Getty Images

Das Ziel bei Zimmerpflanzen ist es, sie so zu pflegen, dass sie lange leben und am besten so oft wie möglich blühen. Dafür reichen ein sonniges Plätzchen und regelmäßiges Gießen aber nicht aus. Ab und an sollten die Pflanzen auch umgetopft werden – nur wann und wie?

Spätestens wenn die Pflanze wächst und der Topf zu klein wird, muss ein neuer her. Aber das sind nicht die einzigen Hinweise darauf, dass die Pflanze ein neues Gefäß braucht. myHOMEBOOK fasst die wichtigsten Grundregeln für das Umtopfen von Zimmerpflanzen zusammen und klärt auf, wann es überhaupt nötig ist.

Warum muss man Umtopfen?

Bleibt eine Pflanze zu lange im selben Topf mit derselben Erde, wird ihr Wachstum verlangsamt und sie verliert ihr gesundes Aussehen. Die Ursache dafür liegt in den wachsenden Wurzeln, die die Erde verbraucht haben, wie auch Thomas Borówka, Bereichsleiter der Gewächshäuser im Botanischen Garten Berlin, auf myHOMEBOOK-Nachfrage erklärt: „Eine getopfte Pflanze hat nur den Wurzelraum des Topfes zur Verfügung und nimmt nur über gut versorgte Wurzeln Nährstoffe und Wasser auf. Wenn Pflanzen den Topf durchwurzelt haben und sich die Wurzeln nicht weiter optimal entwickeln, muss aufgrund der dann zu kleinen Töpfe die Pflanze umgetopft werden.“

Dabei gilt die Faustregel: Kleine Pflanzen sollten einmal im Jahr, größere Pflanzen alle zwei Jahre umgetopft werden.

Wann topft man am besten um?

Am besten sollte man Zimmerpflanzen im Frühling umtopfen. Allerdings hänge dies von der Pflanze ab, so Borówka. „Spätestens jedoch, wenn die Pflanze Kümmerwuchs oder Wachstumsdepressionen zeigt und der Topf nur noch von Wurzeln gefüllt ist, die Wurzeln vielleicht sogar schon unten herauswachsen und kaum noch Substrat im Topf vorhanden ist (das Substrat also verbraucht wurde).“ Man erkennt, dass Pflanzen umgetopft werden sollten, wenn:

  • die Wurzeln an die Erdoberfläche treten
  • junge Wurzelspitzen im Randbereich auftauchen
  • die Wurzeln am Boden des Gefäßes eine Spirale bilden (dann ist das Umtopfen aber bereits überfällig)
  • die Wurzeln durch das Abzugsloch des Gefäßes wachsen (das kann aber auch passieren, wenn die Wurzeln generell das Gefäß noch nicht ganz ausfüllen)
  • sich weiße Ablagerungen an der Erdoberfläche oder an der Außenwand des Gefäßes bilden (Anzeichen für zu hartes Wasser oder Versalzung durch Überdünnung)
  • die Pflanze ständig umkippt oder den Topf sprengt
  • die Topferde zu schnell austrocknet

Diese Anzeichen bedeuten aber nicht immer, dass sofort umgetopft werden muss. Bei manchen Pflanzen reicht es auch, die obere Erdschicht im Topf zu entfernen und durch neue Erde zu ersetzen. Manchen Pflanzen bekommen beengte Wurzelwerke auch gut, da diese dadurch besser wachsen und schneller blühen (beispielsweise Zwiebel- und Knollengewächse).

Was beim Umtopfen von Zimmerpflanzen zu beachten ist

Die Wachstumsperiode erkennt man daran, dass die Knospen der Pflanzen aufbrechen und sich neue Blätter sowie Triebe bilden. In diesem Zeitraum braucht die Pflanze viel Wasser, sollte regelmäßig gedüngt und bei Bedarf auch umgetopft werden.

Anders verhält es sich in der Ruheperiode: Topft man die Pflanze in diesem Zeitraum um, können die Wurzeln nicht schnell genug in die frische Erde wachsen, wodurch es zu Staunässe kommt und die Wurzeln faulen. Besser man verzichtet auf das Umtopfen und auf Dünger, gießt weniger und senkt die Temperatur (bei Bedarf).

Vorbereitung des Umtopfens

Wenn man eine Zimmerpflanze tatsächlich umtopfen muss, braucht man zuallererst natürlich ein neues Gefäß. Das sollte bei Zimmerpflanzen im Durchmesser etwa zwei bis drei Zentimeter größer als das alte und nur wenig größer als der Wurzelballen der Pflanze sein. Bei großen, älteren Pflanzen in großen Kübeln sollte der Durchmesser etwa sechs bis acht Zentimeter größer sein. Wichtig ist, dass der Topf ein Abzugsloch hat – nur so kann Staunässe verhindert werden.

Auch interessant: Sollte man Pflanzen während ihrer Blütezeit umtopfen?

Borówka merkte auch an, dass die Pflanzen vor dem Umtopfen auf Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben untersucht werden sollten.

Wichtig sei außerdem die Wahl der richtigen Erde. Hierfür sollte man sich abhängig von der Pflanze informieren. Einige brauchen eine Spezialerde wie etwa Kakteen oder Orchideen. „Grundsätzlich ist wichtig, hochwertige Erde zu nehmen. Und diese bitte ohne Torf, denn der Abbau von Mooren hat fatale Auswirkungen auf Klima und Verlust biologischer Vielfalt. Und mit ganz wenigen Ausnahmen braucht keine Zimmerpflanze Torf!“

Anleitung zum Umtopfen von Zimmerpflanzen

  1. Den Topfboden des neuen Gefäßes mit Kies, Tonscherben, Hydrogranulat oder Ähnlichem bedecken (das verhindert das Verstopfen des Abzugslochs, das Durchsickern der Erde, verbessert die Belüftung und vermeidet Staunässe).
  2. Die Erde sollte vor dem Befüllen leicht aufgelockert werden.
  3. Die Pflanze vorsichtig an den dicken Stängeln aus dem Gefäß ziehen (falls nicht möglich, leicht klopfen).
  4. Wenn die Erde um den Wurzelballen sehr trocken ist, die Pflanze kurz in ein Wasserbad stellen.
  5. Die frische Erde in den neuen Topf geben und die Pflanze so einbetten, dass der obere Teil des Wurzelballens knapp unterhalb des Gefäßrandes liegt.
  6. Die Zwischenräume mit Erde füllen und die Pflanze leicht eindrücken.
  7. Abschließend die Pflanze reichlich gießen (das Wasser sollte nicht zu kalt und nicht zu kalkhaltig sein).

Wann man Ableger umtopfen sollte

Ableger können dann von der Mutterpflanze getrennt und umgetopft werden, wenn sie einige gut ausgebildete Blätter entwickelt haben. Zum Abtrennen benutzt man am besten ein scharfes, desinfiziertes Messer. Der Ableger muss dicht an der Mutterpflanze abgeschnitten werden. „Abgeschnittene Triebe können zunächst in ein Wasserglas gestellt oder direkt in die Erde gepflanzt werden wie zum Beispiel bei Pelargonien. Die Blüten, Knospen und einen Teil der Blätter müssen entfernt werden, denn die Pflanze soll ja Energie in die Wurzelbildung stecken“, erläutert Borówka. Der Ableger sollte an einen hellen Standort gestellt und das Substrat feucht gehalten werden. Innerhalb von ungefähr zwei Wochen würden sich dann relativ schnell neue Wurzeln bilden.

Anders verhält es sich bei Sukkulenten wie Kakteen. „Hier lässt man den Ableger an der Luft bis zu einige Wochen liegen, damit die Schnittstelle von der Mutterpflanze komplett abtrocknet. Erst dann auf Sand topfen und oberhalb der Schnittstelle kommen dann die Wurzeln. Topft man zu früh, fault der Ableger“, betont Borówka.