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Schönere Blüten, bessere Ernte

Urin ist der Wunderdünger für Ihre Pflanzen

Urin ist der Wunderdünger für Pflanzen im Garten
Im Freien urinieren nur im Notfall: Pflanzen vertragen nur verdünnten UrinFoto: Getty Images

Wasser, Sonne, Nährstoffe: Das braucht jede Pflanze zum Wachsen. Wasser und Sonne gibt es umsonst, Stoffe wie Phosphat müssen wir als teuren Kunst-Dünger kaufen. Oder wir düngen mit Urin. Denn darin sind viele Mineralstoffe enthalten. myHOMEBOOK erklärt, wie Sie mit Ihrem Urin Ihre Pflanzen aufpäppeln.

Mit dem Essen nehmen wir viele Nährstoffe zu uns. Davon scheiden wir eine Menge über den Urin wieder aus. Kalzium, Magnesium, Kalium sind einige davon. Doch vor allem Phosphor liegt hoch konzentriert im Urin vor. Und den Stoff brauchen Pflanzen zum Wachsen, Blühen und Gedeihen. Deswegen ist verdünnter Urin ein hervorragender Flüssig-Dünger.

Urin-Dünger gut für Starkzehrer

Urin ist reich an Nährstoffen. Starkzehrende Pflanzen brauchen davon mehr, schwachzehrende weniger. In jedem Fall sollten Sie Urin nur mit Wasser verdünnt als Dünger verwenden. Unverdünnt ist der Urin eine wahre Mineralstoff-Bombe und zu heftig für viele Pflanzen. Für starkzehrende Pflanzen gilt daher ein Mischungsverhältnis von 1 zu 10. Beispiel: 100 Milliliter Urin auf 1 Liter Wasser. Bei Schwachzehrer ist das Verhältnis 1 zu 20.

Welche Pflanzen sind Starkzehrer?

Hier eine Auswahl starkzehrender Pflanzen. Für diese gilt ein Mischungsverhältnis des Düngers von 1 zu 10.

  • Rosen
  • Chrysanthemen,
  • Geranien
  • Kartoffeln
  • Paprika
  • Tomaten
  • Rüben
  • Gurken
  • Möhren
  • Erdbeeren
  • Obstbäume
  • Rasen
  • Hecken

Achtung: Mit Urin sollten Sie keine Pflanzen düngen, die Nitrat einlagern. Das sind zum Beispiel Blattgemüse wie Spinat, Salat, Rucola und Kohlgemüse wie Grünkohl, Wirsing, Chinakohl.

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Aber riecht das nicht unangenehm?

Nicht, wenn Sie frischen Urin verwenden und diesen verdünnen. Auch sollten Sie nicht zu viel des Guten verwenden. Bei älterem Urin wird Stickstoff in Ammoniak umgewandelt. Das ist der Stoff, der penetrant in der Nase sticht.

Ammoniak kann aber auch aus einem anderen Grund zum Problem werden. Generell sollten Sie den Dünger nur um die Pflanzen herum verteilen. Lassen Sie ihn nicht direkt mit den Früchten in Kontakt kommen. Sonst kann die Pflanze Ammoniak-Verbrennungen erleiden.

Achtung: Verzichten Sie auf das Düngen mit Urin, wenn Sie Medikamente nehmen oder rauchen. Denn dann gelangen Stoffe in den Boden, die diesem nicht guttun.

Urin-Dünger ist nicht unhygienisch

Finnische Forscher fanden heraus, dass mit Urin gedüngte Tomaten nicht anders schmecken als anders gedüngte Tomaten. Zudem waren sie nicht mit Keimen belastet. Urin lässt sich daher ohne bakterielles oder chemisches Risiko als Dünger einsetzen.

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Weltweites Problem: Phosphor-Reserven schwinden

Um den Hunger der Welt zu stillen, streuen Bauern weltweit etwa 15 Millionen Tonnen Phosphat-Dünger pro Jahr auf die Felder. Allein in Deutschland sind es 140.000 Tonnen pro Jahr. Doch viele Wissenschaftler warnen, die Ressourcen des Rohstoffs schwinden schnell. Mit fatalen Folgen, denn Phosphor lässt sich nicht ersetzen.

Was die Lage verschärft: Phosphat-Reserven gibt es nur in wenigen Ländern. Das sind vor allem Marokko, Westsahara, China. Ein paar gibt es auch in den USA. Und diese Länder diktieren den Preis des Rohstoffs. Unsere Bauern, die auf Phosphor-Importe angewiesen sind, spüren das: Die Preise schnellen seit Jahren in die Höhe. Für viele Wissenschaftler ist klar: Nährstoffreicher Urin ist der Dünger der Zukunft. Er ist umweltschonend, hält den Phosphor-Kreislauf stabil und entlastet die Gewässer.