1. September 2025, 6:12 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Anblick grüner Pflanzenbüsche zwischen den Platten der Terrasse frustriert jeden Gartenbesitzer. Es muss aber nicht immer gleich die „chemische Keule“ sein, um das zu verhindern. Fugensand kann hier die Lösung gegen Unkraut sein.
Die Unkrautbeseitigung ist ein anstrengendes Unterfangen. Mit Fugenkratzern, Unkrautbrennern und allerlei Hausmittelchen machen sich Gartenbesitzer an die schweißtreibende Arbeit, das unerwünschte Grün wieder loszuwerden. Um den Bewuchs zu unterbinden, zumindest ihn zu verlangsamen, lässt sich Fugensand verwenden.
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Wie verhindert Fugensand das Unkraut?
Bekanntlich benötigen Pflanzen für ihr Wachstum Licht und eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Bodenbeschaffenheit. Und genau an diesem Hebel setzt der Fugensand an. Er wirkt physikalisch durch das dichte Verschließen der Fugen. Dadurch kann kein beziehungsweise zu wenig Licht an darunterliegende Samen gelangen. Zudem ist der Boden nicht mehr locker genug für das Wurzelwachstum.
Eine optimale Zusammensetzung des Fugensands wirkt zusätzlich biochemisch. Sie sorgt für einen pH-Wert, der das Wachstum der Pflanzen hemmt. Dazu besteht der Sand in der Regel aus einer Mischung aus ofengetrockneten und gebrannten Sanden, Tonen und Erden. Durch die Aufbereitung ist die Mischung extrem nährstoffarm. Es entsteht so etwas wie eine mit einer Wüste vergleichbare Umgebung.
Entscheidend ist die richtige Verarbeitung
Der Fugensand bildet die Basis für den Erfolg gegen Unkraut. Es kommt aber auch darauf an, wie er verarbeitet wird. Dabei sind ein paar Dinge zu beachten. Zunächst muss die Fläche gründlich von Moos, Pflanzenresten und Erde gereinigt werden. Bereits vorhandenes Fugenmaterial ist vollständig zu entfernen. Dies sollte über die gesamte Fugenhöhe des Steins erfolgen. Mit Fugenkratzern und einem Hochdruckreiniger sollte dies gelingen.
Vor dem nächsten Schritt ist unbedingt darauf zu achten, dass der Boden komplett trocken ist. Das gilt für die Oberseiten der Steine und die Fugen gleichermaßen. Nach dem Abtrocknen wird der Fugensand gleichmäßig auf der Fläche verteilt und mit einem weichen Besen gerade sowie diagonal in die Fugen eingekehrt. Mit einer Rüttelplatte, die in Baumärkten und bei speziellen Anbietern geliehen werden kann, wird der Boden verdichtet und anschließend nach Bedarf das Einkehren wiederholt.
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Um als mechanische Barriere und Lichtabschluss zu dienen, sollte der Sand so fest sein, dass ein Spachtel kaum noch in den Sand gedrückt werden kann. Vorteil des Fugensands ist auch die Wasserdurchlässigkeit. Regenwasser kann also immer noch gut ablaufen. Diese Form des Verfugens stößt aber dort an ihre Grenzen, wo der Belag starken mechanischen Belastungen ausgesetzt ist.
Geht es um eine Terrasse oder eine Zuwegung zur Haustür, spricht nichts dagegen, auf den Fugensand zu setzen. Auch für Auffahrten mit gelegentlichem Verkehr ist dies stabil genug. Bei größeren mechanischen Belastungen wie auf Parkplätzen oder beim Befahren mit schweren Fahrzeugen bleibt ein abbindender Zement die bessere Variante.
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Tipps zur Auswahl
Es ist ratsam, sich vor Beginn der Arbeiten im Baumarkt oder Gartenfachhandel ausführlich beraten zu lassen. Denn nicht jeder Sand ist gleich gut geeignet. Unter dem Markennamen „Dansand“ sind im Fachhandel Mischungen zu bekommen, die besonders stark das Wachstum von Unkraut hemmen sollen.
Die konkrete Auswahl des Sands orientiert sich am Anwendungsszenario. Für schmale Fugen, wie sie etwa für Gartenwege mit geringer Belastung typisch sind, bietet sich ein stark alkalischer Quarzsand zum Verfugen und Unkrauthemmer an. Breitere Fugen mit höherer Belastung sollten mit einem speziellen Fugensand mit groberer Körnung verfugt werden.
Regelmäßige Pflege muss sein
Einmal alles verfugen und dann dauerhaft Ruhe vor dem Unkraut? Das bleibt leider ein Wunschtraum. Auch wenn Spezialprodukte zum Einsatz kommen. Sand kann eben durch Wind verweht und durch Wasser ausgewaschen werden. Die hemmende Dichte wird durch natürlichen Einfluss geringer. Eine Reinigung der Beläge mit Hochdruckreinigern oder dem Gartenschlauch trägt zu diesem Verschleiß natürlich ebenso bei.
Deshalb muss in Abständen von einigen Jahren frisches Material neu in die Fugen gerieben und der Boden verdichtet werden. Außerdem ist es zu empfehlen, die Fugen regelmäßig auf kleinste Keimlinge zu kontrollieren, um diese dann manuell frühzeitig zu entfernen, bevor sie es vielleicht doch geschafft haben, Wurzeln zu schlagen.

