8. August 2025, 17:06 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ob Blumenbeet oder Gemüseacker – wer regelmäßig im Garten arbeitet, tut nicht nur Pflanzen etwas Gutes, sondern auch sich selbst. Warum das Gärtnern laut einer neuen Umfrage nicht nur die Psyche stärkt und Stress reduziert, sondern auch Glückshormone freisetzt, zeigt sich deutlich im europäischen Vergleich. Und selbst für Gartenlose gibt es Lösungen.
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Mehrheit spürt positive Wirkung von Gärtnern auf die Psyche
Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des Gartengeräte-Herstellers Stiga berichten 63 Prozent der Deutschen, dass sich Gartenarbeit förderlich auf ihre mentale Gesundheit auswirkt. Dabei steht vor allem eines im Vordergrund: die Bewegung an der frischen Luft. 76 Prozent der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen darin laut den Umfrageergebnissen den wichtigsten positiven Aspekt. Außerdem verbinden 42 Prozent das Gärtnern mit Stressabbau und besserer Stimmung, während 30 Prozent es sogar als eine Form der Selbstverwirklichung betrachten.
Eine Studie der Hochschule Geisenheim (Hessen), die 2020 während des Corona-Lockdowns durchgeführt wurde, kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach zählen Gartenbesitzer zu den glücklicheren Menschen und sind mit ihrem Leben insgesamt zufriedener.
Gartenarbeit auch europaweit beliebt
Ein ähnliches Bild zeigt sich europaweit: In Großbritannien (73 Prozent), Spanien (70 Prozent), Italien (69 Prozent) und Polen (67 Prozent) wird Gartenarbeit ebenfalls stark mit positiven Effekten auf das seelische Wohlbefinden assoziiert. Besonders häufig wird dabei der Kontakt zur Natur sowie das daraus resultierende Gefühl innerer Ausgeglichenheit genannt.
Gartenarbeit regt zu Bewegung an
Neben den psychischen Vorteilen fördert Gärtnern auch körperliche Aktivität. Demnach geben 41 Prozent der deutschen Befragten an, dass Gartenarbeit sie zu einem aktiveren Lebensstil anregt. Insgesamt bewerten 72 Prozent der Deutschen das Gärtnern als wohltuend.
Das Gärtnern spricht zudem alle fünf Sinne an – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten – und hält den Körper gleichzeitig in Bewegung. Diese Kombination sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen wie Dopamin und Serotonin.
Zudem bringt die Pflege von Pflanzen Verantwortung mit sich und steigert die Wertschätzung für das Leben und die Umwelt. Forschende der Columbia University betonen: Im Garten und beim Gärtnern schafft man sich einen sicheren Raum, „in dem man abschalten, Stress abbauen und sich beschäftigen kann.“ Es sei insgesamt „eine gesunde Auszeit von den Stressfaktoren der Welt“.
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Welchen Einfluss Pflanzen auf die mentale Gesundheit haben
Nachgewiesener Stressabbau und geringeres Krankheitsrisiko
Wie stark der Stresspegel durch Gärtnern sinken kann, zeigt sich auch in medizinischen Erkenntnissen: Gartenarbeit senkt nachweislich den Cortisolspiegel – jenes Hormon, das bei chronischer Überbelastung unter anderem Herzkrankheiten, Bluthochdruck oder ein geschwächtes Immunsystem begünstigen kann. Der in der Umfrage genannte Stressabbau ist damit nicht nur subjektiv, sondern auch biologisch messbar relevant.
Gärtnern geht auch ohne eigenen Garten
Wer keinen eigenen Garten besitzt, muss nicht auf die positiven Effekte verzichten: In vielen Städten gibt es Gemeinschaftsgärten. Das gemeinsame Gärtnern bringt laut Studien einen zusätzlichen Vorteil mit sich: Das Gärtnern zusammen mit anderen macht einer Studie zufolge möglicherweise noch froher und resilienter.
Gärtnern als wertvoller Ausgleich vom Alltag
„Aktuell habe ich leider keinen eigenen Garten, aber auf meinem recht großen Stadtbalkon wachsen Tomaten, Gurken und sogar Kürbisse. Dazu kommen noch ein paar Kräuter. Der Aufwand hält sich dabei in Grenzen, dennoch macht es Spaß, sich nach der Arbeit um die Pflanzen zu kümmern. Und wenn die Ernte mal nicht so üppig ausfällt, stört mich das nicht. Mir geht es dabei mehr um ein entschleunigendes Hobby, vor allem als Ausgleich zum doch eher hektischen Alltag. Und vielleicht wird es ja eines Tages wieder ein richtiger Garten.“
Mit Material der dpa