19. Oktober 2026, 6:13 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
In Hochbeeten ist Bewegung drin. Und die geht abwärts. Warum Hochbeete absacken, wieso das sogar gut ist und wie Sie beizeiten nachfüllen können, erklärt myHOMEBOOK.
Ein Hochbeet, das nicht absackt, ist ein schlechtes Hochbeet. Wenn Ihr Hochbeet absackt, passiert nämlich genau das, wofür Sie es gebaut haben: Das Material darin verrottet, wärmt die Wurzeln und füttert die Pflanzen. Wenn Ihr Hochbeet nicht absackt, haben Sie möglicherweise nichts anderes als einen Erdhaufen mit Umrandung.
Warum sackt ein Hochbeet ab?
Im Inneren eines Hochbeets arbeitet eine Art Komposthaufen. Ganz unten liegen grobe Äste, darüber Laub, umgedrehte Rasensoden, Rasenschnitt und andere Pflanzenreste. Dann folgen Kompost und darüber Pflanzerde. Zwischen all diesen Materialien befinden sich zunächst reichlich Hohlräume. Mikroorganismen machen sich nach und nach über das organische Material her und zersetzen es. Dabei entsteht Wärme, und Nährstoffe werden freigesetzt. Äste, Zweige und andere grobe Strukturen werden mürbe und verlieren an Volumen. Gleichzeitig wird die Füllung durch ihr eigenes Gewicht sowie durch Regen und Bewässerung verdichtet. Die Zwischenräume werden kleiner, und die darüberliegende Erde sackt nach. So verliert das Hochbeet mit der Zeit an Höhe. Im ersten Jahr kann ein Hochbeet um 10 bis 20 Zentimeter absacken – manchmal sogar noch mehr. Auch danach setzt sich die Füllung weiter, meist aber langsamer.
Mit dem Abbau der organischen Materialien nimmt auch die Menge an Nährstoffen ab, die das Beet freisetzt. Gerade in den ersten Jahren steckt in der Füllung noch viel davon. Ein klassisch geschichtetes Hochbeet setzt vor allem anfangs viel Stickstoff frei und bietet damit gute Bedingungen für Starkzehrer wie Tomaten, Kohl, Zucchini, Gurken oder Paprika.
Wann Sie Ihr abgesacktes Hochbeet nachfüllen sollten
Am bequemsten ist es, wenn Sie das Beet nach der Ernte im Herbst auffüllen. Über den Winter kann sich das Material setzen, sodass im Frühjahr nur noch die fehlende Menge ergänzt werden muss. Wer erst im Frühjahr nachfüllt, sollte das Beet kräftig gießen oder einige Regenfälle abwarten. So kann sich das Füllmaterial noch etwas setzen, bevor die Pflanzen ins Beet kommen.
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Sackt das Beet mitten in der Saison stark ab, können die Pflanzen plötzlich in einer Mulde stehen. Bei Kartoffeln ist das fast praktisch, denn die müssen sowieso früher oder später angehäufelt werden. Auch Tomaten schadet es nicht, wenn Sie zusätzliche Erde auffüllen. Bei anderen Pflanzen sollten Sie die fehlende Erde vorsichtig und nach und nach ergänzen. Eine dicke Schicht auf einmal kann Pflanzen bedecken oder den Wurzelhals zu tief setzen. Salat beispielsweise muss im Wind flattern, darf also nicht zu tief in der Erde sitzen. Sonst können die äußeren Blätter faulen.
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Was eignet sich zum Nachfüllen von Hochbeeten?
Zum Nachfüllen eignen sich Kompost und gute Pflanzerde, gern auch gemischt. Grobes Material wie Äste oder Hackschnitzel, aber auch unreifer Kompost gehört nicht obenauf.
Wann eine neue Füllung sinnvoll ist
Nach etwa fünf bis sieben Jahren ist die ursprüngliche Füllung weitgehend zersetzt. Damit geht auch der typische Schichteffekt zurück: Das organische Material liefert weniger Nährstoffe und erzeugt weniger Verrottungswärme. Dann ist es sinnvoll, die Füllung komplett zu erneuern und das Hochbeet neu zu schichten. Die alte Erde müssen Sie nicht entsorgen. Sie eignet sich weiterhin zur Bodenverbesserung im Garten.
Mein Weinfass-Hochbeet
„Aus einem in der Mitte durchgesägten alten Weinfass sind bei mir zwei Mini-Hochbeete geworden. Als ich noch Radieschen und anderes Gemüse darin anbaute, habe ich die abgesackte Erde mit Pflanzerde aufgefüllt. Dann entdeckten die Hühner aus der Nachbarschaft die Beete als Ausguck. Seither wächst hier kein Gemüse mehr, nur noch Wildkräuter. Nachgefüllt habe ich nicht mehr, und die Erde sackt weiter ab. Den Hühnern ist das aber egal.“