17. April 2026, 11:13 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Komposterde ist eine günstige und umweltfreundliche Möglichkeit, viele Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Allerdings ist sie kein Allround-Dünger, denn nicht jede Pflanze kommt damit zurecht. Es gibt Arten, die Kompost schlecht vertragen. Die enthaltenen Stoffe und die Prozesse, die er im Boden auslöst, können ihnen sogar schaden.
Warum Kompost für Pflanzen gefährlich sein kann
„Pflanzen benötigen für eine optimale Versorgung drei essenzielle Nährstoffe: Stickstoff, Kali und Phosphor. Auch Spurennährstoffe sind für das Wachstum relevant. Allerdings brauchen sie davon im Vergleich zu den drei Hauptnährstoffen nur geringe Mengen“, erklärt Olaf Beier von der Landgärtnerei Beier.
Komposterde besteht aus Stickstoff, Phosphor und Kalium. Allerdings befindet sich in ihr auch Kalk. Dieser ist bei Weitem nicht allen Pflanzen zuträglich, vor allem jenen nicht, die wie der Rhododendron eine kalkarme Erde benötigen. Problematisch ist zudem, dass Kalk zwar durchaus kurze Zeit nach dem Düngen Nährstoffe aus dem Boden löst und den Pflanzen zur Verfügung stellt, allerdings langfristig betrachtet, den Gehalt an Humus im Boden stark reduziert. Infolgedessen schmälert sich der Nährstoffgehalt des Bodens kontinuierlich.
Ein weiterer, kritischer Punkt: Kompost begünstigt die Salzkonzentration während des Wachstums von Pflanzen. Besonders kritisch ist es, wenn zusätzlich mit organischem Dünger gedüngt wird. Dieser beinhaltet viele zusätzliche Ballastsalze. Für ein gesundes Wachstum benötigen Pflanzen zwar durchaus Salze, jedoch in wesentlich geringeren Mengen. Zu viel Salz vergiftet die Pflanzen, blockiert ihre Fotosynthese und deaktiviert Enzyme. Die Folge: Die Stoffwechselprozesse werden gestört, sodass die Pflanzen letztendlich verkümmern.
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Welche Pflanzen keinen Kompost vertragen
Vor allem Pflanzen, die zum Gedeihen mineralische, kalkarme oder saure Bodenverhältnisse benötigen, reagieren auf Komposterde extrem empfindlich. Dabei handelt es sich um bekannte und von vielen Hobbygärtnern kultivierte Pflanzen, die keinen Kompost vertragen, wie:
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Alternative Düngemethoden für sensible Pflanzen
Pflanzen, die keinen Kompost vertragen, müssen ihren Nährstoffbedarf mithilfe anderer Düngemittel decken können. Als gute AltAlternativenm Kompost haben sich Hornspäne und Laubhumus bewährt.
Hornspäne
Hornspäne werden aufgrund der Zusammensetzung gerne als Universaldünger verwendet. Er ist somit für alle Pflanzenarten und Gehölze geeignet. Zudem ist er pH-neutral. So ist er ideal als Dünger für kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendren, Heidelbeeren oder Kiwi. Die in den Hornspänen enthaltenen Nährstoffe setzen sich sehr langsam frei. Deshalb können Hobbygärtner ihre Pflanzen mit diesem natürlichen Dünger auch nicht überdüngen. Hornspäne können sowohl für langfristiges als aucauch fürrzfristiges Düngen verwendet werden. Der große Vorteil bei Hornspänen als Dünger ist, dass er ein fast reiner Stickstoffdünger ist. Seine Anteile an Schwefel, Kali und Phosphor sind vernachlässigbar klein. Dies ist für Pflanzen hierzulande allerdings kein Problem, im Gegenteil. Beide Nährstoffe sind in der Regel bereits im Boden ausreichend vorhanden.
Laubhumus
Pflanzen, die keinen Kompost vertragen, können auch sehr gut mit Laubhumus gedüngt werden. Dieser zeichnet sich durch einen niedrigen pH-Wert aus und eignet sich damit hervorragend für Gewächse, die sensibel auf Salz und Kalk reagieren. Reiner Laubhumus kann simpel hergestellt werden: In einem Drahtkorb Herbstlaub zusammen mit Rasenschnitt und Häckselmasse mischen. Das Laub von Obstbaumgehölzen, Linden, Ahorn oder auch von Eberesche und Hainbuche eignet sich besonders gut. Mikroorganismen verwandeln mit der Zeit das Laub in Erde.