18. Oktober 2026, 9:23 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Es gibt Pflanzen, die ihre zweite schönste Seite erst nach der Blüte zeigen: Ihre Samenkapseln und Fruchtstände schmücken Beet und Vase und manche bieten zudem Futter für Vögel oder Unterschlupf für Insekten. myHOMEBOOK stellt acht Arten vor, die auch im Vergehen etwas zu bieten haben.
Im Sommer ist das Beet voller Farbe: roter Mohn, violette Akelei, die Jungfer im Grünen in Blau und Weiß. Dann fallen die Blütenblätter, und viele Hobbygärtner greifen zur Schere. Aber das kann ein Fehler sein, denn manche Pflanzen zeigen im Vergehen noch einmal, wie schön sie sind. Aus den Blüten werden Samenkapseln und Fruchtstände, bei denen nicht mehr die Farbe, sondern die Form im Mittelpunkt steht.
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Jungfer im Grünen: Ballons zwischen feinen Fäden
Die einjährige Jungfer im Grünen blüht blau, weiß oder rosa, umgeben von fadenförmig zerteilten Hochblättern. Nach der Blüte bleiben ballonförmige, von feinen Fäden umgebene Samenkapseln zurück. Zunächst sind sie grünlich bis cremefarben und oft violett gestreift, später werden sie papierbraun und trocknen ein. Wenn die Kapseln reif sind, öffnen sie sich und geben ihre schwarzen Samen frei, die sich rund um die Pflanze verteilen können. In Trockensträußen ist die Jungfer im Grünen ein Hingucker.
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Akelei: Fünf Früchte, ein Stern
Die Akelei ist eine kurzlebige Staude mit nickenden, meist violett-blauen Blüten und Spornen. Aus den einzelnen Blüten entwickeln sich jeweils meist fünf schmale Früchte, die sternförmig zusammenstehen und nach oben zeigen. Wenn sie trocken und reif sind, öffnen sie sich entlang einer Naht und geben die schwarzen Samen frei. Die können im Garten bleiben und für neue Akeleien sorgen, denn die Pflanze sät sich sehr großzügig selbst aus.
Wilde Karde: Stachelköpfe für Stieglitze
Der stachelige Stängel der Wilden Karde trägt im Sommer violette Blütenköpfe, aus denen später große, braune Fruchtstände mit zahlreichen spitzen Hüllblättern werden. Diese trockenen Stachelköpfe machen die Karde auch im Winter zum Blickfang. Stieglitze ziehen mit ihrem spitzen Schnabel die Samen aus den Köpfen. In den trockenen Stängeln überwintern Insekten, wenn man sie bis zum Frühjahr stehen lässt.
Klatschmohn: Die Kapsel als kleiner Streuer
Beim Klatschmohn folgt auf die leuchtend rote Blüte eine rundliche Kapsel, die auf einem dünnen Stängel sitzt. Unter ihrem flachen, strahlig gerippten Deckel befinden sich kleine Öffnungen, durch die die Samen nach und nach herausfallen. Bewegt der Wind den Stängel, schüttelt die Kapsel ihre Samen aus wie ein Salzstreuer das Salz.
Silberblatt: Scheiben mit Durchblick
Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr nur eine Blattrosette und blüht erst im darauffolgenden Frühjahr violett oder weiß. Danach hängen flache, ovale Früchte am Stängel. Mit der Reife platzen sie auf und die Samen fallen nach und nach heraus. Dann zeigen sich die papierdünnen Scheiben, die im Gegenlicht silbrig schimmern. Die Fruchtstände halten lange und eignen sich gut für Trockensträuße.
Zierlauch: Kugeln aus Kapseln
Die Blütenkugeln mancher Zierlauch-Arten können so groß wie ein Kinderkopf werden. Nach der Blüte bleiben kugelige Fruchtstände aus zahlreichen kleinen Kapseln zurück, in denen die Samen reifen. Die Blätter haben sich dann meist schon eingezogen. Im Beet wie im Trockenstrauß halten sich die Fruchtstände lange.
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Purpur-Sonnenhut: Igelköpfe mit Raureif
Beim Purpur-Sonnenhut verändert sich nach der Blüte vor allem die Mitte. Aus dem kegelförmigen Blütenboden wird ein fester, igelförmiger Fruchtstand, zwischen dessen steifen Spitzen die kleinen Früchte sitzen. Vögel picken sie heraus. Bleiben die trockenen Stängel stehen, fängt sich im Herbst und Winter Raureif darin.
Waldrebe: Federschweife
Waldreben sind meist Kletterpflanzen und blühen je nach Art mit kleinen Glocken oder großen Blüten. An den kleinen Früchten hängen dann lange, seidig behaarte Fortsätze. Viele davon zusammen bilden silbrige, federartige Büschel, die an Rauschebärte alter Männer erinnern und bei manchen Arten bis weit in den Winter hinein an der Pflanze bleiben.