Im Sommer gibt es immer wieder Phasen mit großer Hitze und anhaltender Trockenheit. Das setzt nicht nur Menschen, sondern auch dem Rasen im Garten zu. Dennoch sollte die Rasenpflege in dieser Zeit nicht vernachlässigt werden. Worauf es bei heißem und trockenem Wetter ankommt, hat myHOMEBOOK bei Dr. Harald Nonn, dem ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Rasengesellschaft, erfragt. Einige Pflegemaßnahmen sind dann besonders wichtig, andere können dem Rasen sogar schaden.
Das sollte man beim Rasenmähen bei Hitze beachten
Die deutsche Korrektheit zeigt sich immer wieder am Rasen. Satt grün, akkurat geschnitten – in vielen Fällen einfach perfekt. Auch wenn das Wetter sich von seiner besten Seite zeigt, mit Temperaturen um 30 Grad, wird der Rasen gemäht. Ein Aspekt ist beim Rasenmähen bei Hitze ganz besonders wichtig, erklärt Dr. Harald Nonn, Ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft: „Wenn die Temperaturen steigen, kann man mit der Schnitthöhe ruhig einen Zentimeter höher gehen“, erläutert der Experte. Von bisher eher dreieinhalb Zentimetern könne man auf viereinhalb oder sogar fünf Zentimeter gehen.
Die Schnitthöhenveränderung hat einen ganz bestimmten Grund, verrät Dr. Nonn: „Die Gräser beschatten sich dann etwas stärker und man spart etwas Wasser. Dadurch, dass wir mehr Blattmasse haben, kommen die Gräser in die Lage, mehr Wurzeln zu bilden, da die Energielieferung größer ist. Das stärkt den Rasen dann gerade in den heißen Sommermonaten.“
Aber nicht nur die Schnitthöhe ist zu beachten, auch die richtige Wetterlage sollte abgewartet werden, erklärt der Profi: „Jedes Mähen verletzt die Blätter und aus dieser Wunde verdunstet relativ viel Wasser, das kann auch schnell zu einer braunen Oberfläche führen.“ Der Experte hat aber einen Tipp: „Mähen sollte man möglichst an schattigen Tagen und nicht unbedingt in der Mittagshitze. Lieber am frühen Abend oder am frühen Morgen.“
Wie man bei Hitze gießen sollte
Nicht nur beim Mähen, auch beim Gießen kommt es im Sommer auf die richtige Strategie an. Statt den Rasen täglich mit kleinen Wassermengen zu versorgen, empfiehlt Dr. Harald Nonn, seltener, dafür aber durchdringend zu wässern. „Wenn ich jeden Tag ein bisschen gieße, ziehe ich die Wurzeln des Rasens nach oben. Dann muss ich öfter wässern als bei tieferliegenden Wurzeln“, erklärt der Experte. Ideal ist es, den Boden wurzeltief zu durchfeuchten, damit die Gräser tiefere Wurzeln ausbilden und Trockenperioden besser überstehen. Gegossen werden sollte vorzugsweise am frühen Morgen. Als Faustregel gilt laut Nonn: Erst dann zur Bewässerung greifen, wenn die Gräser erste Trockenstress-Symptome zeigen und sich hängen lassen – der Zeitpunkt kann je nach Witterung und Bodenbeschaffenheit nach wenigen Tagen oder auch erst nach einer Woche erreicht sein.
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