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Walnüsse im Garten werden schwarz? Das steckt dahinter

Schwarze Walnüsse
Werden die Walnüsse schwarz, kann eine bestimmte Ursache dahinterstecken Foto: Getty Images
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Lena Hackauf
myHOMEBOOK-Redaktion

9. Oktober 2025, 15:08 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Im Herbst ist endlich die Zeit für die Ernte im Garten. Auch die Nüsse des Walnussbaums sind nun bereit. Vorsicht gilt jedoch, wenn sie schwarz gefärbt sind. Die ungewöhnliche Verfärbung kann auf einen Schädling hinweisen. myHOMEBOOK hat bei Experten nachgefragt, wie man den Übeltäter wieder loswerden kann.

Es heißt, fünf Walnüsse pro Tag zu verzehren, sei eine gute Menge, um die eigene Gesundheit zu unterstützen. Die Nüsse sind nämlich sehr gesund, da sie reich an Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Zink und Betacarotin sind. Ab September können Gartenbesitzer mit einem Walnussbaum die gesunden Nüsse endlich sammeln, trocknen und verzehren. Ein Auge sollte man dabei aber auf schwarze Walnüsse haben.

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Schwarze Walnüsse: Walnussfruchtfliegen können der Grund sein

Verfärben sich die Walnüsse am Baum, ist das in der Regel kein gutes Zeichen. Häufig ist ein Schädling dafür verantwortlich: die Walnussfruchtfliege. Das Insekt legt seine Eier in den Früchten ab. „Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Maden vom Fruchtfleisch der Fruchtwand, welche dadurch weich, feucht und schwarz wird“, erklärt die Walnussmeisterei auf myHOMEBOOK-Anfrage. Laut den Experten kommen die Fruchtfliegen deutschlandweit vor.

Gut zu wissen: Neben der Walnussfruchtfliege kann auch eine Pilzinfektion für die Verfärbung verantwortlich sein, etwa durch eine Erkrankung an Marssonina oder durch den bakteriellen Walnussbrand. Ein eindeutiges Zeichen für den Schädling sind die weißen Larven im Fruchtfleisch der Nuss.

Wie erkennt man einen Befall der Walnussfruchtfliege?

Erste Anzeichen eines Befalls sind kleine schwarze Punkte auf der Frucht. „Diese entstehen durch den Einstich der Fliege bei der Eiablage“, so die Experten. In den Sommermonaten legen die weiblichen Fruchtfliegen bis zu 400 Eier – etwa 15 Stück pro Walnuss. Ein eindeutiger Indikator für die Walnussfruchtfliege sind jedoch die Maden in den schwarzen Fruchtschalen.

Sehen die Walnüsse am Baum wie hier zu sehen aus, können die Larven der Walnussfruchtfliege dafür verantwortlich sein
Sehen die Walnüsse am Baum wie hier zu sehen aus, können die Larven der Walnussfruchtfliege dafür verantwortlich sein Foto: picture alliance / blickwinkel/R. Koenig | R. Koenig

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Wie wird man die Walnussfruchtfliege wieder los?

Die Walnussmeisterei empfiehlt, den Zyklus der Walnussfruchtfliege genauer anzuschauen. Auf diese Weise kann man besser einschätzen, welche Maßnahmen sinnvoll sind. „Während der Monate Juni bis August setzen wir auf Gelbtafeln in Kombination mit Lockstofftafeln.“ In dieser Zeit fliegen die weiblichen Tiere zum Walnussbaum, um die Eier abzulegen. An den Tafeln bleiben die Tiere kleben, eine Eiablage wird verhindert.

Die Walnussmeisterrei betont, wie wichtig der Einsatz von Lockstofftafeln hierbei sei. Durch den Ködergeruch könne man die Fallen-Fangkraft um rund 60 Prozent erhöhen. „Ohne die Tafeln ist die Fangkraft der Falle nicht effektiv genug.“

Im September graben sich die Fliegenlarven in den Boden, um sich zu verpuppen und zu überwintern. Im Juli nächsten Jahres schlüpfen die Tiere dann aus dem Erdboden und die Paarung und Eiablage beginnt von vorn. „Damit die Larven nicht mit den runter fallenden Walnüssen in die Erde kriechen können, kann man im September eine Plane unter den Walnussbäumen im Garten ausbreiten“, erklärt die Walnussmeisterei.

Die befallenen Früchte sollte man nicht auf dem Kompost entsorgen. Besser ist es, die Walnüsse zunächst zu verbrennen oder in die Tiefkühltruhe zu legen. Auf diese Weise sterben die Fliegenlarven in den Früchten. Anschließend kann man die Walnüsse im Sondermüll entfernen.

Ein Tipp der Walnussmeisterei: „Falls man Hühner hat, sollte man diese unter dem Walnussbaum halten. Dort picken die Tiere die Larven aus dem Boden.“

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Muss man schwarze Walnüsse melden?

Nein, eine allgemeine Meldepflicht bei schwarzen Walnüssen gibt es nicht. Die Walnussmeisterei meint zu myHOMEBOOK allerdings: „Die Forschung kann vorangetrieben werden, wenn man den Befall von Walnussfruchtfliegen beim Pflanzenschutzdienst meldet.“ Der Grund ist simpel. Je mehr Leute den Befall durch die Walnussfruchtfliege anzeigen und somit einen Bedarf signalisieren, desto eher wird an (ökologisch-zertifizierten) Mitteln geforscht.

Hinweis: Schwarze Walnüsse gelten in der Pfalz übrigens als Delikatesse. Bei den „Pfälzer Trüffeln“ handelt es sich allerdings nicht um erkrankte Früchte. Die Walnüsse werden vielmehr eingestochen und in süßem Sirup eingelegt.

Kann man schwarze Walnüsse noch essen?

Die Larven der Walnussfruchtfliege dringen selten bis zum Kern der Walnuss vor. Damit bleibt die eigentliche Nuss tatsächlich noch essbar – obwohl sie durch das schwarz verfärbte Äußere unappetitlich aussieht. Sollten es die Schädlinge doch bis zum Kern geschafft haben, ist vom Verzehr der Nüsse abzusehen. Bei einem starken Befall kann es zudem dazu kommen, dass kein Nusskern ausgebildet wird.

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