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Pflanzen-Power statt Chlor-Keule

Im Schwimmteich baden Sie ohne Chemie und ohne hohe Kosten

Ein Schwimmteich im eigenen Garten
Naturnaher Badeteich: In einem Schwimmteich wird auf Chemie komplett verzichtetFoto: dpa picture alliance

Deutschland ächzt unter der Hitze-Glocke! Da hilft nur noch ein Sprung ins kalte Wasser. Poolwasser ist jedoch gechlort – das ist nicht jedermanns Sache. Viel angenehmer: Ein Sprung in den Schwimmteich. Dessen Wasser ist samtweich, naturbelassen und beinhaltet keine Chemie. myHOMEBOOK erklärt, wie ein Schwimmteich funktioniert!

Ein Schwimmteich reinigt sich selbst. Dazu wird er in zwei Bereiche unterteilt: Eine Zone zum Schwimmen und eine Randzone, die bepflanzt wird. In dieser sogenannten Regenerationszone übernehmen die Wasser- und Unterwasserpflanzen sowie Plankton die Wasseraufarbeitung. Um zu verhindern, dass Sedimente oder Pflanzenteile in den Schwimmbereich wandern und das Wasser trüben, werden die beiden Zonen getrennt, beispielsweise durch eine Mauer, die bis knapp unter die Wasseroberfläche reicht. Abgedichtet wird der Teich mit einer Teichfolie aus PVC oder einem anderen Kunststoff, wahlweise geht auch Ton oder Beton.

In Körben und auf Böschungsmatten, die Sie in der Uferzone verankern, können Sie dann Wasserpflanzen ansiedeln. Die Wurzeln wachsen durch die Matten aus Kunststoff und nehmen aus dem Wasser Nähstoffe auf. Die Matten sollten dabei mindestens fünf Zentimeter mit Wasser bedeckt sein.

Wie intensiv muss ich den Schwimmteich pflegen?

Was an Laub, Pflanzenresten oder Blüten im Wasser landet, müssen Sie daher regelmäßig mit einem Kescher herausfischen. Dazu können Sie auch einen elektronischen Sauger einsetzen, der die Wasseroberfläche absaugt, einen sogenannten Skimmer. Im Frühjahr sollten Sie den Teichboden von Ablagerungen befreien, zum Beispiel mit einem Schlammsauger.

Wenn es im Sommer heiß wird, verdunstet das Wasser schneller. Dann müssen Sie den Teich mit Wasser nachfüllen, am besten mit weichem Regenwasser. Zum Schutz vor fallendem Laub sollten Sie im Herbst ein Netz über den Teich spannen. Sollte sich das Wasser trotzdem trüben, kann eine Filterpumpe für Klarheit sorgen.

Die Regenerationszone: Oase für kleine Gartenbewohner

Im kleineren und flacheren Bereich werden die Wasserpflanzen eingesetzt. Hier können Sie aber auch Wasserspiele installieren oder den Bereich mit Kieseln oder Findlingen gestalten. Die Regenerationszone ist dabei eine wahre Oase für viele kleine Lebewesen wie Insekten, Amphibien und Vögel. Fische haben in einem Schwimmteich allerdings nichts zu suchen! Durch Fischfutter und Ausscheidungen würde die Wasserqualität leiden.

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Wie groß muss der Teich sein?

Damit sich der Schwimmteich selbst reinigt, braucht er eine gewisse Größe. Viele Experten raten zu einer Wasseroberfläche von mindestens 250 Quadratmetern und einer Mindesttiefe von zwei Metern. Durch diese Tiefe heizt sich das Wasser bei hohen Außentemperaturen zudem nicht so schnell auf. 23 Grad sollte es nicht überschreiten, ansonsten droht verstärkter Algenwuchs. Bei der Planung des Teichs sollten Sie sich über die Form Gedanken machen: Ziehen Sie gerne und ausdauernd Ihre Bahnen, ist eine längliche Teichform besser als eine runde. Sonst könnte Ihnen beim Schwimmen schnell schwindelig werden.

Auch die Lage des Teichs im Garten sollte gut durchdacht sein. Zu nah am Nachbargrundstück könnte die Anwohner nerven. Zu nah an der Straße mit all den Auto-Abgasen vermiest den Schwimm-Spaß. Idealerweise sollten wegen des Laubfalles keine Bäume in der Nähe stehen. Im Sommer sollte zudem die pralle Mittagssonne nicht auf das Wasser scheinen, andererseits sollte die Stelle windgeschützt sein.

Ausreichend für Sicherheit sorgen

Und noch etwas sollte bei der Planung bedacht werden: Wer einen Teich im Garten anlegt, muss für ausreichende Sicherung sorgen! So muss beispielsweise das Gelände eingezäunt werden. Kinder sollten mindestens das Seepferdchen besitzen und der Teich muss kindgerecht mit flachen Zonen angelegt werden. Gitter und Folien bieten zusätzliche Sicherheit.

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Wie reinigt sich das Teich-Wasser?

Fast von selbst! Sie können getrost auf Chemie verzichten, brauchen einzig die richtigen Pflanzen im Regenerationsbereich. An deren Wurzeln haften sich spezielle Bakterien an, die den Reinigungsjob übernehmen, das Wasser filtern und es mit Sauerstoff anreichern. Ein Klassiker unter den Pflanzen für den Schwimmteich ist zum Beispiel die Teich-Simse Scirpus. Gut geeignet sind auch die Strand-Simse Bolboschoenus maritimus, die See-Simse Scirpus lacustris oder das gewöhnliche Schilf Phragmites australis.

Die richtigen Pflanzen im Schwimmteich anlegen
Verschönert jedes Teichufer: Scirpus lacustris mit ihren filigranen Blüten Foto: dpa picture alliance

Was kostet mich ein Schwimmteich?

Da spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle: Zum einen die Größe und Tiefe des Teichs, die Bepflanzung der Regenerationszone und auch die Wasserqualität. Wichtige Punkte sind aber auch die Lage des Grundstücks, die Bodenbeschaffung und ob das Grundwasser für den Teichbau gesenkt werden muss. Nicht zu vergessen: Die Deponie-Kosten für den Erdaushub.

Einen Schwimmteich anzulegen bedarf zudem einer Menge Fach-Kenntnisse. Damit nichts schiefgeht, sollte man die Durchführung einem Experten anvertrauen. Ein Schwimmteich-Bauer verlangt dafür in der Regel ein Honorar. Alles in allem können so schnell mehrere tausend Euro Baukosten zusammenkommen.

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