In den sozialen Medien kursieren immer wieder neue Tipps, die das Putzen der Wohnung erleichtern sollen. In vielen Videos wird von einem Anti-Fingerabdruck-Spray gesprochen. Wie der Name verrät, soll es glatte Oberflächen wie Spiegel und Fensterscheiben vor Abdrücken schützen. Ein Experte bewertet den Trick jedoch kritisch.
Anti-Fingerabdruck-Spray mit Hausmitteln selbst mischen
Fingerabdrücke können die Sicht beim Blick in den Spiegel oder aus dem Fenster behindern. Insbesondere bei Kindern und Haustieren im Haushalt sind Abdrücke oft schwer zu vermeiden. In den sozialen Netzwerken verspricht ein einfacher Trick, Fingerabdrücke zu verhindern. Viel benötige man laut der zahlreichen Videoanleitungen nicht: Aus Klarspüler, Essig(-essenz), Spülmittel und heißem Wasser könne man unkompliziert ein Anti-Fingerabdruck-Spray selbst herstellen.
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Nie wieder Fingerabdrücke – funktioniert der Trick?
Um Fingerabdrücke auf glatten Oberflächen zu vermeiden, muss man das angemischte Mittel auftragen und abziehen. Die Videos zeigen ein deutliches Ergebnis: Berührt man anschließend die Flächen, bleiben keine Abdrücke zurück.
Dr. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) erwartet keinen langfristigen, sauberen Effekt durch den Trick: „Nach dem Putzen ist kurzzeitig ein Effekt zu sehen, aber nicht wegen einer Schutzschicht auf dem Spiegel, sondern wegen der sauberen Finger, die man nebenbei erhält.“
Experte bewertet den Trick gegen Fingerabdrücke kritisch
Laut des Reinigungsexperten lohnt sich der Trick gegen Fingerabdrücke also nicht. Hinzu kommt: „Klarspüler besteht im Wesentlichen aus Wasser, Säure und Tensiden“, erklärt Glassl auf Anfrage von myHOMEBOOK. Und weiter: „Mit Säuren muss man bei Spiegeln besonders vorsichtig sein.“ Gelangen Säuren am Rand des Spiegels unter die Glasfläche, könnten sie die Silberschicht angreifen. „Daher kann das Gemisch aus Klarspüler und Essig oder gar Essigessenz Spiegeln schaden.“
Des Weiteren erklärt der Experte, dass Säuren gut gegen Kalkverschmutzungen helfen. Um Reste von Fetten, etwa Körperfette, die man etwa durch Finger auf Spiegeln hinterlässt, zu hinterlassen, sind sie also nicht die ideale Wahl. Der Experte zieht als Fazit: „Ich würde diesen Trick gegen Fingerabdrücke an den Spiegeln an meinem Arbeitsplatz und zu Hause nicht ausprobieren.“
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