18. August 2025, 14:48 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Fliesen im Badezimmer sind nicht nur praktisch, sondern auch optisch ein wichtiger Bestandteil der Raumgestaltung. Damit sie lange schön bleiben und hygienisch sauber sind, benötigen sie die richtige Pflege. Wer einfach zu irgendeinem Reiniger greift, riskiert nicht nur Schlieren, sondern im schlimmsten Fall auch Schäden an der Oberfläche. myHOMEBOOK verrät, mit welchen Mitteln man seine Fliesen reinigen kann und worauf zu achten ist.
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Geeignete Reinigungsmittel für Badfliesen
Die Wahl des richtigen Reinigungsmittels ist entscheidend dafür, dass Fliesen lange schön bleiben und nicht durch falsche Pflege an Glanz verlieren. Im Badezimmer hat man es grundsätzlich mit zwei Hauptarten von Verschmutzungen zu tun: Kalkablagerungen und Seifen- und Shampooresten. Kalk entsteht vor allem durch hartes Wasser, während Seifenreste oft einen leicht fettigen Film hinterlassen. Beide Arten von Schmutz benötigen unterschiedliche Wirkstoffe, um effektiv entfernt zu werden.
Für das regelmäßige, schonende Reinigen von Fliesen eignen sich milde Allzweckreiniger oder pH-neutrale Badreiniger. Sie lösen alltägliche Verschmutzungen und sorgen dafür, dass sich kein hartnäckiger Schmutzfilm bildet. Diese Reiniger sind unbedenklich für fast alle Fliesenarten und greifen weder die Glasur noch die Fugen an.
Bei stärkeren Kalkablagerungen kommt man oft um einen leicht säurehaltigen Reiniger nicht herum. Mittel mit Zitronensäure sind hier besonders beliebt, weil sie einerseits effektiv gegen Kalk wirken und andererseits sanfter sind als Essigreiniger. Essigreiniger wiederum hat eine noch stärkere Wirkung, sollte aber nur bei säurebeständigen Fliesen wie Keramik oder Feinsteinzeug zum Einsatz kommen – empfindliche Materialien wie Naturstein können durch Säuren dauerhaft beschädigt werden.
Für Fett und Seifenreste sind tensidhaltige Badreiniger ideal. Diese enthalten waschaktive Substanzen, die Fette und Öle aufspalten, sodass sie sich leicht abspülen lassen. Besonders wirksam sind hier Produkte, die gleichzeitig Kalk und Seifenreste bekämpfen, da im Bad oft beides zusammen auftritt.
Reinigungsmittel auf Fliesenart abstimmen
Nicht jede Fliese kann man gleich reinigen. Während robuste Keramikfliesen fast alles aushalten, reagieren empfindlichere Materialien wie Naturstein sehr sensibel auf bestimmte Inhaltsstoffe. Wer seine Fliesen lange in bestem Zustand halten möchte, sollte deshalb genau wissen, welches Material im Bad verlegt ist und wie es gepflegt werden sollte.
Keramik- und Feinsteinzeugfliesen
Diese beiden Fliesenarten gehören zu den am weitesten verbreiteten im Badezimmer. Sie sind sehr dicht, meist glasiert und unempfindlich gegenüber den meisten handelsüblichen Reinigern. Selbst säurehaltige Kalkentferner auf Basis von Zitronen- oder Essigsäure können hier bedenkenlos eingesetzt werden, solange man sie nicht zu lange einwirken lässt. Bei strukturierten Oberflächen oder matten Glasuren empfiehlt es sich jedoch, milde Reiniger zu verwenden, um den Glanz und die Farbintensität langfristig zu erhalten.
Glasierte Fliesen
Sie besitzen eine schützende Glasurschicht, die Schmutz und Feuchtigkeit abweist. Dadurch lassen sie sich leicht reinigen. Bei ihnen reicht oft ein milder Badreiniger oder eine Lösung aus warmem Wasser und etwas Spülmittel. Aggressive Scheuermittel, Metallschwämme oder Reiniger mit groben Partikeln können die Glasur jedoch beschädigen und zu matten Stellen führen.
Natursteinfliesen
Naturstein ist ein optisches Highlight aber in der Pflege anspruchsvoller. Die größte Gefahr für diese Materialien sind säurehaltige Reiniger. Selbst milde Säuren wie Zitronensäure können dauerhafte Verätzungen verursachen. Auch Essigreiniger und chlorhaltige Produkte sind tabu. Stattdessen sollte man auf pH-neutrale Spezialreiniger für Naturstein setzen, die sanft Schmutz und Seifenreste entfernen, ohne die Oberfläche anzugreifen.
Tipps, um eingefressenen Kalk erfolgreich zu entfernen
Vergessenes Putzmittel entfernt Schmutz effektiv und umweltschonend
Auf welche Mittel man verzichten sollte
Von scheuernden Putzmitteln oder metallischen Schwämmen ist unbedingt abzuraten, da sie Oberflächen aufrauen können. Dadurch kann sich Schmutz und Kalk in Zukunft noch schneller festsetzen. Auch hochkonzentrierte Chlorreiniger sind nur im Ausnahmefall sinnvoll, etwa um Schimmel in den Fugen zu bekämpfen, da sie die Fugenmasse und eventuell sogar die Fliesenglasur angreifen können.
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Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Reinigen von Fliesen
- Vorbereitung: Groben Staub und Schmutz mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch entfernen. Bei Bodenfliesen zuerst gründlich saugen oder fegen.
- Reiniger auftragen: Den passenden Reiniger mit einem weichen Schwamm oder Mikrofasertuch auftragen. Bei Kalkflecken kann man den Reiniger einige Minuten einwirken lassen.
- Sanft schrubben: Kreisförmig über die Fliesen wischen. Für die Fugen am besten eine weiche Fugenbürste verwenden.
- Gründlich abspülen: Mit klarem Wasser nachwischen, um Rückstände zu entfernen – sonst bilden sich schnell Schlieren.
- Trocknen: Die Fliesen mit einem weichen Tuch oder einem Abzieher trocknen, um neuen Kalkflecken vorzubeugen.

