30. Oktober 2025, 11:07 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Sobald die Temperaturen im Herbst sinken, schalten viele ihre Heizungen wieder ein. Damit die Räume jedoch wirklich warm werden, sollte man den Heizkörper entlüften – idealerweise gleich zu Beginn der Heizsaison. Wie das richtig funktioniert und worauf man dabei achten sollte, erklärt myHOMEBOOK.
Wird der Heizkörper nicht richtig warm – und damit auch die Wohnung –, kann die Ursache dafür die Luft in der Heizung sein. Diese wird nämlich anstelle des Wassers erhitzt, wodurch die Heizung nicht voll funktionsfähig ist. Einen Handwerker benötigt man in dieser Situation nicht. Mit ein paar einfachen Handgriffen kann jeder seine Heizung auf eigene Faust entlüften.
Übersicht
Wann sollte man die Heizung entlüften?
Es gibt verschiedene Gründe, warum man die Heizung entlüften sollte. Sollte der Heizkörper nicht warm werden oder ist ein Gluckern zu hören, sind dies eindeutige Signale. „Hier reicht regelmäßiges Entlüften der Heizkörper mit dem Entlüftungsschlüssel“, rät Andreas Braun vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) auf myHOMEBOOK-Anfrage. Allerdings ist auch eine routinemäßige Entlüftung im Herbst sinnvoll, am besten vor der Heizperiode.
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Was bringt es, die Heizung zu entlüften?
Vor allem bei älteren Heizanlagen sammelt sich während der Heizpause im Sommer Luft in den Rohren, die das Wasser verdrängt. Meistens dringt die Luft über undichte Verbindungsstücke ein, da eine Heizanlage eigentlich nie zu 100 Prozent luftdicht ist. Bei großen Lufteinschlüssen leidet die Heizwirkung und das typische Gluckern ertönt. Die Heizung wird dann maximal lauwarm.
Bleibende Schäden entstehen durch Luft in der Heizung in der Regel nicht. Jedoch sollte man das Problem unbedingt vor der Heizperiode angehen, da man sonst nicht nur im Kalten sitzt, sondern auch umsonst Energie verbraucht und Heizkosten bezahlt. Das Entlüften der Heizung ist zudem ungefährlich – wenn man korrekt dabei vorgeht.
Tipp: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Entlüften wirklich nötig ist, sollten Sie es zur Sicherheit dennoch einmal pro Jahr vor der Heizsaison tun. Es dauert nicht lange, ist nicht kompliziert und spart Heizkosten.
Was man zum Entlüften der Heizung braucht
Mit dem passenden Werkzeug und dem richtigen Know-how kann jeder in wenigen Minuten die Heizung selbst entlüften. „Bei Standard-Heizkörpern ist es wahrlich kein Hexenwerk, sollte aber zu einem passenden Zeitpunkt erfolgen“, heißt es seitens der DIY-Academy e.V. in Köln. Die Heizung sollte man also unbedingt vor der Heizperiode entlüften. Dazu benötigt man:
- Entlüftungsschlüssel: Dieser kleine Vierkantschlüssel ist dabei das wichtigste Werkzeug, ohne ihn geht es nicht. Falls man keinen zur Hand hat, bekommt man ihn im Baumarkt, im Sanitärfachgeschäft oder beim Schlüsseldienst für wenige Euro.
- Schüssel oder Becher: Mit einem geeigneten Behälter austretendes Wasser auffangen. Dazu eignet sich beispielsweise auch ein ausgewaschener Joghurtbecher.
- Lappen: Beim Arbeiten mit Wasser ist es immer hilfreich, einen Lappen griffbereit zu haben.
Heizung entlüften – Schritt für Schritt erklärt
Wenn man die nötigen Utensilien griffbereit hat, kann es losgehen. In der Regel befindet sich das Entlüftungsventil auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. Handelt es sich um ein Haus mit mehreren Stockwerken, beginnt man am besten im untersten Geschoss und arbeitet sich dann nach oben. Hier erfahren Sie in fünf Schritten, wie man beim Entlüften der Heizung richtig vorgeht:
- Thermostat voll aufdrehen: Vor dem Entlüften sollte man das Thermostat maximal aufdrehen.
- Behälter und Lappen vorbereiten: Das Gefäß unter das Ventil auf den Boden stellen und das Wischtuch bereitlegen.
- Ventil mit Entlüftungsschlüssel öffnen: Nun den Schlüssel ansetzen und vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn drehen – ungefähr eine halbe Umdrehung. Die Luft sollte dann zischend herausströmen. Austretendes Wasser landet im Auffangbehälter.
- Ventil zudrehen, wenn Wasser entweicht: Wenn das Wasser aus dem Heizkörper in einem konstanten Strahl herausspritzt, das Ventil schnell wieder zudrehen – also im Uhrzeigersinn.
Nachdem man den ersten Heizkörper entlüftet hat, sollte man den Vorgang beim nächsten wiederholen und sich dann von unten nach oben im Haus vorarbeiten.
Hinweis: Drehen Sie das Ventil behutsam auf, da das austretende Wasser heiß sein kann. Falls das Prozedere nicht erfolgreich war und die Wohnung auch weiterhin kalt bleibt, sollte man einen Heizungstechniker oder als Mieter die Hausverwaltung kontaktieren.
Druck nach dem Entlüften kontrollieren
Da beim Entlüften der Heizung immer etwas Wasser entweicht, kann es sein, dass mit der Zeit zu wenig Druck im System herrscht. Sanitärexperte Braun rät, am Ende oder zwischendurch am Heizkessel zu schauen, ob noch genügend Flüssigkeit im Heizkreislauf ist. „Sonst ist der Druck zu niedrig, um das gesamte Gebäude mit Wärme zu versorgen. Wer sich unsicher ist, fragt am besten einen Fachbetrieb und lässt sich bei der Gelegenheit eine Bedienungsanleitung für seine Heizungsanlage erstellen oder übergeben“, rät der Experte vom ZVSHK.
Die Heizung richtig auf den Winter vorbereiten
Mit diesem Gadget müssen Sie nie wieder Ihre Heizung entlüften
Mieter oder Vermieter – wer muss die Heizung entlüften?
„Wie dieses Thema gehandhabt wird, hängt sicher auch von der vermieteten Sache und den Gegebenheiten ab“, erklärt eine Sprecherin der DIY Academy. Es gibt etwa Unterschiede, ob es sich um ein ganzes Haus oder eine Wohnung im Mehrparteienhaus mit Hausverwaltung handelt. Bei Letzterem kümmert sich oft die Haustechnik um das Entlüften.
Bei vielen Neubauwohnungen kommt ein weiterer Aspekt hinzu: „Viele neue Wohnungen haben mittlerweile zunehmend Fußbodenheizungen und somit gar keinen Zugriff mehr auf die Heizung und deren Einstellungen“, erläutert die DIY Academy. Da das Entlüften einer Fußbodenheizung wesentlich komplizierter ist, sollte dies von geschultem Fachpersonal übernommen werden.
Tipp: Heizkörper von Staub befreien
Beim Entlüften kann man auch gleich den Heizkörper reinigen, da sich über das Jahr hinweg Staub zwischen den Lamellen sammelt. Ziehen Sie einen feuchten Lappen durch die Zwischenräume, um die Staubschicht zu entfernen. Dadurch vermeiden Sie nicht nur Schmutz in der Wohnung, sondern die Heizung arbeitet auch effizienter und Sie sparen dadurch Heizkosten.